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 Antonello Palombi (Canio) © Bill Mohn
Leoncavallos „Pagliacci“ erzählt die bekannte Geschichte des eifersüchtigen Clowns Canio, der sowohl seine
Frau Nedda als auch ihren Liebhaber tötet. Die Oper spielt mit dem Unterschied zwischen Leben und Kunst,
zwischen der komischen Idee des Ehebruchs, die im Gegensatz zum realen, schmerzhaften Erlebnis steht. Die
neue Version der Seattle Oper verhilft dieser klassischen Kurzoper zu neuem Leben, indem sie die Geschichte
ins ländliche Italien der 1950er Jahre verlegt, samt Kostümen und einem Miniaturfiat. Neues Material wurde
wiederhergestellt beziehungsweise hinzugefügt, einschließlich einer akrobatischen Traumsequenz, in welcher
die Vergangenheit von Neddas und Canios Beziehung gezeigt wird. Unterlegt ist diese Sequenz mit Musik von
Leoncavallos anderen Werken.
Die Sänger spielen gefühlsbetont und leidenschaftlich, insbesondere Nuccia Focile als Nedda und der
aufsteigende Star Antonello Palombi als Canio. Gordon Hawkins zeigt Tonios Frustration und Verletzlichkeit
und Morgan Smith lässt Silvio verführerisch und unwiderstehlich erscheinen. Englischer Text wurde auf einem
Bildschirm über der Bühne angezeigt, wodurch die Performance für all diejenigen klar wurde, die mit der
Geschichte weniger vertraut waren. Allerdings wünschte man sich zeitweise eine etwas pötischere Übersetzung.
Die Vorstellung endete mit wohlverdientem, stehendem Beifall.
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Waters of Babylon Seattle Repertory Theatre, 6 Februar 2008
 Suzanne Bouchard und Armando Duran © Chris Bennion 2008
Als die einsame Texanische Witwe Catherine den Gärtner Arturo für ihren verwahrlosten Garten engagiert, wird aus dem erstem Bier nach der Arbeit schnell mehr. Bei Drinks und Flirt kommen die Beiden schnell ins Gespräch und auch tiefere Wahrheiten kommen nun zu Tage. Letztlich gestehen die Beiden sich auch die größten Geheimnisse ihrer Vergangenheit und verbünden sich, um die Schatten von Gestern zu überwinden.
Viele der Dialoge sind besonders originell und komisch, ganz besonders Catherine's merkwürdiges Verhalten gegenüber Männern - sehr zum Spass von Arturo, dem Gärtner. Äusserlich leicht, flirty und lustig, erlaubt Catherine (exellent verkörpert von Suzann Bouchard), gerade genug Blick hinter ihre Fassade, um den Zuschauer im Bann zu halten. Ihre nervöse Art des Sprechens und der trockene Humor schweben sanft über ihrer immensen Verletzbarkeit.
Armando Duran als Arturo ist sowohl schräg und auch leidenschaftlich in seinem Dasein als zum Tagelöhner reduzierten Intellektuellen; von Catherine aus einer Gruppe ausgewählt, weil es schien als ob er den Job am wenigsten haben wollte. Zu Beginn schüchtern gegenüber Catherine's freundlicher Neugier, übernimmt er schon bald das Ruder, um ihr zu helfen ihre Probleme zu bewältigen . Langsam werden nun die Mauern unterschiedlichen sozialen Rangs durch die Geheimnisse der Vergangenheit eingerissen.
Während es schon schwierig genug für nur zwei Schauspieler ist, uns bei Laune zu halten, verlangt das Skript auch physikalisch den Beiden einiges ab. Schliesslich beschert "Waters of Babylon" nicht zuletzt durch das sehr erfindungsreiche Set eine exzellente Stunde zur Nacht.
