Seattle Ereignisse

Current competitions include Pacific Northwest Ballet's "All Robbins".

Tractor Tavern - The Proclaimers
12 Mai 20:00

Seattle German Language Meetup
Feierabend, 422 Yale Ave N
14 Mai 19:00

Bellevue German Language Meetup
Starbucks Coffee, 626 NE 106th
15 Mai 19:00

The Paramount Theatre - Mark Morris Dance Group and Seattle Symphony
16-18 Mai

Moore Theatre - Dance for a Cure
17 Mai 19:00

Seattle Repertory Theatre
Boxes: 21-22 Mai
Patriot Acts: 1-2 Juni

Teatro ZinZanni - A Suitcase Named Desire
20 März-22 June

Intiman Theatre - Das Tagebuch der Anne Frank
21 März-17 Mai

Seattle Opera - I Puritani
3-17 Mai - McCaw Hall

Pacific Northwest Ballet - All Robbins
29 Mai-8 Juni - McCaw Hall

Seattle Opera - 2008 International Wagner Competition
16 August - McCaw Hall

5th Avenue Theater - Shrek the Musical
14 August-21 September

Molly Maguire's Irish Pub

Mexico : China 1:0
Cesar VILLALUZ 13’
16 April 2008, QWest Field

Einige Tage nachdem der Dalai Lama Seattle verlassen hatte, kam das chinesische Fußballteam an. Aber das Spiel drehte sich um Mexiko und die Mehrheit der 56 416 Zuschauer waren Mexikaner.

Die grünen Hemden dominierten anfangs das Spielfeld und wurden mit einem Tor in der dreizehnten Minute belohnt. Schon in der dritten Minute musste sich Sun Ji sich mit Sergio Ponces Angriffen auseinandersetzen. Derselbe fing Song Zhenyus sieben Minuten später gekonnt ab. Deshalb war es keine Überraschung, dass Sergio Santana sofort auf Jorge Hernandez Linkspass reagieren und denn Ball an Cesar Villaluz weiterspielen konnte, der daraufhin das einzige Tor des Spieles schoss.

Danach sah es eine Weile so aus, als ob Mexiko eine Reihe Tore schießen würde, doch dann blockte Song einen Kopfball von Santana in der siebzehnten Minute und Naelson nutzte neun Minuten später einen freie Schussbahn nicht aus. Eine Minute vor der Halbzeit gelang es Santana Song auszutricksen, nur um danngeradewegs über das Tor hinaus zu schiessen.

Mexiko gewann damit ein zweites von insgesamt sieben Spielen, aber durch das überraschend defensive Spiel der Chinesen und die Menge der ausgewechselten Spieler wurde das Spiel zäh. Dies beeinflusste den Enthusiasmus des Publikums aber nicht, das einfach nur begeistert war, seine Helden in Seattle spielen zu sehen.

Marionettentheater des Penis
ACT Theatre, 29 April 2008

Es ist nicht ganz einfach angemessenen Worte zu finden um dieses hoch originelle Theaterstück zu beschreiben, da wir uns hier ja auf einer Familienbetonten Website befinden. Dan Speed und Martin zeigten uns mit diesem Stück die Vielseitigkeit ihrer Darstellung die sie nur mit Hilfe Ihrer Hände und Geschlechtsorganen bestritten.

Das überwiegend weibliche Publikum schien die Vorstellung der zwei Jungen Australier, die Alles vom Hot Dog bis zum Eiffelturm ins Leben riefen, sichtlich zu genießen. Mit diesem überaus originellen Theaterstück wurde im ACT wirklich nichts der Fantasie überlassen.

Im Auftakt wurde das Publikum von der ortsansässigen Komödiantin Cathy Sorbo aufgeheitert, die es schaffte beide Geschlechter auf ihre Weise hochzunehmen. Ihre Vorführung war roh, unanständig und lustig. Allem Anschein nach waren das Themen von denen die meisten Männer im Publikum wahrscheinlich nichts wissen wollten aber doch wissen sollten. Wenn Sie die Chance haben diese Frau einmal live zu erleben, dann sollten sie das tun, wir können wir Ihnen das aufs Höchste empfehlen.

Das Tagebuch der Anne Frank
Intiman Theatre, 22 April 2008


Lucy DeVito und Connor Toms
© Chris Bennion 2008
Am 12. Juni 1942 erhielt Anne Frank von ihren Eltern ein Tagebuch zum 13. Geburtstag. 24 Tage später, als ihr die anti-jüdischen Erlasse das Leben unerträglich zu machen begannen, tauchte ihre Familie in Amersterdam unter. Über 50 Jahre später ist dieses Tagebuch noch immer eine der berühmtesten Aufzeichnungen jener Zeitperiode. Die Bühnenbearbeitung von Frances Goodrich und Albert Hackett unter der Regie von Sari Keller brachte das Tagebuch von Anne auf äusserst bemerkenswerte Weise wieder zum Leben.

Nicht nur sieht Lucy DeVito in auffallender Weise aus wie Anne Frank selbst, sondern sie legt auch eine unglaubliche Leistung als der Teenager hin, der die Grimmigkeit ihrer Situation bekämpft, um idealistisch zu bleiben. Das Manuskript erzählt die Geschichte von Annes Familie, den van Daans und Herrn Dussel, die in einer überfüllten Dachstube zusammen zu leben versuchen, versteckt vor aller Welt ausser ihren innigen Freunden, Herrn Kraler and Miep Gies.

Zwischen den Szenen - und um den Zeitablauf darzustellen - liest Anne Auszüge aus ihrem Tagebuch für die Zuschauer vor. Man kann nicht überbetonen, wie bewegend dieses Theaterstück ist. Goodrich und Hackett widerstehen der Versuchung einer Überdramatisierung der acht in eine Mansarde gezwängten Personen. Matthew Boston führt die Besetzung als Annes Vater an. Er wird die dominierende Figur und das tragende Fundament des Hauses trotz verzweifeltem Kampf, seine eigene Qual angesichts des Schicksals seiner Familie zu verstecken. Gelegentlich scheint er wie für uns, die Zuhörerschaft, zu sprechen, wenn wir verzweifelt wollen, dass der belagerte Mansardenbesetzer aufhöre zu räsonieren und die Hoffnung nicht verliere.

Michael Winters spielt Herrn van Daan und gibt einen perfekten Gegensatz zu Boston durch seine Unfähigkeit, sich ihrem Schicksal anzupassen. Ausserstande zu konkurrieren mit der Autorität von Herrn Frank, der Rechthaberei seiner Frau und der wachsenden Unabhängigkeit seines Sohnes – Peter, gespielt von Connor Toms – bleibt ihm nur ein niederschwelliger Krieg mit der Katze seines Sohnes, als ein Sinnbild für den Verlust der Kontrolle über jeden seiner Lebensbereiche.

In der Tat gibt es kein einziges schwaches Glied in dieser Besetzung. Gegen Schluss des Stückes zeigen die Mitwirkenden eine Erschöpfung, welche ausgezeichneten Beweis davon ablegt, wie tief sie sich selbst in ihre Rollen gestürzt haben und was für eine beanspruchende Arbeit es ist.

