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Seattle Touristenattraktionen

Seattle Art Museum (SAM)


Some/One, Do-Ho Suh
Photo: Paul Macapia
Das Seattle Art Museum gehört seit vielen Jahren zum Inventar der Stadt, zuerst an seinem ursprünglichem Standort im Volunteer Park und seit 1991 im Herzen von Downtown. Der neue Standort wurde 2006 erweitert und bietet nun genügend Raum für alle Dauer- und zeitweiligen Sammlungen, sowie einen vergrößerten Museumsshop und ein Restaurant im Keller.

Freier Zutritt ist in Teilen des Museums möglich, einschließlich der „Kunstleiter“-Treppe, die antike chinesische Tierstatuen ausstellt und dem Foyerareal. Daneben gibt es eine Reihe von Eintrittsgeldstufen und Eintritt ist generell frei für alle Besucher am ersten Donnerstag jedes Monats. Der Eintritt gilt für den ganzen Tag, so dass es möglich ist, das Museum morgens zu besuchen, Mittagessen zu gehen oder eine andere Attraktion anzuschauen und dann am Nachmittag zurückzukehren.


Gathering Storm, Lin Onus
Photo: Beth Mann
Das Seattle Art Museum beherbergt viele Dauerausstellungen einschließlich amerikanischer Kunst der Ureinwohner, australischer Aboriginalkunst, amerikanischer Kunst, antiker Kunst aus allen Teilen Asiens, Europas und dem Mittleren Osten, moderner und zeitgenössischer Kunst sowie Textilien. Highlights der zeitgenössischen Galerie sind unter anderem „Some/One“ von Do-Ho Suh, eine stilisierte koreanische Robe mit ausweitendem Rock, die aus über 40.000 militärischen Hundemarken gefertigt wurde. Außerdem findet man eine Reihe leichterer Stücke wie eine Porzellantoilette.

Es gibt eine große Sammlung sowohl antiker als auch moderner amerikanischer Kunst der Ureinwohner und australischer Aboriginalkunst. Ein Highlight ist ein gewaltiger Aboriginalwandteppich, der von einem Dauervideo über seine Erschaffung durch eine Gruppe Ältester begleitet wird, die mit übereinandergeschlagenen Beinen in einem Kreis sitzen, während sie miteinander plaudern und winzige, präzise Farbpunkte auf das Schleifendesign auftragen. Andere erwähnenswerte Aboriginalstücke sind „Alte Frau träumend“, eine verflochtene Zeichnung in gedeckten Farben und „Zusammenbrauender Sturm“ von Lin Onus, ein Fisch, der durch reflektierende Bäume und Wolken schwimmt.


Meissen Uhr
Johann Friedrich Stalpp, ca. 1748
Der Porzellanraum ist eine besondere Überraschung, beinhaltet er tausende Stücke feinster Töpferwaren, die nach Farbe, Design und Stil angeordnet sind. Die Stücke sind in hohen, beleuchteten Vitrinen ausgestellt. Dies gewährt jedem einzelnen die Möglichkeit, studiert und bewundert zu werden. In dieser Kollektion lassen sich eine Reihe ausgezeichneter deutscher Stücke finden.

Zur Zeit unseres Besuches gab es eine besondere Ausstellung römischer Kunst aus dem Louvre. Ungefähr 180 Stücke, die sich über mehrere Gallerien erstrecken und beinahe 300 Jahre imperialer römischer Geschichte abbilden, werden gezeigt. Es gibt nicht nur viele hervorragende Statuen und Flachreliefs, sondern auch Mosaiken, Ornamente und andere Gegenstände, die von geschichtlichen Texten und Karten begleitet werden. Die Macht der Römer besteht selbst Jahrtausende nach ihrer Zeit und zwar nicht bloß die der Kaiser und Adeligen, sondern die robusten individuellen Gesichter einer Gruppe Soldaten auf einem Flachrelief sprechen durch die Zeit oder die lebhafte Darstellung von Hunden und Ochsen. Die Ausstellung läuft bis zum 11. Mai und ist sehr zu empfehlen.

http://www.seattleartmuseum.org/

Pacific Science Center

Das pazifische Wissenschaftszentrum gehört zu Seattles Inventar und ist Teil seiner Innenstadt seit der Weltausstellung 1962, in der auch die Space Needle erbaut wurde. Es beherbergt zwei IMAX Kinos und eines der groessten Laser Dome Theater der Welt und daneben hunderte von wissenschaftlichen Ausstellungen und interaktiven Bildschirmen.