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'80s Invasion The Triple Door, 9 Januar 2008
80s Invasion ist eine neue, in Seattle ansässige Cover Band, die sich der New Wave Musik verschrieben hat. Von tosendem Beifall begleitet betrat sie die Bühne in der Triple Door und eröffnete mit „Take On Me“ von A-ha. In den nächsten 90 Minuten folgte dann ein Hit auf den anderen von Bands wie Duran Duran, Ultravox, Berlin, The Fixx, ABC, The Eurythmics, Depeche Mode, A Flock of Seagulls, Dead or Alive, Erasure und vielen anderen. Die kleine Tanzfläche vorne an der Bühne füllte sich schnell mit fröhlichen Tanzenden, von denen einige sogar im stilechten 80er Jahre Outfit gekommen waren. Viele sind mit dieser Musik groß geworden und haben auch die Originalbands auf der Bühne erlebt, aber es war ebenfalls eine ziemliche Anzahl von neueren 80er Fans anwesend, die es toll fanden, diese Songs zum ersten Mal live zu hören.
Die Band hat offensichtlich sehr hart an der Präsentation des Songmaterials gearbeitet, die Sänger Stefan Mitchell und Heather Fenech boten perfekt bis auf die Note abgestimmte Versionen ihrer musikalischen Helden von damals dar. Wenn man die Augen zumachte, war es teilweise schwer zu glauben, dass nicht Simon Le Bon oder Midge Ure höchstpersönlich auf der Bühne standen. Mitchells Lederhose kam ebenfalls gut an besonders beim weiblichen Publikum. Keyboarder Zach Barnhart, Gitarist Rusty Urie und Drummer Shane Peck gaben ebenfalls ihr Bestes, um den Sound und die Energie der Originale wieder aufleben zu lassen, und wenn die Reaktionen des Publikums irgendetwas darüber auszusagen haben, dann ist ihnen das auch großartig gelungen.
’80s Invasion nehmen ihr musikalisches Material im Gegensatz zu vielen anderen Cover Bands sehr ernst, wissen aber trotzdem immer noch Spaß daran und damit zu haben. Sehr empfehlenswert für alle, die Fans der 80er Jahre sind oder einfach nur einen Abend lang zu Musik abtanzen wollen, die mehr als nur eine Bassline und Backbeat zu bieten hat.
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 Kelly Conway as Chris, John Aylward as Mac and Nike Imoru as Water Photo © Chris Bennion 2008
Catherine Filloux, Tarrell McCrainey und John Sutton haben diese didaktische Reportage, die auf den tragischen
Ereignissen in New Orleans aufgrund der Hurrikan-Katrina-Katastrophe basiert, zusammen geschrieben. Regisseur David
Esbjornson macht von dem Element Wasser kreativen Gebrauch: In der Eröffnungsszene beginnt Wasser sturzbachartig auf
die Schauspieler herunterzuregnen, von denen drei gefährlich auf der Attrappe eines Gebäudedachs in New Orleans kauern.
Dies ist aber nur eine von drei separaten Geschichten, von denen dieses unverhohlen politische Stück handelt. Eine
andere erläutert die beunruhigende und ungewöhnliche Theorie über die tieferen Ursachen des Hurrikans, während die
Haltung des liberalen weißen Amerikas gegenüber der Misere von einer halben Million Louisianaern gleichfalls untersucht
wird. Familienbande, der Krieg im Irak und das Wesen von Verschwörungstheorien sind ebenfalls Themen, vor denen diese
zum Nachdenken anregende Standpauke nicht zurückscheut.
Besonders beeindruckend war Michael Brauns Darstellung des Lynch, einem Journalist aus Neu England, der seinen
zynischen Herausgeber dazu zu bewegen sucht, ein alarmierendes Gerücht zu veröffentlichen, das sich unter den Betroffenen
der Katastrophe ausbreitet. In seinen Gesprächen mit den Bürgern New Orleanns, Tante Sis (Michele Shay) und ihrer Familie,
versuchen Filloux, McCrainey und Sutton potenziell schwierige Themen für ein allgemein anteilnehmendes Publikum zu
ergründen. Der Zuschauer will ihren Schmerz dieser Menschen geradezu nachempfinden und Mitgefühl zeigen, nur, warum
eigentlich? Um der Betroffenen oder um seiner selbst willen?