Es ist ein langes Theaterstück mit 2 ½ Stunden und der Inhalt ist zermürbend, aber wenn Sie sich dieses Jahr etwas ansehen gehen, sehen sie sich doch Anne Frank im Intiman an.

Anne Frank läuft vom 21. März bis zum 17. Mai (Dienstag-Sonntag). Der Eintritt beträgt $10-50.

Pacific Northwest Ballet - Director's Choice
McCaw Hall, 21 März 2008

Sense of Doubt.
Carrie Imler und Casey Herd
© Angela Sterling 2008
Der Abend bestand aus vier kürzeren Stücken, die Peter Boal, Direktor des PNB, ausgewählt hat. Das erste Stück war eine Reprise des letztjährigen “Sense of Doubt,” einer Choreographie von Paul Gibson zu Musik von Philip Glass. Diese Ausführung war schon das erste Mal ein Prost Amerika Favorit und ist immer noch beeindruckend. Die mit bronzenem und grünem Stoff bekleideten Tänzer wirbeln zu Glass’s launischer und intensiver Musik über die Bühne und das Stück endet mit einem überwältigendem Finale. Das nächste Stück war “Für Alina,” eines von Arvo Pärts minimalistischen Pianostücken begleitet von einer Choreographie von Edwaard Liang - eine komplexe pas de duex mit Miranda Weese und Batkhurel Bold, die eine unbeholfene und vorsichtige Intimität verströmte.

Das Highlight des Abends jedoch war die Premiere von Ulysses Doves “Vespers.” Um die intensive perkussive Musik von Mikel Rouse arrangiert, performen in “Vespers” eine sechs streng aussehende Ballerinas in schwarzen Kleidern, die geformte Holzstühle als Requisiten benutzen. Im Verlauf des Stückes benutzt erst eine Tänzerin, dann zwei, dann alle sechs, die Stühle auf jede nur erdenkliche Art; sie bewegen sie, springen auf sie und übergeben sie aneinander. In einem späteren Teil des Stückes setzen sie sich wie fromme Frauen in der Kirche auf die Stühle. Dann springen plötzlich einige auf und tanzen mit primitiver Energie und Akrobatik um die anderen herum, während die anderen sitzen bleiben. Am Ende sitzen alle sechs auf den Stühlen und springen auf und ab wie eine Reihe Kolben in einem Motor. Diese Stück ist beeindruckend und es ist zu hoffen, dass es in das es in das Repertoire des PNB aufgenommen wird.

Eine weitere Premiere war William Forsythes “One Flat Thing, Reproduced,” mit Musik von Thom Willems. Wie auch “Vespers” ist dieses Stück voller Energie und benutzt Requisiten, aber ihm fehlt die Kohärenz. Eine Gruppe männlicher und weiblicher Tänzer in bunten Kleidern schieben Cafeteria-Tische, agieren auf, unter und neben ihnen zu stampfender Industrial-Musik. Das Konzept wirkt auf den ersten Blick interessant, aber das Stück scheint sich nicht weiterzuentwickeln; das Chaos läuft einfach weiter und weiter ohne zu eskalieren.

Obwohl nicht alle Stücke des Abends herausragend waren, war es eine gelungene Veranstaltung und eine Demonstration der Kraft und der Innovationsfreude des PNB.

Seattle Opera - Tosca
29 Februar 2008, McCaw Hall

Tosca
Gary Simpson und Michele Capalbo
Photo © Rozarii Lynch
Die neue Produktion von Seattle’s Opernhaus, Puccinis Klassiker “Tosca,” ist eine beeindruckende Umsetzung dieser zeitlosen Geschichte über Liebe, Politik und Verrat. Die berühmte Opernsängerin Floria Tosca (Michele Capalbo) und ihr Liebhaber, der Maler Mario Cavaradossi (Brandon Jovanovich), sind glücklich zusammen, obwohl ihre Beziehung unter Toscas Eifersucht leidet. Plötzlich taucht ein alter Freund Cavadarossis auf, der gerade aus dem Gefängnis enflohen ist. Cavaradossi versteckt ihn und hilft ihm bei der Planung seiner weiteren Flucht. Der grausame und lüsternde Baron Scarpia (Gray Simpson) ist dem entflohenen Gefangenen jedoch dicht auf der Spur und sieht hier seine Chance, endlich an Tosca heranzukommen.

Cavaradossi liebt Tosca, aber er befürchtet, dass sie ihn versehentlich verrät - was sie am Ende tatsächlich tun wird. In einer frühen Szene in der Kirche wird ihre Beziehung anschaulich dargestellt und die spätere Tragödie wirft schon ihren Schatten voraus. Die Schauspieler meistern jede Nuance der Szene; Toscas Schwanken zwischen Eifersucht und Verführung, Cavaradossis Liebesversicherungen, mit denen er seine Anspannung verdeckt und versucht, Tosca aus dem Weg zu bekommen, damit er seinen Freund retten kann. Aber nichts davon wäre gefährlich ohne den dritten Punkt dieser Dreiecksbeziehung: den diabolischen Scarpia. Dieser Charakter ist besonders fesselnd, denn er ist gleichzeitig abstossend und auf gruselige Art verführerisch. Diese Eigenschaften kommen nur zur Geltung, wenn der Schauspieler talentiert genug ist. Das ist hier definitiv der Fall: Simpsons voller Bariton und seine starke Präsenz stehen im Kontrast mit Jovanovichs höherer Stimmlage und persona. In Scarpios Szenen mit Tosca spürt man die Konfrontation ihrer Willen; sein dunkles Verlangen spornt sie an, Casacadossi um jeden Preis zu retten. Als Tosca verzweifelt darum kämpft, ihren Liebhaber zu retten, lassen Betrug, Verrat, Mord und Selbstmord die Situation eskalieren.

Wir verfolgen fiebernd, wie sich diese Drama entwickelt; sind wütend über Toscas Erleichterung als Cavaradossi vor das Erschiessungskommando geführt wird; erwarten angespannt den schrecklichen Moment...das wir so mitgerissen sind zeigt, wie gut diese Produktion als Ganzes und Michele Capalbos emotionale und aufwühlende Performanz ist.

The Triple Door - Huun Huur Tu
2 März 2008

Der Kehlkopfgesang ist eine Kunst, die in Tuva, einer Provinz in Sibirien, seit Jahrhunderten gepflegt wird. Aus Tuva stammt auch Huun Huur Tu, eine Gruppe von vier außergewöhnlichen Musikern, die diese Technik perfekt beherrschen. Diese uralte Art zu singen - eine Mischung aus Summen, Zwitschern und Brummen - eröffnet eine für westliche Ohren unbekannte Klangwelt.