Ein Highlight stellt das Schmetterlingshaus dar, in welchem man um einen tropischen Miniaturwald herum gehen kann und dabei den farbenpraechtigen Schmetterlingen beim Naschen an Fruechten und Blumen, beim Sonnenbaden oder wie sie über den Köpfen fliegen, zuschauen kann. Ein Luftschleusensystem am Eingang und Ausgang verhindert, dass die Schmetterlinge ungewollt hinaus fliegen koennen.

Der Dinosauriersaal bietet beides: echte Fossilien und auch lebensgrosse, robotergesteuerte Dinosaurier, inklusive Tyrannosaurus Rex und Triceratops, welche sich bewegen und sogar richtig bruellen koennen! Fuer Abwechslung sorgt der Insektenraum mit seinen vielen Live-Bildschirmen und interaktiven Ausstellungen. Andere permanente wissenschaftliche Ausstellungen nutzen technische Schaukästen, einen wissenschaftlichen Spielplatz und 3D-Abenteuer. Kinder werden ganz besonders den Raum „Kinderwerke“ moegen, in dem sie sich selbst im Fernsehen sehen koennen und auch bei den Experimenten selbst Hand anlegen duerfen.

Im Eintrittspreis inbegriffen ist ebenfalls das Smith Planetarium, in dem Sie alles ueber Sternenkunde und den oertlichen Himmel erfahren koennen. In der taeglichen Hauptpraesentation erfahren Sie alles ueber die Sterne und deren Konstellation in der kommenden Nacht, womit die Besucher regelrecht zum Tagtraeumen vorbereitet werden.

Mit dem Kauf der Eintrittskarte besteht die Moeglichkeit fuer einen geringen Aufpreis einen aktuellen IMAX High –Definitionfilm zu erwerben, wie zum Beispiel: Bugs 3D (sehr beliebt bei Kindern).

Der Laser Dome ist von Donnerstagabend – Sonntagabend geoeffnet und Lieder von beruehmten Musikern wie Queen, Pink Floyd, The Beatles oder Radiohead werden von fantastischen Lasereffekten begleitet.

Space Needle

Space Needle.
© Laura Swimmer
Die Space Needle wurde schon oft als das Sinnbild von Seattle bezeichnet. Viele Leser werden ihre Skizze aus dem Vorspann der Fernsehserie „Frasier“ wieder erkennen, und auch in anderen TV-Produktionen wie beispielsweise „Ausgerechnet Alaska“ und „Twin Peaks“ sowie Kinofilmen wie zum Beispiel Elvis Presleys „Ob blond, ob braun“, Pakulas „Zeuge einer Verschwörung“ und „Power – Der Weg zur Macht“ mit Richard Gere wurde sie benutzt. Als die Space Needle 1962 erbaut wurde, war sie das höchste Gebäude westlich des Mississippis. Ursprünglich für die Weltausstellung von 1962 erbaut, zieht die Space Needle jährlich mehr als eine Million Besucher an und ist somit die größte Touristenattraktion im Nordwestens der USA.

Die Verbindung nach Deutschland

1959 nahm sich Eddie Carlson, seinerzeit Vorsitzender der Western International Hotels, einige Zeit frei, um zusammen mit der befreundeten Familie Moffett Urlaub in Stuttgart zu machen. Margot Colden, eine deutsche Freundin der Amerikaner, sagte, sie müssten unbedingt im Fernsehturm zu Abend essen. Der rund 216 Meter hohe Turm war das Wahrzeichen des neuen Stuttgarts: ein kaminförmiger Fernsehturm aus Beton, mit einem Restaurant im Turmkorb auf der Spitze, der einem Wasserglas nicht unähnlich ist.

Nachdem die Carlsons, Moffetts und Coldens am Tisch Platz genommen hatten, hatte Eddie eine Art Offenbarung. Er hatte eben den Aufzug zur Turmspitze verlassen und für das Privileg der Nutzung desselben Geld bezahlt. Darüber hinaus war das Restaurant voll von Menschen, die dasselbe getan hatten. Aufgrund einer Kombination aus Jetlag und einer langsam Formen annehmenden Idee unfähig in der darauf folgenden Nacht Schlaf zu finden, dachte Eddie über andere weltberühmte Türme wie zum Beispiel das Empire State Building, den Eiffelturm und die Freiheitsstatue nach. Am nächsten Morgen frühstückte er allein im Graf Zeppelin Café. Er kritzelte seine Kreation auf ein Platzdeckchen, übertrug die Skizze später auf eine Postkarte vom Stuttgarter Fernsehturm und schickte diese dann an Ewen C Dingwall, den Geschäftsführer der Weltausstellung.

Drei Wochen später zurück zu Hause in Seattle, war Carsons Vorstellung von dem Bau eines Äquivalents zum Stuttgarter Fernsehturm für die Weltausstellung inzwischen zur Obsession geworden. Dingwall hat die Postkarte aus Deutschland ironischerweise nie erhalten.