Aber es gibt trotz allem exzellente schauspielerische Leistungen zu bewundern, und so sehr wir es auch als Bühnenwerk
preisen, dient „Die Bresche“ doch mehr dem wichtigeren Zweck, uns davon abzuhalten zu vergessen, wie Amerika seine eigene
Bevölkerung im Stich gelassen hat.
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Angekündigt als Abschiedsvorstellung des legendären Ted Neely kehrte Tim Rices und Andrew Lloyd Webbers
Musical-Klassiker aus den 1970er Jahren nach Seattle zurück. Seit beinahe drei Jahrzehnten stellt Neely Christus
nun schon auf der Bühne dar, und auch in der Verfilmung von Norman Jewison spielte er die Hauptrolle. Dem Musical
wurde ursprünglich vorgeworfen, auf versteckte Art und Weise den Antisemitismus zu unterstützen. Die Gründe dafür
liegen auf der Hand: Im Gegensatz zu den farbenprächtigen Kostümen und der kindlichen Freude der Anhänger Jesu
sind die Juden durchweg in Schwarz gekleidet und spinnen permanent Intrigen. Als wäre dies noch nicht genug,
um selbst die tolerantesten Zuschauer aufzubringen, setzten die Produzenten ihr Publikum obendrein dem Anblick
eines schwarzen Judas Iscariot (Corey Glover) mit einer Schlinge um den Hals aus. In einem Jahr, in dem das
Symbol der Schlinge in den USA wieder aufgetaucht ist, um Schwarze einzuschüchtern und in Angst und Schrecken
zu versetzen, hätte dies sicherlich umgangen werden können und sollen.
Beachtung finden müssen trotzdem zwei herausragende Einzeldarstellungen: Tiffini Dodson, die erneut in die
Rolle der Maria Magdalena schlüpfte, hat eine Stimme, die das Universum erleuchten könnte, und sie trug den
Klassiker „I don’t know how to love him“ klar und leidenschaftlich vor. Es war ihre erste nationale Tournee,
und Prost Amerika hofft, sie in einer anderen Rolle 2008 schon bald wiederzusehen. Craig Sculli als Pontius
Pilatus gelang, was die anderen männlichen Darsteller nicht vermochten: Seine Aussprache war deutlich, und
jedes seiner Worte konnte überall im kunstvollen und wunderschönen Paramount Theater verstanden werden.
Man kann sich jedoch des Eindrucks nicht erwehren, dass „Jesus Christ Superstar“ mit seinem Straßenjargon
der 1970er Jahre und der derben Darstellung der Juden überholt erscheint, und dass Ted Neely seinen Ruhestand
redlich verdient hat.
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Diese Show ist Kult in Seattle, wenn die Klosterschwester (Aubrey Manning) eine Klasse von willigen Kommunikanten
in den Komplexitäten der Katholischen Lehre unterrichtet. Die herrlich komische, aber in keiner Weise anstößige Show
zelebriert nun ihr 10-jähriges Jubiläum. Die Show läuft in Buster’s Theater, welches so hergerichtet wurde, dass es
wie ein echtes Klassenzimmer aussieht mit kindlichen Malereien von Heiligen. Die Aufmachung ist folgende: Die
Klosterschwester unterrichtet die Zuschauer, sie sind ihre Schüler. Das ist Katholizismus 1:1. Die kontroversesten
Themen werden vermieden, und die Schwester nutzt das Publikum in geschickter Weise, indem sie mit ihm spielt, ohne es
jedoch zu beschämen.
Die Show bietet gleichermaßen Bildung für Katholiken, Protestanten, Atheisten und Juden und
stellt eine amüsanter Möglichkeit dar, einen Abend seines Lebens zu verbringen, wenn die Schwester die Namen der Heiligen, die Bibelgeschichte und die katholische Terminologie herunterrasselt sowie in verblüffender Abfolge religiöse Geschenke an ihr Publikum austeilt.