Die Sänger sehen selbst aus wie feurige mongolische Reiter und schlagen den Zuhörer sofort in ihren Bann. Das einzige identifizierbare Instrument ist eine Gitarre, ansonsten spielen die vier selbstgebastelte Instrumente. Jeder der vier Künstler hat seine eigene Spezialität: der älteste hat den tiefsten Kehlenklang, während ein anderer sich so anhört, als hätte er eine Flöte im Hals versteckt. Der dritte beherrscht die Trommel und der vierte zwitschert wie ein Vogel. Keines der Lieder wird von einem alleine getragen, sondern alle Künstler wechseln sich untereinander ab und die verschiedenen Klänge fließen ineinander und bilden ein sphärisches Ganzes. Auch die Geographie vermischt sich: manchmal hört sich die Musik chinesisch an, dann wieder indisch. Letzten Endes ist sie jedoch unbeschreiblich.

Diese Show war ein riesiger Erfolg in Europa und man kann nur hoffen, dass die vier noch weiter touren und viele dieses Hörereignis geniessen können.

The Imaginary Invalid
Seattle Repertory Theatre, 27 Februar 2008

Rocco Sisto
Rocco Sisto als Argan
"The Imaginary Invalid" ist eine moderne Auffrischung von Molieres berühmtem letzten Schauspiel "Le Malade Imaginaire", ins 21. Jahrhundert überführt von der namhaften Bühnenschriftstellerin Constance Congdon. Der Geist des Originals bleibt gewahrt, wie wohl dieses gleichzeitig mit musical-artigen Produktionsnummern, zeitgenössischen Anspielungen, bewegenden Bühnenbildern und einem Gemisch von Kostümen aus der heutigen Zeit bis zurück ins 17. Jahrhundert frech und lebendig gemacht wird.

Die Titelfigur Argan ist ein wohlhabender Hypochonder. Seine schöne, unschuldige Tochter Angelique möchte nichts anderes, als ihren gutaussehenden Freier Cleante heiraten, aber ihr Vater verlangt, dass sie anstelle dessen seines Doktors Neffen eheliche, den sozial unfähigen Claude. Seine zweite Ehefrau Beline wiederum will, dass Angelique überhaupt niemanden heirate, sondern in ein Frauenkloster eintrete (und damit ihre Erbansprüche verwirke), damit sie selbst und ihr notorischer Liebhaber dereinst alles, was Argan wert ist, abkassieren können. Nur die treue Dienerin Toinette steht zwischen Argan und dem Desaster und tut alles, um Angelines Romanze zu retten, Argan vor Beline zu schützen und die geldgierigen Ärzte und Apotheker fortzujagen.

Die komplexe Handlung, angereichert mit bodenständigen Witzen, Doppeldeutigkeiten und der Welt absurdester “impromptu pastoral opera”, schreitet nahtlos voran. Der Ausgang ist nie zu ungewiss, doch gibt es unterwegs jede Menge Fallstricke. Es belegt das hohe Niveau der Schauspieler, dass wir uns trotz dieser Riesenfarce um das Wohlergehen der jungen Verliebten und selbst von Argan so viel Sorge machen.

Es gibt viel grossartige Schauspielkunst. Rocco Sisto macht Argan gleichzeitig absurd und sympathisch, während Julie Briskmans Beline verführerisch und überaus gut ist. Zoe Winters entzückt als schamhaft errötende Angelique mit ihrem “Raggedy Ann”-Haar und ihrer Schürze sowie gut gepaart mit Andrew William Smith als verzweifeltem jungen Geliebten Cleante, während Ian Bell viel Gelächter als ihr Möchtegern-Ehemann Claude erntet. Doch die Show wird letztlich allen von Alice Playten als Toinette gestohlen, die - allzeit zu einer spitzen Bemerkung bereit - niedlich in ihrer klassisch-französischen Dienstmädchenausstattung herumtänzelt, während sie das ganze Geschehen um sich herum kontrolliert. Direktor David Schweizer hält dies alles zusammen, indem er auf dem schmalen Grat zwischen hoher Komödie und Chaos hin- und herbalanciert und das Ganze mit einer pyrotechnischen Musical-Nummer beendigt. Er hinterlässt das Publikum zufrieden und aus vollem Herzen applaudierend."

Das American Jewish Committee und die German Heritage Society:
Israel und Deutschland: Sechs Jahrzehnte einer einzigartigen Partnerschaft
Donnerstag, 21 Februar 2008

Dieses Programm, ein Teil von Seattles „Israel wird 60 Feier“, erforscht sechs Jahrzehnte politischer, kultureller und ökonomischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland, die sich aus dem Schatten des Holocaust gebildet haben.

Die Generalkonsuln von Israel und Deutschland kamen nach Seattle, um über die einzigartige Freundschaft zu sprechen, die sich zwischen den Staaten Israel und Deutschland entwickelt hat. Deutschlands Generalkonsul, Herr Rolf Schütte, sprach zuerst und erzählte uns vom für März geplanten Ausflug des Deutschen Kabinetts nach Israel zum allerersten gemeinsamen Kabinettsmeeting als ein Symbol von Deutschlands spezieller Solidarität mit Israel in diesem Jahr, dem 60. seit Gründung des jüdischen Staates. Das gemeinsame Kabinettstreffen wird das erste Mal markieren, dass die deutsche Regierung außerhalb Europas zusammenkommt. Schütte skizzierte ebenfalls die große Unterstützung, die der deutsche Staat Israel zukommen ließ. Diese Ansichten wurden von Herrn Akov unterstützt, der uns von der äußerst nützlichen Funktion, die Deutschland im Friedensprozess des Mittleren Ostens spielte, berichtete. Herr Akov sprach ebenfalls von den Jugendaustauschprogrammen zwischen den beiden Ländern. Beide bemerkten mit Befriedigung die Freigiebigkeit Deutschlands, russische Juden zu ermuntern sich in Deutschland niederzulassen.

Feststellend, dass über 100 Partnerstadtabkommen zwischen deutschen und israelischen Städten existieren, beendete Herr Schütte seine Rede damit, dass dies bedeute, jede israelische Stadt habe wenigstens eine deutsche Partnerstadt. Tatsächlich hat Haifa drei!

Persönlich gesprochen, zollte Herr Akov Herrn Rolf Schütte Anerkennung dafür, dass dieser seit vielen Jahren ein Freund des Staates Israels und der jüdischen Gemeinschaft ist. (Der deutsche Generalkonsul hat ein Buch über das Thema „Deutsch-jüdische Beziehungen, heute und morgen. Eine deutsche Perspektive.“ geschrieben.)

Sie hatten sogar Zeit für einige Fragen aus dem Publikum. Einige interessante Themen tauchten auf, wie etwa der Einfluß der deutschen Wiedervereinigung auf die Beziehung zu Israel und die Angelegenheit, Nukleartechnologie an Iran zu verkaufen.

Trotz trüber und seriöser Themen der Veranstaltung wurde eine heitere Note eingespeist, als beide Herren über die deutschen Juden sprachen, die nach Israel emigrierten. Sie waren als Jeckes bekannt und es fand eine Debatte um die Herkunft des Wortes statt.