Die Space Needle heute – SKYQ

Eine Sache, die man der Space Needle bestimmt nicht vorwerfen kann, ist, sie würde ihren Berühmtheitsstatus als Seattles Top-Touristenattraktion als selbstverständlich hinnehmen. Im Jahr 2000 überwiesen die Eigentümer der Needle über 20 Millionen Dollar, um das Wahrzeichen der Stadt den heutigen Zeiten anzupassen. Es wurde von oben bis unten generalüberholt und bekam einen neuen Pavillon am Haupteingang sowie einen Souvenirladen, einen noch besseren Ausblick von der Aussichtsplattform aus und eine Runderneuerung des Restaurants. Die größte Herausforderung war allerdings, die Space Needle auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.

Das Ergebnis ist SkyQ. Modernste Technik wurde verwendet, um das Erleben der Aussichtsplattform modernsten Standards anzupassen. Besucher erhalten seither eine Fülle an Informationen sowie einen fundamentalen physikalischen Überblick über unsere Stadt, die ihnen so auf eine bisher nicht gekannte Art und Weise näher gebracht wird.

Fünf Kioske auf einer komplett neuen Ebene 158 Meter hoch über der Stadt bieten eine einzigartige Möglichkeit, Seattle interaktiv zu erkunden und dem Besucher – das Versprechen der „Weltausstellung des 21. Jahrhunderts“ aus dem Jahre 1962, die die Space Needle hervorgebracht hat, einhaltend – auch bei nicht optimalen Wetter- und Sichtverhältnissen ein optimales Erlebnis zu verschaffen. Ein anhand von Drehscheiben manipulierbarer 24-Stunden-Panoramablick liefert über den Tag verteilte Momentaufnahmen der Stadt. Dazu erscheinen Bürger von Seattle auf einer Leinwand und erzählen über ihre Stadt und was sie ihnen bedeutet. Interaktive Touchscreens ermöglichen den Besuchern quasi mit dem Finger auf das zu zeigen, was sie sehen möchten. Alle Fernrohre und Teleskope auf dem Außendeck stehen zur kostenlosen Benutzung bereit und verfügen über Zoommechanismen, die jeden Stadtteil Seattles gestochen scharf anfokussieren können. Innen sorgen zwei Webcams für ein noch größeres Zoomerlebnis.

„Wir haben an diesem Projekt über zehn Jahre gearbeitet. Mit der wachsenden Reputation Seattles in den Vereinigten Staaten und darüber hinaus, wurde der Abschluss dieses Projekts zu einer großen Herausforderung“, sagte Dean Nelson, Vorsitzender und Hauptgeschäftsführer der Space Needle AG. „Ich bin stolz sagen zu können, dass wir sie mit dieser neuen Sicht auf unsere Gemeinde meiner Meinung nach auch gemeistert haben. Das Auge des SkyQ reicht bis in jede Ecke unserer Stadt.“

Die Space Needle – Ein Ort zum Verweilen

Space Needle.
© Paul Gjording
Die kürzliche Verschönerung der Space Needle umfasst ebenfalls die Einrichtung einer neuen Espresso- und Weinbar auf der Aussichtsplattform mit erhöhten Tischen im Kaffeehausstil, an denen man sein Getränk mit Blick auf die Skyline genießen kann. Weiter unten befindet sich die so genannte Skyline Level mit zwei separaten Bankettsälen, die man für private und geschäftliche Anlässe mieten kann – von Hochzeiten bis zum Tagungsabschluss. Im neuen Pavillon im Erdgeschoss findet man eine große Auswahl an Informationsmaterial und Souvenirs rund um die Space Needle. Darüber hinaus bietet er lokalen Schmuck- und Glasdesignern eine Ausstellungsmöglichkeit für ihre Kunstwerke.

Auf der Aussichtsplattform werden kostenlose Führungen angeboten, und das Personal ist eifrig bemüht, die Fragen der Besucher zu beantworten und ihnen bei der Erkundung der Stadt behilflich zu sein. Habt ihr von dort oben irgendetwas gesehen, das ihr gerne aus nächster Nähe betrachten wollt? Fragt einfach einen Angestellten und er oder sie wird euch gerne detaillierte Auskünfte darüber geben und eine Wegbeschreibung, wie ihr am besten und schnellsten dort hinkommt. Die Space Needle befindet sich im Herzen von Seattle Center, nicht weit vom EMP, aber von der Aussichtsplattform aus kann man auch viele andere der näher und weiter weg gelegenen Sehenswürdigkeiten ausmachen.