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Emilio Castillo, Stephen ("Doc") Kupka, Francis Rocco Prestia, David Garibaldi, Larry Braggs, Roger Smith,
Tom E. Politzer, Adolfo Acosta, Michael (Iron Mike) Bogart, Mark Harper – allein die Namen sind Legenden, und
so nahm auch Prost Amerika mit der ihnen gebührenden Bewunderung an ihrem letzten Konzert in Seattle teil. Wir
wurden nicht enttäuscht, legten sie doch ihren geballten Soul in jedes Stück, damit auch den letzten der anfangs
relativ schläfrigen Zuschauer bald nichts mehr auf seinem Sitz hielt. Ich glaube, dass viele der Anwesenden dasselbe
empfanden wie wir: Glück, insgesamt 40 Jahre Berufserfahrung ganz außergewöhnlicher Talente zusammen auf der Bühne
erleben zu dürfen. Alle acht Veranstaltungen in Seattle waren ausverkauft, und die Tatsache, dass die Leute zu dieser
Jahreszeit bereit sind, Zeit und Geld zu investieren, spricht Bände hinsichtlich der anhaltenden Zugkraft dieser Band.
„Diggin’ on James Brown“, „How Did This Happen“ und „You’re Still a Young Man“ sorgten für die unvergesslichsten Momente
des Repertoires, aber ich muss zugeben, dass ich als Erstbesucher eines „Tower of Power“-Konzerts die Veranstaltung
insgesamt als Highlight bezeichnen würde. Wenn ihr die Gelegenheit habt euch die Jungs anzusehen, dann solltet ihr das
unbedingt tun!
Im nächsten Jahr werden „Tower of Power“ die folgenden Konzerte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz geben:
8. Februar Hamburg, 17. Februar Berlin, 18. Februar München, 19. Februar Innsbruck, 22. Februar Zürich, 23. Februar Köln,
24. Februar Luxemburg.
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Einem vollen Haus bot das Bar-Restaurant „Triple Door“ eine perfekte Kombination aus Gesang, Akrobatik, Glamour
und schmutizige Witze. In den Hauptrollen waren Miss Indigo Blue, Kitten La Rue, The Swedish Housewife, Babette La Fave,
Waxie Moon und Lily Verlaine zu sehen, präsentiert von Jasper McCann. So manches Mal stockte dem Publikum vor
Bewunderung der Atem, als die Damen ihre Kunststücke auf zwei wogenden, von der Decke hängenden Seidensäulen
vollführten; dann wiederum war die Unterhaltung ein wenig obszön, und auf der Bühne wurde nicht an nackter Haut
gespart. Ein guter Vorgeschmack auf die Saison 2008 in der „Triple Door“-Bar, von der wir euch hoffentlich noch
mehr bei Prost Amerika anbieten können.
Teils Restaurant, teils Bar: Die „Triple Door“-Bar sollte bei einem Stadtbesuch auf jeden Fall auf eurer Liste
stehen. Auch außerhalb der Showzeiten ist sie einen Besuch wert, hat sie doch eine wundervolle Bar zu bieten, in der
man es sich so richtig gut gehen lassen kann.
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 Jonathan Poretta © Angela Sterling Photography
Das Contemporary Classics Programm des Pacific Northwest Ballet (PNB) mit seiner Auswahl zeitgenössischer
Klassiker ist ein Vorzeigeobjekt, das nach und nach immer größere Erfolge feiert und sein Publikum Schritt
für Schritt begeistert.
Als erstes steht Balanchines „Agon“ auf dem Programm, von ihm vor nunmehr 50 Jahren zu der bahnbrechenden
Musik Stravinskys choreographiert und immer noch seiner Zeit weit voraus. Kleine Gruppen von Tänzern in strengen
schwarzweißen Trikotanzügen und Strumpfhosen kommen zusammen, trennen und vereinigen sich wieder in fehlerloser
Präzision, machen die komplexen Rhythmen der Musik anschaulich, fließend, natürlich.