Insgesamt war diese Nacht ein wichtiger Marker in 60 Jahren einer einzigartigen Freundschaft und verfestigte außerdem die Beziehungen zwischen Seattles deutschen und jüdischen Gemeinschaften.

Kingston Trio
Bill Zorn, George Grove und Rick Dougherty
Kingston Trio
Moore Theatre, 22 Februar 2008

Die Legenden des "American Folk" entzückten ihr Seattle Publikum mit einem ihrer seltenen Auftritte in unserer Stadt. Für viele Zuhörer schien das Rad der Zeit um Jahre zurückgedreht und die Tränen rollten nur so runter als Bill Zorn, George Grove und Rick Dougherty ein volles Haus erfreuten.

Sie wogten durch ihre klassischen Hits "The Tijuana Jail", "M.T.A.", "Where Have All the Flowers Gone?", "Reuben James", "Scotch and Soda", "Greenback Dollar", "Desert Pete", "The Long Black Veil" and "The Merry Little Minuet".

Höhepunkt des Abends war aber für Manche die Darbietung des legendären Songs "Tom Dooley", eines Nummer-1-Hits aus dem Jahre 1958. Nebst ihrer musikalischen Begabung scheute sich die Band auch keineswegs, ihr Talent im Geschichten erzählen unter Beweis zu stellen.

Es war eine der seltenen Gelegenheiten, eine wahre amerikanische Legende in Fleisch und Blut zu erleben und der Abend wird Allen unvergessen bleiben, die das Privileg besassen, in jener Nacht im Moore dabei zu sein.

Mame
5th Avenue Theatre, 14 Februar 2008

Mame.
Matt Owen und Dee Hoty
© Chris Bennion 2008
Die Premiere des klassischen Musicals „Mame” im Theater an der Fünften Avenue war ein rauschender Erfolg. Patrick Dannis’ Bestseller-Novelle „Mame“, aus dem Jahre 1955, wurde 1966 zu einem Broadway Musical und hat seither großen Anklang gefunden. In der Vergangenheit wurde „Mame“ nur sehr selten in Seattle aufgeführt und zählt deshalb hier zu den besonderen Vergnügen. Die Pemiere fand am Valentinstag Abend vor einem voll ausverkauften Haus statt, und viele der Besucher hatten sich ganz im Stil des Musicals und seiner Darsteller gekleidet.

„Mame“ erzählt die Geschichte der lebenslustigen Mame Dennis und ihres Neffen Patrick, der seine Kindheit im Waisenhaus verbracht hat. Die sehr unterschiedlichen Lebenserfahrungen der beiden führen zunächst zu einigen Auseinandersetzungen, aber dann kommt es zu einer wundersamen Wandlung in Patricks Leben, der nun dank seiner Tante lernt, sein Leben voll auszukosten und täglich neue Erfahrungen zu machen. Jedoch tauchen Probleme auf, als Patricks Vormund Babcock, ein konservativer Bankier, darauf besteht, dass Patrick eine exklusive Schule für Knaben besucht, statt der alternativen Schule, die Mame vorschwebt. Doch Tante und Neffe halten zusammen, und auch die Zeit der großen Wirtschaftskrise und eine sehr lange Zeit der Trennung voneinander ändern daran nichts. Im zweiten Akt muss Mame ihren wieder konservativ gewordenen Neffen erneut aufrütteln, als er ums Haar das falsche Mädchen heiratet.

Dieses Stück wird von einer sehr großen, extravaganten Besetzung aufgeführt, einschließlich Mames vielen Freunden und ihrer loyalen Hausangestellten. Die hervorragenden musikalischen und tänzerischen Einlagen gehören zu den Höhepunkten dieser Aufführung. Die Kostüme, welche von keiner geringeren als „Modekönigin“ Luly Yang aus Seattle entworfen wurden, wechseln ständig, wie auch Mames luxuriöses, modernes und kunstvoll eingerichtes Appartment in Manhattan während der 20er bis in die 50er Jahre. Gleichermaßen aufwändig sind Szenen wie z.B. die von Mames bester Freundin Vera Charles, die in einem Musical im Musical eine „Astrologin“ gibt, mit dem mitreißenden Stück: „Der Mann im Mond ist eine Dame“.

Dee Hoty glänzt in ihrer Rolle als Mame, und auch viele andere Auftritte sind großartig, inklusive Nick Robinson in der Rolle des jungen Patrick, Richard White als Beauregard, Carol Swabrick als Vera Charles und Kat Ramsburg als Erzieherin Agnes Gooch, die durch Mames Lebenslektionen ebenfalls in entzückender Weise umgewandelt wird. „Mame“ läuft bis zum 2. März und ist sehr empfehlenswert.

Pacific Northwest Ballet - Roméo et Juliette
31. Januar 2008, McCaw Hall


Noelani Pantastico und
Lucien Postlewaite
© Angela Sterling 2008
Die nordamerikanische Premiere der Roméo et Juliette von Jean-Christophe Maillot ist für den Pacific Northwest Ballet ein Erfolg. Dieses komplexes Ballet, das in der klassischen Partitur von Sergei Prokofiev gegründet ist, ist sehr dramatisch und neu inszeniert gewesen. Das Ballet ist nur bis zu dem Lebensnotwendige abgedreht gewesen und dann sind einige Elemente von Modern Dance hinzugefügt.

Obwohl die Handlung komplex und manchmal schwierig zum folgen ist, sind die kritische Punkten immer klar und währenddessen sind die Momenten des körperliche und emotionelle Intensität reichlich. Die Farben des Kostüms helfen die befehdende Familien abzugrenzen und die Hauptdarsteller aufzuzeigen.

Lucien Postlewaite und Noelani Pantastico sind für die Rollen des Schicksalverfallenes Liebespaars perfekt versehen. Die frische Attraktivität des Postlewaites ist von seinem weißen Kostüm verstärkt und seine Verfolgungsjagd der Juliette ist einfach unwiderstehlich. Pantastico zeigt überzeugend wie ihre Schüchternheit und Schuldlosigkeit in Liebe verwandelt. Auch perfekt ausgedrückt ist die wachsende Passion und dann die Tragödie des Verlusts und Aufopferung.

Es gibt auch viele andere wunderbare Aufführungen zu sehen. z.B. Oliver Wevers, der Friar Laurence spielt, taucht dünn und schräg in stark schwarz und weiß auf und hat fast eine unheimlich Qualität als seiner gutgemeinte Einmischung zur finale Tragödie führt. Louise Nadeau hat als die Lady Capulet auch ein sehr starkes Präsens durch ihrem Kontrollieren und Konkurrenz mit ihrer Tochter Juliette.

Der letzte Aktschluss bei der Premiere hat mehrere wohl verdiente Standing Ovations sowie Blumen für alle die Hauptdarstellerinnen gebracht.