Die Space Needle ist ebenfalls ein lokales Kulturzentrum, das sich gerne für besondere Anlässe herausputzt und außerdem das größte Silvesterfeuerwerk der Stadt ausrichtet. Der Blick auf die Stadt ist einfach atemberaubend. Deshalb sollte man sich für das ultimative Jahresabschlussvergnügen unbedingt eine Karte für eine Silvesterfeier der besonderen Art im Innern der Space Needle besorgen.

Wenn es etwas gibt, das bei keinem Aufenthalt in Seattle fehlen darf, dann ist es ein Besuch der Space Needle!

Klondike Gold Rush National Historical Park

Der Klondike Gold Rush National Historical Park am Pioneer Square ist zwar kein Park im klassischen Sinn, aber dafür ein faszinierendes und gut geführtes Museum, das vom National Park Service in einem der wiederaufgebauten Gebäude am Pioneer Square unterhalten wird.

Klondike Gold Rush National Historical Park.
1896 wurde entlang des Klondike River im Yukon-Territorium in Kanada Gold gefunden. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer, und schon bald darauf kamen Männer und Frauen aus ganz Nordamerika hierher, meist nach einer beschwerlichen Reise, die oftmals mehrere Monate in Anspruch nahm. Die kanadischen Mounties (berittene kanadische Polizisten) schickten jeden zurück, der sich nicht selbst für die Dauer eines Jahres unterhalten konnte. Ein entsprechender Nachweis (Gegenwert ungefähr eine Tonne Naturalien) war demnach für jeden erforderlich, und Kaufleute aus ganz Seattle wurden mit dem Verkauf entsprechender Genehmigungen an potentielle Goldgräber reich. Seattle galt als Eingangstor zum Yukon, durch das viele der Bergwerksarbeiter einreisten. Unglücklicherweise waren zu diesem Zeitpunkt bereits fast alle Grundstücke vergeben, und die meisten von ihnen waren somit gezwungen, für andere zu arbeiten bzw. mit einem tollen Abenteuer und einer Geschichte für ihre Kinder und Kindeskinder im Gepäck zur Zivilisation zurückzukehren.

Der Klondike Gold Rush National Historical Park erzählt diese Geschichten anhand original erhaltener Karten und Dokumente sowie anderer ursprünglicher Artefakte, einschließlich der Güter, die die Goldgräber um des Goldes Willen, das sie mit viel Glück dort vielleicht gefunden hätten, nach Norden schleppten. Interaktive Schautafeln bieten den Besuchern des Parks die Möglichkeit, die Geschichten der fünf „auserwählten“ Goldgräber, unter ihnen Henry Daum aus Deutschland, nachzuverfolgen. Freiwillige Führer stehen bereit, um auf sachbezogene Fragen aller Art zu antworten. Darüber hinaus sind sogar Informationsbroschüren in deutscher Sprache auf Anfrage erhältlich.

In den Sommermonaten (von Mitte Juni bis Anfang September) findet jeden Nachmittag um 14.00 Uhr eine kostenlose Führung über den Pioneer Square statt sowie ein Schau-Goldwaschen jeweils um 10.00 Uhr und um 15.00 Uhr. Im Sommer wird auch regelmäßig ein Film über den Goldrausch gezeigt, der in den Wintermonaten ebenfalls auf Nachfrage erhältlich ist. Der Eintritt zum Klondike Gold Rush National Historical Park ist frei, Spenden werden jedoch dankend entgegen genommen.

Museum Seite (Deutsch)

Seattle Metropolitan Police Museum

Das Seattle Metropolitan Police Museum befindet sich am Pioneer Square, am südlichen Ende von Downtown Seattle. Der Besucher erhält hier einen umfassenden historischen Überblick über die Geschichte der Polizeiarbeit in Seattle sowie Zutritt zu verschiedenen Sonderausstellungen.

Die Geschichte Seattles als ehemalige Grenzland-Stadt im Wilden Westen, mit selbsternannten Ordnungshütern, die das Gesetz eigenmächtig in die Hände nahmen und Marshals, die für Recht und Ordnung zu sorgen suchten, wird hier greifbar gemacht. Der erste Polizeiapparat wurde im späten 19. Jahrhundert gegründet, das Oberhaupt der Marshals übernahm hierbei die Funktion des Polizeichefs. Von da an entwickelte sich alles sehr schnell. Schon 1891 wurden überall in der Stadt polizeiliche Telegraphenstationen eingerichtet, die es Streifenpolizisten ermöglichten, sich unverzüglich mit ihrem Hauptquartier in Verbindung zu setzen. Die ersten Polizeiautos, Maschinengewehre aus der Zeit der Prohibition, ein frühes Alkoholtestgerät und viele andere historische Polizeiwerkzeuge sind neben Schusswaffen, Abzeichen, Uniformen und Fahrzeug-Computern Teil der Ausstellung.