 Mara Vinson © Angela Sterling Photography
Als nächstes folgen die kurzen Stücke „Kiss“ von Susan Marshall und „Caught“ von David Parsons. Beide bedienen
sich technischer Hilfsmittel – mit eindrucksvoller Wirkung. In „Kiss“, inszeniert zu der minimalistischen Musik
von Arvo Pärt, sind zwei Tänzer (Mara Vinson und James Moore), in Jeans und weiße T-Shirts gekleidet, jeweils an
ein von der Decke hängendes Seil angeschirrt und benutzen dies, um erdgebundene Tanzschritte mit schwebenden
Läufen zu kombinieren, einzeln und gemeinsam, während sie sich auf der Bühne nachjagen, eingebunden in die
wunderschönen Metaphern eines einzelnen Kusses und des Kommens und Gehens der Gezeiten einer romantischen
Liebesbeziehung.
„Caught“ ist ein Einzelstück inszeniert zu einem von Gitarist Robert Fripps frühen „Frippertronics“. Es zeigt
eine Reihe von Lichtabtastimpulsen, die den Tänzer in der Luft schwebend darstellen, als würden seine Füße niemals
den Boden berühren. So Intensiv wie athletisch erfordert die Ausführung hochpräzises Timing, eine Glanzleistung von
Vortänzer Jonathan Poretta.
 In The Upper Room © Angela Sterling Photography
Das letzte Stück auf dem Programm ist die PNB-Erstaufführung von Twyla Tharps „In The Upper Room“. Inszeniert zu
der kraftvollen Musik von Philip Glass erreicht dieser faszinierende Tanz immer neue Intensitätslevel, die Kostüme
der Tänzer, zunächst fast ausschließlich in Schwarzweiß gehalten, erstrahlen schließlich in einem flammenden Rot.
An dieser Stelle wird der Tanz zu Musik, die sich selbst ausdrückt, in komplexen Mustern, die ihre Freude und Kraft
perfekt einfangen. Wir hoffen, dass „In The Upper Room“ noch für viele Saisons ein fester Bestandteil des
PNB-Repertoires sein wird.
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 Chalnessa Eames, Jonathan Porretta und Lesley Rausch
© Angela Sterling Photography
Die „Nussknacker“-Inszenierung des Pacific Northwest Ballet (PNB), eine Gemeinschaftsproduktion von
Choreograph Kent Stowell sowie Kinderbuchautor und –illustrator Maurice Sendak, ist eine originalgetreue,
aber beschwingte Version des beliebten Klassikers. Sendak, dessen berühmtestes Werk wohl das Kinderbuch
„Where the Wild Things Are (Wo die wilden Kerle wohnen)“ von 1963 ist, hat Bühnenbilder und Kostüme geschaffen,
die den Geschehnissen eine herrliche Kulisse bieten – ganz so, als wäre das Spielzeug eines Schuljungen aus
dem 19. Jahrhundert zum Leben erweckt worden. Bunte Zinnsoldaten, riesige Fellmäuse, der mutige Nussknacker
und die schöne Tanzpuppe (Chalnessa Eames), die in der ersten Szene allen die Show stahl, sorgten für eine
Eleganz und Sinnlichkeit, die so manchen männlichen Zuschauer tief Luft holen ließ.
Tschaikowskys bekannte Partitur unterstrich viele der herausragenden Darbietungen. Der wundervolle Tanz
der Schneeflocken am Ende des dritten Auftritts ist ein Glanzpunkt; das Publikum war darüber hinaus ganz
besonders von den wirbelnden Derwischen sowie dem androgynen Pfau aus dem zweiten Auftritt hingerissen.