Seattle Opera - Pagliacci
McCaw Hall, 23 Januar 2008

Pagliacci.
Antonello Palombi (Canio)
© Bill Mohn
Leoncavallos „Pagliacci“ erzählt die bekannte Geschichte des eifersüchtigen Clowns Canio, der sowohl seine Frau Nedda als auch ihren Liebhaber tötet. Die Oper spielt mit dem Unterschied zwischen Leben und Kunst, zwischen der komischen Idee des Ehebruchs, die im Gegensatz zum realen, schmerzhaften Erlebnis steht. Die neue Version der Seattle Oper verhilft dieser klassischen Kurzoper zu neuem Leben, indem sie die Geschichte ins ländliche Italien der 1950er Jahre verlegt, samt Kostümen und einem Miniaturfiat. Neues Material wurde wiederhergestellt beziehungsweise hinzugefügt, einschließlich einer akrobatischen Traumsequenz, in welcher die Vergangenheit von Neddas und Canios Beziehung gezeigt wird. Unterlegt ist diese Sequenz mit Musik von Leoncavallos anderen Werken.

Die Sänger spielen gefühlsbetont und leidenschaftlich, insbesondere Nuccia Focile als Nedda und der aufsteigende Star Antonello Palombi als Canio. Gordon Hawkins zeigt Tonios Frustration und Verletzlichkeit und Morgan Smith lässt Silvio verführerisch und unwiderstehlich erscheinen. Englischer Text wurde auf einem Bildschirm über der Bühne angezeigt, wodurch die Performance für all diejenigen klar wurde, die mit der Geschichte weniger vertraut waren. Allerdings wünschte man sich zeitweise eine etwas pötischere Übersetzung. Die Vorstellung endete mit wohlverdientem, stehendem Beifall.

Waters of Babylon
Seattle Repertory Theatre, 6 Februar 2008

Waters of Babylon.
Suzanne Bouchard und Armando Duran
© Chris Bennion 2008
Als die einsame Texanische Witwe Catherine den Gärtner Arturo für ihren verwahrlosten Garten engagiert, wird aus dem erstem Bier nach der Arbeit schnell mehr. Bei Drinks und Flirt kommen die Beiden schnell ins Gespräch und auch tiefere Wahrheiten kommen nun zu Tage. Letztlich gestehen die Beiden sich auch die größten Geheimnisse ihrer Vergangenheit und verbünden sich, um die Schatten von Gestern zu überwinden. Viele der Dialoge sind besonders originell und komisch, ganz besonders Catherine's merkwürdiges Verhalten gegenüber Männern - sehr zum Spass von Arturo, dem Gärtner. Äusserlich leicht, flirty und lustig, erlaubt Catherine (exellent verkörpert von Suzann Bouchard), gerade genug Blick hinter ihre Fassade, um den Zuschauer im Bann zu halten. Ihre nervöse Art des Sprechens und der trockene Humor schweben sanft über ihrer immensen Verletzbarkeit.

Armando Duran als Arturo ist sowohl schräg und auch leidenschaftlich in seinem Dasein als zum Tagelöhner reduzierten Intellektuellen; von Catherine aus einer Gruppe ausgewählt, weil es schien als ob er den Job am wenigsten haben wollte. Zu Beginn schüchtern gegenüber Catherine's freundlicher Neugier, übernimmt er schon bald das Ruder, um ihr zu helfen ihre Probleme zu bewältigen . Langsam werden nun die Mauern unterschiedlichen sozialen Rangs durch die Geheimnisse der Vergangenheit eingerissen.

Während es schon schwierig genug für nur zwei Schauspieler ist, uns bei Laune zu halten, verlangt das Skript auch physikalisch den Beiden einiges ab. Schliesslich beschert "Waters of Babylon" nicht zuletzt durch das sehr erfindungsreiche Set eine exzellente Stunde zur Nacht.

'80s Invasion
The Triple Door, 9 Januar 2008

'80s Invasion.
80s Invasion ist eine neue, in Seattle ansässige Cover Band, die sich der New Wave Musik verschrieben hat. Von tosendem Beifall begleitet betrat sie die Bühne in der Triple Door und eröffnete mit „Take On Me“ von A-ha. In den nächsten 90 Minuten folgte dann ein Hit auf den anderen von Bands wie Duran Duran, Ultravox, Berlin, The Fixx, ABC, The Eurythmics, Depeche Mode, A Flock of Seagulls, Dead or Alive, Erasure und vielen anderen. Die kleine Tanzfläche vorne an der Bühne füllte sich schnell mit fröhlichen Tanzenden, von denen einige sogar im stilechten 80er Jahre Outfit gekommen waren. Viele sind mit dieser Musik groß geworden und haben auch die Originalbands auf der Bühne erlebt, aber es war ebenfalls eine ziemliche Anzahl von neueren 80er Fans anwesend, die es toll fanden, diese Songs zum ersten Mal live zu hören.

Die Band hat offensichtlich sehr hart an der Präsentation des Songmaterials gearbeitet, die Sänger Stefan Mitchell und Heather Fenech boten perfekt bis auf die Note abgestimmte Versionen ihrer musikalischen Helden von damals dar. Wenn man die Augen zumachte, war es teilweise schwer zu glauben, dass nicht Simon Le Bon oder Midge Ure höchstpersönlich auf der Bühne standen. Mitchells Lederhose kam ebenfalls gut an besonders beim weiblichen Publikum. Keyboarder Zach Barnhart, Gitarist Rusty Urie und Drummer Shane Peck gaben ebenfalls ihr Bestes, um den Sound und die Energie der Originale wieder aufleben zu lassen, und wenn die Reaktionen des Publikums irgendetwas darüber auszusagen haben, dann ist ihnen das auch großartig gelungen.

’80s Invasion nehmen ihr musikalisches Material im Gegensatz zu vielen anderen Cover Bands sehr ernst, wissen aber trotzdem immer noch Spaß daran und damit zu haben. Sehr empfehlenswert für alle, die Fans der 80er Jahre sind oder einfach nur einen Abend lang zu Musik abtanzen wollen, die mehr als nur eine Bassline und Backbeat zu bieten hat.

The Breach (Die Bresche)
Seattle Repertory Theatre, 16 Januar 2008

The Breach.
Kelly Conway as Chris, John Aylward
as Mac and Nike Imoru as Water
Photo © Chris Bennion 2008
Catherine Filloux, Tarrell McCrainey und John Sutton haben diese didaktische Reportage, die auf den tragischen Ereignissen in New Orleans aufgrund der Hurrikan-Katrina-Katastrophe basiert, zusammen geschrieben. Regisseur David Esbjornson macht von dem Element Wasser kreativen Gebrauch: In der Eröffnungsszene beginnt Wasser sturzbachartig auf die Schauspieler herunterzuregnen, von denen drei gefährlich auf der Attrappe eines Gebäudedachs in New Orleans kauern. Dies ist aber nur eine von drei separaten Geschichten, von denen dieses unverhohlen politische Stück handelt. Eine andere erläutert die beunruhigende und ungewöhnliche Theorie über die tieferen Ursachen des Hurrikans, während die Haltung des liberalen weißen Amerikas gegenüber der Misere von einer halben Million Louisianaern gleichfalls untersucht wird. Familienbande, der Krieg im Irak und das Wesen von Verschwörungstheorien sind ebenfalls Themen, vor denen diese zum Nachdenken anregende Standpauke nicht zurückscheut.