Es gibt auch eine Kinderabteilung, in der kleine Besucher sich mit Uniformen und Helmen verkleiden, ein blinkendes Martinshorn an- und ausschalten sowie sich in eine echte Gefängniszelle aus den 1930er Jahren ein- und aussperren können. Auch die Ausgabe von amtlichen Befehlen kann über das interaktive Polizeikommunikationszentrum geübt werden.

Die Eintrittsgebühr beläuft sich auf nur 3,- US-Dollar für Erwachsene bzw. 1,50 US-Dollar für Kinder. Die Führung durch einen Mitarbeiter des Museums, der fachkundig alle Fragen beantwortet, ist im Preis inbegriffen. Ein Besuch des Seattle Metropolitan Police Museum ist, was das Preis-Leistungs-Verhältnis betrifft, nicht zu übertreffen.

http://members.aol.com/smpmuseum/

Lenin kommt nach Amerika

Was hat Wladimir Iljitsch Lenin mit Seattle zu tun? Nun, nicht sehr viel, also was um alles in der Welt hat seine Statue in Fremont verloren?

Die fünf Meter große Bronzestatue der treibenden Kraft hinter der russischen Revolution stand einst, 1988, in Poprad in der Slowakei. Jetzt steht sie direkt neben dem Restaurant „Taco Del Mar“ auf der 35. Straße, Ecke Evanston Abenue.

1989 wurde sie zusammen mit vielen anderen politischen Statuen aus Poprad entfernt und lag jahrelang mit dem Gesicht nach unten auf einer Müllkippe, bis 1993 ein amerikanischer Unternehmer namens Lewis Carpenter, ein Bewunderer des Kunstwerks, sein Haus mit Hypotheken belastete, um sie kaufen und nach Seattle transportieren zu können.

Carpenter kam 1994 bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Im folgenden Jahr traf seine Familie Abmachungen, die Statue dem Distrikt Fremont als Leihgabe zur Verfügung zu stellen in der Hoffnung, es würde sich ein Käufer finden, der sich ihr statt ihrer annimmt. Fremont stellte die Statue im Stadtzentrum neben einer Rakete aus dem Kalten Krieg auf, die dort ebenfalls als öffentliches Kunstwerk ausgestellt ist.

Andererseits… es geht hier um Kunst. Und Fremont ist ein Hafen für Künstler, aus dem die Politik verbannt wird, wenn es sich um gute Kunst handelt. Also gibt es vielleicht keinen besseren Platz für so etwas wie eine Leninstatue oder eine Rakete aus dem Zeitalter des Kalten Krieges, die niemals abgefeuert werden wird. Es sei denn natürlich, es steht einem der Sinn danach sie zu kaufen.

Olympic Sculpture Park

Macapia.
Macapia
© Seattle Art Museum

Der im Herbst 2006 eröffnete Olympic Sculpture Park ist eine revolutionär neue Form der alltäglichen Arbeit des Seattle Art Museums. Die Skulpturen befinden sich in einer Parklandschaft von 30.000m² und haben Belltown, den Stadtteil am Wasser, transformiert. Mit atemberaubenden Aussichten auf die Olympische Gebirgskette und den Puget Sound beglückt, ist die ehemalige Industriezone heutzutage eine der lebhaftesten und noch dazu kostenlosen Touristenattraktionen Seattles.

Die Schienen der Burlington Northern Santa Fe Eisenbahnlinie und die Elliot Avenue teilen die Landschaft in drei Bereiche. Dieses Ensemble dient in besonderem Maße dem Park mit seinen künstlerischen Leihgaben und wechselnden Ausstellungen. Ein Fußweg in Zickzackform verbindet die drei Landschaftsteile und hilft damit, einige unterschiedliche Geländetypen zu formen, wobei der Akzent auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit gelegt ist.

Neben vielen großen und kleinen Skulpturen liegen im Park der Paccar Pavillon mit einem Café und Räumlichkeiten für Kunstausstellungen und kulturelle Veranstaltungen sowie das Gates Amphitheater, eine Freilichtanlage für publikumswirksame Darbietungen/ Aufführungen.

Die beachtenswerten Skulpturen umfassen unter anderen „Vater und Sohn“ von Louise Bourgeois, ein Vater und sein Sohn in Konfrontation in einem Springbrunnen; riesige verstreute Kristalle,die „Wandernden Felsen“ von Tony Smith; die „Perre´s Ventaglio III“, reflektierende ineinander verschränkte Würfel von Beverly Pepper, in denen sich die umgebende Landschaft spiegelt und schließlich Alexander Calders „Adler“, eine riesige abstrakte Kurvenform aus orange bemaltem Stahl.