Alle Hauptdarsteller boten eine starke Leistung, allen voran Elisabeth Malanga als kindliche Clara und
Louise Nadeau, der frühere Star des Baseler Ballettensembles, als erwachsene Clara. Uko Gorters Herr
Drosselmeier war dynamisch und finster, und sein Auftreten spornte die Kinder auf der Bühne zu
Höchstleistungen an.
„Der Nussknacker“ des PNB war vom Anfang bis zum Ende ein Fest der Farben und des Prunks, ein wirksames
Gegenmittel für die dunkle Jahreszeit also wäre der Aufführung nicht ein wundervoller Herbsttag in Seattle
vorangegangen. Sowohl auf als auch vor der Bühne waren viele Kinder anwesend, deren Begeisterung umso mehr
zu der festlichen Atmosphäre beitrug. Aber auch die Erwachsenen waren sichtlich verzaubert von dem wachsenden
Weihnachtsbaum, und der eine oder andere schnappte beim Anblick der Riesenmaus nach Luft. Und auch als mit
Blick auf die in ihrem Bett schlafende Clara der letzte Vorhang fiel, verweilten die Wärme und die Farben
des Gesehenen bei den Zuschauern.
Eine bravouröse Vorstellung des PNB und ein fröhlicher Feiertagsklassiker für die Bewohner Seattles und
Besucher, die sich anlässlich des „Nussknackers“ glücklich schätzen konnten, in der Stadt zu sein.
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 Erika und Andrew
Nach all den Baumaßnahmen, den Proben und dem dazugehörigen Stress, eröffnete das Teatro ZinZanni seine neuen
Räumlichkeiten in der Mercer Street. Die Eröffnungsshow „Hearts on Fire“ war ein Erfolg auf der ganzen Linie. Die
Bauarbeiten konnten gerade noch rechtzeitig vor der Eröffnung abgeschlossen werden, und überall im Eingangsbereich
war noch der schwache Duft des Neuen, Frischen wahrzunehmen. Dennoch war es ein perfekter Abend, der das
Premierenpublikum, darunter auch den stellvertretenden Bürgermeister, mit auf eine dreistündige Reise durch eine
Welt der Farben, Bewegungen, Musik und des Lachens nahm.
Der Abend beginnt mit der Ankunft und dem Einlass der festlich gekleideten Gäste in die Lobby ungefähr eine Stunde
vor Showbeginn. Man hat also genügend Zeit, um an der Period Bar einen Drink zu sich zu nehmen und dann durch die Kostüme
zu stöbern, um sein Outfit eventuell mit einer Boa, einem Diadem oder einer Maske aufzupeppen. Wenn es Zeit wird für die
Vorstellung, wird man vom höchsteigenen Kellner an seinen Tisch begleitet, an dem einen schon der ZinZanni –Weinkellner
erwartet. Der erste Gang von insgesamt fünf Gängen des abendlichen Menüs ist bereits aufgetischt, am heutigen Abend eine
köstliche Vorspeise bestehend aus Mozzarella und Rosmarincrackern, kreiert von dem hiesigen, wohlbekannten Chefkoch Tom
Douglas, der alle Teatro ZinZannis-Gerichte von vorne bis hinten entwirft und zubereitet. Und dann geht’s erst richtig
los mit den Gaumenfreuden, garniert mit Varieteeeinlagen, die das Warten auf den nächsten Gang verkürzen und darüber
hinaus thematisch darauf abgestimmt sind – wir könnten an dieser Stelle noch mehr ins Detail gehen, aber schließlich
wir wollen euch die Überraschung nicht verderben.
.png) Christine Deaver © William Anthony
Die Diva Thelma Houston brillierte als Madame ZinZanni, Clowns und Akrobaten schufen die Illusion einer traditionellen,
aber hochtalentierten Zirkuswelt, an der das Publikum aktiv teilnehmen durfte – freiwillig versteht sich, also keine Angst!