Besonders beeindruckend war Michael Brauns Darstellung des Lynch, einem Journalist aus Neu England, der seinen zynischen Herausgeber dazu zu bewegen sucht, ein alarmierendes Gerücht zu veröffentlichen, das sich unter den Betroffenen der Katastrophe ausbreitet. In seinen Gesprächen mit den Bürgern New Orleanns, Tante Sis (Michele Shay) und ihrer Familie, versuchen Filloux, McCrainey und Sutton potenziell schwierige Themen für ein allgemein anteilnehmendes Publikum zu ergründen. Der Zuschauer will ihren Schmerz dieser Menschen geradezu nachempfinden und Mitgefühl zeigen, nur, warum eigentlich? Um der Betroffenen oder um seiner selbst willen?

Aber es gibt trotz allem exzellente schauspielerische Leistungen zu bewundern, und so sehr wir es auch als Bühnenwerk preisen, dient „Die Bresche“ doch mehr dem wichtigeren Zweck, uns davon abzuhalten zu vergessen, wie Amerika seine eigene Bevölkerung im Stich gelassen hat.

Jesus Christ Superstar
Paramount Theatre, 22 Dezember 2007

Angekündigt als Abschiedsvorstellung des legendären Ted Neely kehrte Tim Rices und Andrew Lloyd Webbers Musical-Klassiker aus den 1970er Jahren nach Seattle zurück. Seit beinahe drei Jahrzehnten stellt Neely Christus nun schon auf der Bühne dar, und auch in der Verfilmung von Norman Jewison spielte er die Hauptrolle. Dem Musical wurde ursprünglich vorgeworfen, auf versteckte Art und Weise den Antisemitismus zu unterstützen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Im Gegensatz zu den farbenprächtigen Kostümen und der kindlichen Freude der Anhänger Jesu sind die Juden durchweg in Schwarz gekleidet und spinnen permanent Intrigen. Als wäre dies noch nicht genug, um selbst die tolerantesten Zuschauer aufzubringen, setzten die Produzenten ihr Publikum obendrein dem Anblick eines schwarzen Judas Iscariot (Corey Glover) mit einer Schlinge um den Hals aus. In einem Jahr, in dem das Symbol der Schlinge in den USA wieder aufgetaucht ist, um Schwarze einzuschüchtern und in Angst und Schrecken zu versetzen, hätte dies sicherlich umgangen werden können und sollen.

Beachtung finden müssen trotzdem zwei herausragende Einzeldarstellungen: Tiffini Dodson, die erneut in die Rolle der Maria Magdalena schlüpfte, hat eine Stimme, die das Universum erleuchten könnte, und sie trug den Klassiker „I don’t know how to love him“ klar und leidenschaftlich vor. Es war ihre erste nationale Tournee, und Prost Amerika hofft, sie in einer anderen Rolle 2008 schon bald wiederzusehen. Craig Sculli als Pontius Pilatus gelang, was die anderen männlichen Darsteller nicht vermochten: Seine Aussprache war deutlich, und jedes seiner Worte konnte überall im kunstvollen und wunderschönen Paramount Theater verstanden werden.

Man kann sich jedoch des Eindrucks nicht erwehren, dass „Jesus Christ Superstar“ mit seinem Straßenjargon der 1970er Jahre und der derben Darstellung der Juden überholt erscheint, und dass Ted Neely seinen Ruhestand redlich verdient hat.

Late Nite Catechism (von Vicky Quade & Maripat Donovan)
ACT Theatre, 23 Dezember 2007

Sister.
Diese Show ist Kult in Seattle, wenn die Klosterschwester (Aubrey Manning) eine Klasse von willigen Kommunikanten in den Komplexitäten der Katholischen Lehre unterrichtet. Die herrlich komische, aber in keiner Weise anstößige Show zelebriert nun ihr 10-jähriges Jubiläum. Die Show läuft in Buster’s Theater, welches so hergerichtet wurde, dass es wie ein echtes Klassenzimmer aussieht mit kindlichen Malereien von Heiligen. Die Aufmachung ist folgende: Die Klosterschwester unterrichtet die Zuschauer, sie sind ihre Schüler. Das ist Katholizismus 1:1. Die kontroversesten Themen werden vermieden, und die Schwester nutzt das Publikum in geschickter Weise, indem sie mit ihm spielt, ohne es jedoch zu beschämen.

Die Show bietet gleichermaßen Bildung für Katholiken, Protestanten, Atheisten und Juden und stellt eine amüsanter Möglichkeit dar, einen Abend seines Lebens zu verbringen, wenn die Schwester die Namen der Heiligen, die Bibelgeschichte und die katholische Terminologie herunterrasselt sowie in verblüffender Abfolge religiöse Geschenke an ihr Publikum austeilt.

Tower of Power
Jazz Alley, 16 Dezember 2007

Tower of Power.
Emilio Castillo, Stephen ("Doc") Kupka, Francis Rocco Prestia, David Garibaldi, Larry Braggs, Roger Smith, Tom E. Politzer, Adolfo Acosta, Michael (Iron Mike) Bogart, Mark Harper – allein die Namen sind Legenden, und so nahm auch Prost Amerika mit der ihnen gebührenden Bewunderung an ihrem letzten Konzert in Seattle teil. Wir wurden nicht enttäuscht, legten sie doch ihren geballten Soul in jedes Stück, damit auch den letzten der anfangs relativ schläfrigen Zuschauer bald nichts mehr auf seinem Sitz hielt. Ich glaube, dass viele der Anwesenden dasselbe empfanden wie wir: Glück, insgesamt 40 Jahre Berufserfahrung ganz außergewöhnlicher Talente zusammen auf der Bühne erleben zu dürfen. Alle acht Veranstaltungen in Seattle waren ausverkauft, und die Tatsache, dass die Leute zu dieser Jahreszeit bereit sind, Zeit und Geld zu investieren, spricht Bände hinsichtlich der anhaltenden Zugkraft dieser Band. „Diggin’ on James Brown“, „How Did This Happen“ und „You’re Still a Young Man“ sorgten für die unvergesslichsten Momente des Repertoires, aber ich muss zugeben, dass ich als Erstbesucher eines „Tower of Power“-Konzerts die Veranstaltung insgesamt als Highlight bezeichnen würde. Wenn ihr die Gelegenheit habt euch die Jungs anzusehen, dann solltet ihr das unbedingt tun!

Im nächsten Jahr werden „Tower of Power“ die folgenden Konzerte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz geben: 8. Februar Hamburg, 17. Februar Berlin, 18. Februar München, 19. Februar Innsbruck, 22. Februar Zürich, 23. Februar Köln, 24. Februar Luxemburg.