Die Skulpturen da sind: Riviera, Anthony Caro; Neukom Vivarium, Mark Dion; Bunyon’s Chess, Mark di Suvero; Schubgert Sonata. Mark di Suvero; Seattle Cloud Cover, Teresita Fernández; Curve XXIV, Ellsworth Kelly; Love & Loss, Roy McMakin; Bench, Roy McMakin; Sky Landscape, Louise Nevelson; Typewriter Eraser, Claes Oldenburg and Coosje van Bruggen; Split, Roxy Paine; Persephone Unbound, Beverly Pepper; Capula XVl and Capula XVII; Photoversammlung (Heavy Metal, Trainwatchers, BNSF, Boat, Passing Squall, Trolley, Cape, Salmon, North Camp, Barbeque, Barry the Trainman/Walkman, Ricky, Joey, Travelers, Ramona, Feeding the Feral Cats), Glenn Rudolph; Wake, Richard Serra; Stinger, Tony Smith.

Olympic Sculpture Park Website (englisch)

Fremont Troll

Fremont Troll.
Fremont Troll
In der skandinavischen Mythologie sind Trolle üblicherweise grosse, hässliche und bösartige Geschöpfe, die Menschen eher als schmackhafte Zwischenmahlzeit ansehen als irgendetwas anderes. Manchmal jedoch, zugegebenermassen sehr selten, werden sie als freundliche und weniger monströse Kreaturen dargestsellt.

Unter dem Nordende der Aurora Avenue Bridge treibt ein solches Geschöpf sein (Un)wesen, das von den Einheimischen als einer der liebenswertesten Trolle auf diesem Planeten angesehen wird - auch wenn er sicherlich keinen Schönheitswettbewerb gewinnen würde, aber es sind ja bekanntermassen die inneren Werte, die zählen - der allerdings VW Käfer Vertretern der menschliche Rasse vorzuziehen scheint.

Wie kommt nun ein solches Geschöpf aus der, wie bereits erwähnt, skandinavischen Mythologie unter die Brücke einer Stadt, die nach einem indianischen Häuptling benannt ist?

Nun, alles begann 1989, als das hiesige Fremont Arts Council von der Stadtverwaltung angesprochen wurde, ob es nicht Lust hätte, sich unter dem freien Platz unter der Aurora Bridge kreativ zu verausgaben, nachdem dieser zu einer lokalen Müllhalde zu verkommen drohte. Gesagt, getan. Schon bald gab es eine nationale Ausschreibung, bei deren Auswertung die Idee des Bildhauers Steven Badanes, nämlich einen überlebensgrossen Troll unter die Brücke zu setzen, alle anderen um Längen schlug. Sieben Wochen und zwei Tonnen Eisenzement später hatte die flippige Nachbarschaft von Fremont einen Bewohner mehr.

Jedes Jahr am 31. Oktober spielt der Neuzugang von 1989 den Gastgeber seiner ganz eigenen Halloweenparty: "Trollaween". Fremont, als Künstlerviertel bekannt, macht seinem Ruf an diesem Abend alle Ehre. Die Fete beginnt am Wohnsitz des Trolls und geht von da aus vorbei an visueller Darstellungskunst bis ins Herz von Fremont. Dieses Event zieht alljährlich tausende von Besuchern aus aller Welt an und gewinnt jedes Jahr an Popularität.

Sagen wir also, eure Neugier wurde geweckt und, ihr habt euch auf nach Fremont gemacht, um den Übeltäter zu suchen. Nur: Wo zur Hölle steckt er ? Keine Panik, wenn ihr euch verlaufen habt, könnt ihr jeden, der auch auf der Strasse begegnet fragen, wo denn nun der berühmte Troll zu finden ist: sie werden euch freudestrahlend die Richtung weisen.

Wenn ihr ihn gefunden habt, dann könnt ihr euch ruhig nahe an ihn herantrauen, er beisst nicht. Er hats sogar ganz gerne, wenn man auf ihm herumklettert - haben wir zumindest gehört. Doch Vorsicht, niemand kann seine Herkunft so ganz verleugnen; wenn ihr also angeknabbert werdet, sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt.

Pike Place Market

Pike Place Market.
Pike Place Market © LEVYsheckler LLC
Der Pike Place Market ist eine Ikone Seattles - dieses Jahr feierte er seinen 100. Geburtstag - und kein Urlaubsaufenthalt in Seattle wäre komplett ohne einen Besuch dort.