Der komische Star der Manege ist die in Seattle heimische Christine Deaver, deren überlebensgroße Darstellung eines deutschen
Spions oder Shakespeares Julia das Publikum vor Lachen zum Weinen brachte. Die Zuschauer, die sich dazu bereit erklärten,
ihre männlichen Gegenspieler zu geben, machten gerne mit und waren allesamt keine Spielverderber; oftmals trugen sie sogar
durch witzige Improvisationen zur allgemeinen Erheiterung bei. Ein Striptease des Nikolaus’ höchstpersönlich, hier
verkörpert durch den lateinamerikanischen Charmeur El Vez, bescherte einer glücklichen Zuschauerin einige Minuten im
Rampenlicht. Auch wenn der Humor mitunter ein wenig derb ist, kann man ältere Kinder ruhigen Gewissens mit in die
Vorstellung nehmen.
Auf der akrobatischen Seite gab es fast zu viele Sensationen, um sie im Einzelnen nennen zu können. Nur so viel sei
gesagt, dass sich unter den vielen herausragenden Künstlern auch ein Jongleur-Paar (Sergiy Krutikov, ebenfalls einer der
Wanderclowns, und Tuan Le) befand, die Hüte, Stöcke und flammende Bälle durch die Luft wirbelten, die Luftakrobaten Erika
und Andrew, die an Seidenbändern hängend eine unglaubliche und sinnliche Darstellung boten, und nicht zuletzt die russische
Meisterin des Gleichgewichts Vita Radinova, deren geschmeidige Verrenkungen so wunderbar einfach und graziös aussahen –
ich habe auf dem Gesicht meines männlichen Kollegen noch nie eine derartige Verzückung gesehen. „Les Petits Frères“, ein
komisch-akrobatisches Trio aus Paris, gaben Balanceakte auf Leitern und wilde Jagden durch die Manege zum Besten, bevor
es zu einem fulminanten turnerischen Finale kam. Der klassische, aber dennoch innovative Slapstick des Trios half über
die wenigen Schwächen des Programms spielend hinweg.
Thelma Houstons vollmundiger Gesang wurde von der ortsansässigen Band gekonnt unterstützt, und die Zuschauer kamen
außerdem in den Genuss einer Arie der einheimischen Opernsängerin Rachel DeShon. Das begeisterte Publikum klatschte im
Rhythmus zu jeder der musikalischen Darbietungen mit, und wurde einmal sogar dazu aufgefordert, zu romantischen Klängen
in den Gängen zu tanzen.
 Rachel DeShon
Das Bedienungspersonal war ebenfalls integrales Element der ausgeklügelten Choreografie, die jeden neuen Gang des
Menüs begleitete. Während der Hauptvorstellungen sorgten sie für einen wundersamen, beinahe unmerklichen Service, indem
sie sicherstellten, dass alle Gäste bekamen, was sie wollten, ohne von der Show abgelenkt zu werden, oder die allgemeine
Freude des Abends zu schmälern. Viele Angehörige des Personals betonten, dass sie sich keinen besseren Arbeitsplatz
wünschen könnten, und sie versuchten erst gar nicht, ihre Begeisterung für den neuen Schauplatz zu verbergen.
Am Ende des Abends waren alle zufrieden und glücklich, die Mägen angefüllt mit lukullischen Delikatessen, gutem Wein
und fantastischen Schokoladendesserts, während vom großen Finale noch Konfetti und bunte Federn in den Räumen umherflogen.
Keiner hatte es eilig nach Hause zu kommen, sondern zog eine letzte Tasse Kaffee oder Tee oder das schießen einiger
Schnappschüsse von ihren Freunden in der reich verzierten Lobby dem Aufbruch nach Hause vor. Das Teatro ZinZanni spricht
von sich selbst gerne als dem Ort, „wo Seattle feiert“. Tatsächlich gibt es keinen besseren, um einen Jahrestag,
Geburtstag oder irgendeinen anderen besonderen Anlass in einem prachtvolleren Ambiente zu begehen.