Land der Süßen: Eine Nussknacker-Parodie
The Triple Door, 19 Dezember 2007

Sweets.
Einem vollen Haus bot das Bar-Restaurant „Triple Door“ eine perfekte Kombination aus Gesang, Akrobatik, Glamour und schmutizige Witze. In den Hauptrollen waren Miss Indigo Blue, Kitten La Rue, The Swedish Housewife, Babette La Fave, Waxie Moon und Lily Verlaine zu sehen, präsentiert von Jasper McCann. So manches Mal stockte dem Publikum vor Bewunderung der Atem, als die Damen ihre Kunststücke auf zwei wogenden, von der Decke hängenden Seidensäulen vollführten; dann wiederum war die Unterhaltung ein wenig obszön, und auf der Bühne wurde nicht an nackter Haut gespart. Ein guter Vorgeschmack auf die Saison 2008 in der „Triple Door“-Bar, von der wir euch hoffentlich noch mehr bei Prost Amerika anbieten können.

Teils Restaurant, teils Bar: Die „Triple Door“-Bar sollte bei einem Stadtbesuch auf jeden Fall auf eurer Liste stehen. Auch außerhalb der Showzeiten ist sie einen Besuch wert, hat sie doch eine wundervolle Bar zu bieten, in der man es sich so richtig gut gehen lassen kann.

Teatro ZinZanni - Hearts on Fire (Brennende Herzen)
28 November 2007

Erika und Andrew
Erika und Andrew
Nach all den Baumaßnahmen, den Proben und dem dazugehörigen Stress, eröffnete das Teatro ZinZanni seine neuen Räumlichkeiten in der Mercer Street. Die Eröffnungsshow „Hearts on Fire“ war ein Erfolg auf der ganzen Linie. Die Bauarbeiten konnten gerade noch rechtzeitig vor der Eröffnung abgeschlossen werden, und überall im Eingangsbereich war noch der schwache Duft des Neuen, Frischen wahrzunehmen. Dennoch war es ein perfekter Abend, der das Premierenpublikum, darunter auch den stellvertretenden Bürgermeister, mit auf eine dreistündige Reise durch eine Welt der Farben, Bewegungen, Musik und des Lachens nahm.

Der Abend beginnt mit der Ankunft und dem Einlass der festlich gekleideten Gäste in die Lobby ungefähr eine Stunde vor Showbeginn. Man hat also genügend Zeit, um an der Period Bar einen Drink zu sich zu nehmen und dann durch die Kostüme zu stöbern, um sein Outfit eventuell mit einer Boa, einem Diadem oder einer Maske aufzupeppen. Wenn es Zeit wird für die Vorstellung, wird man vom höchsteigenen Kellner an seinen Tisch begleitet, an dem einen schon der ZinZanni –Weinkellner erwartet. Der erste Gang von insgesamt fünf Gängen des abendlichen Menüs ist bereits aufgetischt, am heutigen Abend eine köstliche Vorspeise bestehend aus Mozzarella und Rosmarincrackern, kreiert von dem hiesigen, wohlbekannten Chefkoch Tom Douglas, der alle Teatro ZinZannis-Gerichte von vorne bis hinten entwirft und zubereitet. Und dann geht’s erst richtig los mit den Gaumenfreuden, garniert mit Varieteeeinlagen, die das Warten auf den nächsten Gang verkürzen und darüber hinaus thematisch darauf abgestimmt sind – wir könnten an dieser Stelle noch mehr ins Detail gehen, aber schließlich wir wollen euch die Überraschung nicht verderben.

Christine Deaver.
Christine Deaver
© William Anthony
Die Diva Thelma Houston brillierte als Madame ZinZanni, Clowns und Akrobaten schufen die Illusion einer traditionellen, aber hochtalentierten Zirkuswelt, an der das Publikum aktiv teilnehmen durfte – freiwillig versteht sich, also keine Angst! Der komische Star der Manege ist die in Seattle heimische Christine Deaver, deren überlebensgroße Darstellung eines deutschen Spions oder Shakespeares Julia das Publikum vor Lachen zum Weinen brachte. Die Zuschauer, die sich dazu bereit erklärten, ihre männlichen Gegenspieler zu geben, machten gerne mit und waren allesamt keine Spielverderber; oftmals trugen sie sogar durch witzige Improvisationen zur allgemeinen Erheiterung bei. Ein Striptease des Nikolaus’ höchstpersönlich, hier verkörpert durch den lateinamerikanischen Charmeur El Vez, bescherte einer glücklichen Zuschauerin einige Minuten im Rampenlicht. Auch wenn der Humor mitunter ein wenig derb ist, kann man ältere Kinder ruhigen Gewissens mit in die Vorstellung nehmen.

Auf der akrobatischen Seite gab es fast zu viele Sensationen, um sie im Einzelnen nennen zu können. Nur so viel sei gesagt, dass sich unter den vielen herausragenden Künstlern auch ein Jongleur-Paar (Sergiy Krutikov, ebenfalls einer der Wanderclowns, und Tuan Le) befand, die Hüte, Stöcke und flammende Bälle durch die Luft wirbelten, die Luftakrobaten Erika und Andrew, die an Seidenbändern hängend eine unglaubliche und sinnliche Darstellung boten, und nicht zuletzt die russische Meisterin des Gleichgewichts Vita Radinova, deren geschmeidige Verrenkungen so wunderbar einfach und graziös aussahen – ich habe auf dem Gesicht meines männlichen Kollegen noch nie eine derartige Verzückung gesehen. „Les Petits Frères“, ein komisch-akrobatisches Trio aus Paris, gaben Balanceakte auf Leitern und wilde Jagden durch die Manege zum Besten, bevor es zu einem fulminanten turnerischen Finale kam. Der klassische, aber dennoch innovative Slapstick des Trios half über die wenigen Schwächen des Programms spielend hinweg.

Thelma Houstons vollmundiger Gesang wurde von der ortsansässigen Band gekonnt unterstützt, und die Zuschauer kamen außerdem in den Genuss einer Arie der einheimischen Opernsängerin Rachel DeShon. Das begeisterte Publikum klatschte im Rhythmus zu jeder der musikalischen Darbietungen mit, und wurde einmal sogar dazu aufgefordert, zu romantischen Klängen in den Gängen zu tanzen.

Rachel DeShon
Rachel DeShon
Das Bedienungspersonal war ebenfalls integrales Element der ausgeklügelten Choreografie, die jeden neuen Gang des Menüs begleitete. Während der Hauptvorstellungen sorgten sie für einen wundersamen, beinahe unmerklichen Service, indem sie sicherstellten, dass alle Gäste bekamen, was sie wollten, ohne von der Show abgelenkt zu werden, oder die allgemeine Freude des Abends zu schmälern. Viele Angehörige des Personals betonten, dass sie sich keinen besseren Arbeitsplatz wünschen könnten, und sie versuchten erst gar nicht, ihre Begeisterung für den neuen Schauplatz zu verbergen.