Auf der oberen Ebene befinden sich die Meeresfrüchte- und Lebensmittelstände, die den Markt berühmt gemacht haben. Wer stehen bleibt und ein Weilchen zuschaut, hat gute Chancen, einen riesigen Lachs durch die Luft fliegen zu sehen. Die Lebensmittel stammen von hiesigen Bauern und sind meist aus biologischem Anbau. Außerdem gibt es hier Blumen, frische Backwaren, Käse und andere Delikatessen – und natürlich Ulis berühmte Wurstwaren!

Zusätzlich zu den essbaren Angeboten gibt es außerdem zahlreiche Kunsthandwerksstände, die Handgefertigtes aller Art anbieten, z. B. T-Shirts und Kleidungsstücke, Kerzen, Keramiken, Holzarbeiten, Glas und Schmuck sowie viele verschiedene Kunstgegenstände. Hier findet man wirklich für jeden etwas, der auf der Mitbringselliste für Zuhause steht.

Market Grill.
Pike Place Market © Aaron Morris
Auf dem unteren Level befinden sich viele kleine Läden und Restaurants; einige von ihnen gibt es hier bereits seit Jahrzehnten, und sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Markts. Antiquitäten und Sammlerstücke sind ein Spezialgebiet. Weitere Geschäfte reihen sich draußen entlang der Straße aneinander wie beispielsweise die "Bayerischen Fleischdelikatessen", wo man auch deutsche Schmankerln wie Curryketchup und zarte Schokolade findet, die einen die Heimat zumindest geschmacklich nicht ganz vergessen lassen. Wer Hunger hat, der kann aus einer Vielzahl von Restaurants im und um den Markt herum auswählen, einige mit Blick auf die Elliott Bay, und es gibt außerdem etliche Kneipen und Cafés.

Straßenmusikanten und –künstler geben oftmals Kostproben ihres Könnens und manchmal finden auch besondere Veranstaltungen wie Kochvorführungen und Feiertagsausstellungen im Markt statt.

Die Öffnungszeiten des Pike Place Markets sind Montag bis Samstag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr und sonntags von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr.

Experience Music Project / Science Fiction Museum

Das Experience Music Project (EMP) und das Science Fiction Museum sind beide in dem berühmten, bunten Bauwerk des EMP am Seattle Center untergebracht, und eine Eintrittskarte gilt für beide. Ob Musikfan oder Science Fiction Fan oder beides zusammen: Man sollte viel Zeit mitbringen, um die zahlreichen faszinierenden Ausstellungen zu erkunden.

Experience Music Project
Fontäne aus Gitarren
Im Eingangsbereichs des Experience Music Projects (EMP) befindet sich die Sky Church, eine nach oben offene Bühne, deren Hintergrund die weltgrößte Videoleinwand bildet – zusammengesetzt aus tausenden, individuellen LCDs und mit einem gewaltigen Surround-Sound-System ausgestattet. Während der Öffnungszeiten laufen hier pausenlos Musikvideos und regelmäßig finden private Veranstaltungen aller Art statt.

Des Weiteren gibt es eine zweistöckige Fontäne aus Gitarren und anderen Instrumenten zu bewundern, die so genannte „Roots and Branches“-Skulptur. Geschaffen von Lokalkünstler Trimpin, der in der Nähe des deutschen Schwarzwalds aufwuchs, ist das Kunstwerk ein riesiges Musikinstrument, das tatsächlich selbsttätig spielen kann!

Zu den permanenten Ausstellungen gehören die Guitar Gallery, wo man die Evolution der modernen E-Gitarre von ihren aus heutiger Sicht primitiven Anfängen an verfolgen kann, die Northwest Passage, die die Geschichte der Musikszene des Nordwestens und der „Grunge-Bewegung“ erzählt, Sound und Vision, wo sich Besucher per Audio- und Videoaufzeichnungen über Leben und Karriere vieler Musiklegenden informieren können. Wechselnde Ausstellungen gibt es ebenfalls, zum Beispiel über die Geschichte des Hip-Hops oder die während unseres Besuchs im EMP aktuelle „American Sabor“-Ausstellung, die einen faszinierenden Überblick über den lateinamerikanischen Einfluss auf die amerikanische Popmusikkultur.

Ein Highlight des Besuchs beim EMP sind auf jeden Fall die oben gelegenen interaktiven Studios. Das Tonstudio bietet eine Reihe von schalldichten Räumen, in denen man sich an den bereitgestellten Instrumenten nach Herzenslust musikalisch austoben kann. Videoanleitungen erleichtern den Einstieg und einige der Musikinstrumente können– ohne Witz! – sogar selbst erklären, wie sie zu handhaben sind. Wer lieber seine eigene Jamsession inszeniert, ist ebenfalls herzlich dazu eingeladen. Einige der Räume eignen sich besonders für Solokünstler bzw. solche, die es werden wollen, andere mehr für aufstrebende Nachwuchsbands. Wer möchte, kann außerdem lernen, wie man ein Mischpult oder als DJ den Plattenteller bedient.

Nach dem Studiobesuch kann man im „On Stage Room“ schon mal einen Vorgeschmack auf die Freuden des Pop- oder Rockstar-Daseins bekommen: Vor einem riesigen Publikum (beinahe lebensecht) kann man „live“ so richtig abrocken und sich anschließend eine Videoaufnahme des Auftritts ansehen.

Science Fiction Museum.
Science Fiction Museum
Das Science Fiction Museum beschäftigt sich sowohl mit schriftlicher als auch verfilmter Science Fiction, von ihren frühesten Anfängen an bis zur Gegenwart. Ausstellungen beinhalten Raumschiffe, Weltraumanzüge, Waffen und Kostüme aus bekannten Science Fiction Filmen und Serien, eine Science Fiction Zeitleiste, einen Überblick über neue Science Fiction Technologien sowie eine Wand, die der Science Fiction „Hall of Fame“ (Ruhmeshalle) gewidmet ist.

Darüber hinaus gibt es Ausstellungen, die den Besuchern ermöglichen, Ideen und Vorstellungen, die hinter der Science Fiction Welt stehen, zu erkunden und zu erörtern wie beispielsweise die „Schöne neue Welt“-Ausstellung und die vielen experimentellen Gesellschaften und post-apokalyptischen Zukunftsversionen, die uns Science Fiction eröffnet hat, um unsere eigene Gesellschaft zu erforschen und zu erkennen, wohin uns aktuelle politische und kulturelle Trends führen könnten.

http://www.emplive.com.

Fremont Market

Seattles europäischer Open Air Markt

Jeden Sonntagmorgen ab 6 Uhr stehen, je nach Saison, bis zu 150 Straßenverkäufer Schlange, um ihren Stand auf dem Fremont Markt aufzubauen und ihre Waren an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Hier gibt es alles: Kunstwerke aus eigener Hand, Antiquitäten, Schmuck, restaurierte Möbel, Backwaren, Naturheilmittel, Blumen, Klamotten – wie gesagt, alles. Einige der Verkäufer bestreiten ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit den Einnahmen des Sonntagsgeschäfts, andere suchen einfach eine Abwechslung zum eintönigen Berufsalltag unter der Woche. Zusammen bilden sie eine bunte Marktgemeinschaft, die sich jeden Sonntag aufs Neue auf ihre Besucher freut.

Gegründet 1990 bringt dieser vielfältige, ganzjährige Flohmarkt ein ähnliches Flair wie der weltberühmte Camden Market in London mit sich. Kostbarkeiten rangieren neben Ramsch, und vielleicht verleiht gerade das dem Fremont Markt seinen lebendigen, farbigen und anregenden Charakter.

Nur ein paar Blocks vom Nordende der Fremont Bridge entfernt, wird die Durchfahrtsstraße jeden Sonntag für den Verkehr gesperrt. Riesige, grellbunte Fahnen, pflichtbewusst von Freiwilligen angebracht, markieren Anfang und Ende des Markts. Die Lage ist ideal, runherum befinden sich Geschäfte, Restaurants und Kneipen, die am Wochenende von Touristen und Einheimischen gleichermaßen besucht werden. Zwei von Fremonts berüchtigten Wahrzeichen sind von hier aus bequem zu Fuß zu erreichen: Die Lenin Statue und der Fremont Troll. Am Ende des Markts angekommen, sollte man unbedingt einen Blick auf das historische Backsteingebäude zur Rechten werfen, in dem sich Seattles einzige biologische Schokoladenfabrik („Theo“) befindet. Wer Schokolade auch nur im Geringsten zum Anbeißen findet, der sollte hier einkehren und an einer der interessanten Führungen teilnehmen – und sich natürlich an den kostenlosen Kostproben der vielen verschiedenen Schokoladensorten laben.

Der Fremont Markt ist über die Jahre hinweg zu einer solchen Erfolgsgeschichte geworden, dass auch die umliegenden Viertel mit eigenen Versionen nachgezogen haben: Ballard (sonntags), Madison (freitags), Wallingford (mittwochs) und, der jüngste Neuzugang, Queen Anne (donnerstags). Anders als der Fremont Markt konzentrieren sich diese vier jedoch mehr auf hiesig angebautes Obst und Gemüse, aber es gibt auch den einen oder anderen Straßenverkäufer mit eigenen Produkten, um das Bild aufzulockern.

Mehr Informationen zu Öffnungszeiten und Wegbeschreibung gibt’s auf der Homepage www.fremontmarket.com.

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