Am Ende des Abends waren alle zufrieden und glücklich, die Mägen angefüllt mit lukullischen Delikatessen, gutem Wein und fantastischen Schokoladendesserts, während vom großen Finale noch Konfetti und bunte Federn in den Räumen umherflogen. Keiner hatte es eilig nach Hause zu kommen, sondern zog eine letzte Tasse Kaffee oder Tee oder das schießen einiger Schnappschüsse von ihren Freunden in der reich verzierten Lobby dem Aufbruch nach Hause vor. Das Teatro ZinZanni spricht von sich selbst gerne als dem Ort, „wo Seattle feiert“. Tatsächlich gibt es keinen besseren, um einen Jahrestag, Geburtstag oder irgendeinen anderen besonderen Anlass in einem prachtvolleren Ambiente zu begehen.

Wie Markus Kunz, der deutschsprachige Geschäftsführer, so treffend bemerkte: „Hier ist alles möglich!“

http://dreams.zinzanni.org/

Pacific Northwest Ballet - Contemporary Classics
1 November, McCaw Hall

Jonathan Poretta.
Jonathan Poretta
© Angela Sterling Photography
Das Contemporary Classics Programm des Pacific Northwest Ballet (PNB) mit seiner Auswahl zeitgenössischer Klassiker ist ein Vorzeigeobjekt, das nach und nach immer größere Erfolge feiert und sein Publikum Schritt für Schritt begeistert.

Als erstes steht Balanchines „Agon“ auf dem Programm, von ihm vor nunmehr 50 Jahren zu der bahnbrechenden Musik Stravinskys choreographiert und immer noch seiner Zeit weit voraus. Kleine Gruppen von Tänzern in strengen schwarzweißen Trikotanzügen und Strumpfhosen kommen zusammen, trennen und vereinigen sich wieder in fehlerloser Präzision, machen die komplexen Rhythmen der Musik anschaulich, fließend, natürlich.

Mara Vinson.
Mara Vinson
© Angela Sterling Photography
Als nächstes folgen die kurzen Stücke „Kiss“ von Susan Marshall und „Caught“ von David Parsons. Beide bedienen sich technischer Hilfsmittel – mit eindrucksvoller Wirkung. In „Kiss“, inszeniert zu der minimalistischen Musik von Arvo Pärt, sind zwei Tänzer (Mara Vinson und James Moore), in Jeans und weiße T-Shirts gekleidet, jeweils an ein von der Decke hängendes Seil angeschirrt und benutzen dies, um erdgebundene Tanzschritte mit schwebenden Läufen zu kombinieren, einzeln und gemeinsam, während sie sich auf der Bühne nachjagen, eingebunden in die wunderschönen Metaphern eines einzelnen Kusses und des Kommens und Gehens der Gezeiten einer romantischen Liebesbeziehung.

„Caught“ ist ein Einzelstück inszeniert zu einem von Gitarist Robert Fripps frühen „Frippertronics“. Es zeigt eine Reihe von Lichtabtastimpulsen, die den Tänzer in der Luft schwebend darstellen, als würden seine Füße niemals den Boden berühren. So Intensiv wie athletisch erfordert die Ausführung hochpräzises Timing, eine Glanzleistung von Vortänzer Jonathan Poretta.

In The Upper Room.
In The Upper Room
© Angela Sterling Photography
Das letzte Stück auf dem Programm ist die PNB-Erstaufführung von Twyla Tharps „In The Upper Room“. Inszeniert zu der kraftvollen Musik von Philip Glass erreicht dieser faszinierende Tanz immer neue Intensitätslevel, die Kostüme der Tänzer, zunächst fast ausschließlich in Schwarzweiß gehalten, erstrahlen schließlich in einem flammenden Rot. An dieser Stelle wird der Tanz zu Musik, die sich selbst ausdrückt, in komplexen Mustern, die ihre Freude und Kraft perfekt einfangen. Wir hoffen, dass „In The Upper Room“ noch für viele Saisons ein fester Bestandteil des PNB-Repertoires sein wird.

Pacific Northwest Ballet - Der Nussknacker
23 November 2007, McCaw Hall

EamesPoretta.
Chalnessa Eames, Jonathan Porretta
und Lesley Rausch
© Angela Sterling Photography

Die „Nussknacker“-Inszenierung des Pacific Northwest Ballet (PNB), eine Gemeinschaftsproduktion von Choreograph Kent Stowell sowie Kinderbuchautor und –illustrator Maurice Sendak, ist eine originalgetreue, aber beschwingte Version des beliebten Klassikers. Sendak, dessen berühmtestes Werk wohl das Kinderbuch „Where the Wild Things Are (Wo die wilden Kerle wohnen)“ von 1963 ist, hat Bühnenbilder und Kostüme geschaffen, die den Geschehnissen eine herrliche Kulisse bieten – ganz so, als wäre das Spielzeug eines Schuljungen aus dem 19. Jahrhundert zum Leben erweckt worden. Bunte Zinnsoldaten, riesige Fellmäuse, der mutige Nussknacker und die schöne Tanzpuppe (Chalnessa Eames), die in der ersten Szene allen die Show stahl, sorgten für eine Eleganz und Sinnlichkeit, die so manchen männlichen Zuschauer tief Luft holen ließ.

Tschaikowskys bekannte Partitur unterstrich viele der herausragenden Darbietungen. Der wundervolle Tanz der Schneeflocken am Ende des dritten Auftritts ist ein Glanzpunkt; das Publikum war darüber hinaus ganz besonders von den wirbelnden Derwischen sowie dem androgynen Pfau aus dem zweiten Auftritt hingerissen. Alle Hauptdarsteller boten eine starke Leistung, allen voran Elisabeth Malanga als kindliche Clara und Louise Nadeau, der frühere Star des Baseler Ballettensembles, als erwachsene Clara. Uko Gorters Herr Drosselmeier war dynamisch und finster, und sein Auftreten spornte die Kinder auf der Bühne zu Höchstleistungen an.

„Der Nussknacker“ des PNB war vom Anfang bis zum Ende ein Fest der Farben und des Prunks, ein wirksames Gegenmittel für die dunkle Jahreszeit also wäre der Aufführung nicht ein wundervoller Herbsttag in Seattle vorangegangen. Sowohl auf als auch vor der Bühne waren viele Kinder anwesend, deren Begeisterung umso mehr zu der festlichen Atmosphäre beitrug. Aber auch die Erwachsenen waren sichtlich verzaubert von dem wachsenden Weihnachtsbaum, und der eine oder andere schnappte beim Anblick der Riesenmaus nach Luft. Und auch als mit Blick auf die in ihrem Bett schlafende Clara der letzte Vorhang fiel, verweilten die Wärme und die Farben des Gesehenen bei den Zuschauern.

Eine bravouröse Vorstellung des PNB und ein fröhlicher Feiertagsklassiker für die Bewohner Seattles und Besucher, die sich anlässlich des „Nussknackers“ glücklich schätzen konnten, in der Stadt zu sein.

Über uns/About Us | Kontakt/Contact Us | Werben/To Advertise | Homepage