Wie Markus Kunz, der deutschsprachige Geschäftsführer, so treffend bemerkte: „Hier ist alles möglich!“
http://dreams.zinzanni.org/
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 Ian Anderson
Sie waren gerade erst in der Stadt, und es hat allen Spaß gemacht, dem Publikum wie auch Jethro Tull.
Dass Feuerflötist Ian Anderson in die Jahre gekommen ist, zeigt sich allenfalls darin, dass er nicht mehr
ganz so oft wie ein wildgewordener Derwisch auf einem Bein über die Bühne fegt. Trotzdem präsentieren er und
seine Band einige sehr gefühlsvolle, fast elegante Interpretationen der Jethro-Tull-Klassiker mit erstaunlicher
Frische. Die teils halbakustischen Stücke sind angenehm weich und leicht.
Gerade an "Aqualung" und dem "Locomotive Breath" spürt man, dass es Jethro Tull nach wie vor einen Riesenspaß
macht, zusammen Musik zu spielen, das heisst ihre Art von Rock, die in keine Kategorie passt. Außerdem auch so
etwas wie Kammermusik, wie das für ungewohnte Ohren erstaunlich klingende „Pastime with good Company“, das König
Henry VIII. im 16. Jahrhundert komponierte.
Ohne Frage dominiert Ian Anderson, Gründungsmitglied, Sänger und Multiinstrumentalist, mit seiner Energie,
seinem Humor und seinen tänzerischen Bewegungen das Geschehen. Ich kann ihn mir mühelos in einem mittelalterlichen
schottischen Schloss vorstellen, wo er bei Kerzenschein und edlen Getränken den Fürsten und die Ladies unterhält.
Das plüschige und goldverzierte Interieur des Paramount-Theaters ist von dieser Vorstellung gar nicht so weit entfernt.
Das war anders, als ich Jethro Tull zum ersten Mal sah, 1973 in der Deutschlandhalle in Berlin, auf dem Höhepunkt
ihrer Karriere mit „Thick as a Brick“ und „Aqualung“. Sie waren damals lauter, pompöser, größer.
 Jethro Tull
Jetzt bieten sie keine große Bühnenshow mehr und die Band hat das auch gar nicht nötig. Sie überzeugen auch in kleiner
Besetzung, wobei umso deutlicher wird, wie sehr sie ihre Instrumente beherrschen und mit wie viel Liebe sie bei der Sache sind.
Das ist wirklich Weltklasse, zumal die Band im nächsten Jahr ihr 40. Bühnenjubiläum feiert!
Wer sie noch auf dieser Tour sehen will, hat dazu bis Ende des Jahres Gelegenheit. Sie sind im Oktober noch in den USA
unterwegs, machen dann einen Abstecher nach Südafrika, Großbritannien und Kanada, und sind im Dezember an der
amerikanischen Ostküste.
Besetzung:
- Ian Anderson - lead vocals, flute, acoustic guitar, mandolin, mandocello, harmonica, bamboo flute
- Martin Barre - guitar
- David Goodier - bass
- Doane Perry - drums
- John O'Hara - keyboards
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Rick Steves Town Hall Seattle, 13 September 2007
Mit seinen Ansichten und Ausführungen darüber, wie man Touristik als politische Handlung
interpretieren kann, begeisterte Rick Steves in der Town Hall ein großes Publikum.
 Rick Steves auf Schloss Hohenschwangau
Er hielt sich mit seiner Kritik an der derzeitigen US-Außenpolitik nicht zurück und
machte seiner Frustration über die Unpopularität dieser Politik und der Art und Weise
wie sie auf das Leben amerikanischer Touristen im Ausland einwirkt Luft. Dennoch war
Steves Vortrag in seiner Gesamtheit weder als einseitig noch als gänzlich negativ zu
bewerten. Die Liebe zu seinem Heimatland war für alle Anwesenden offensichtlich,
wahrscheinlich sogar der Grund für seine oftmals wütenden Kommentare.
Seine Ausführungen über so kontroverse Themen wie die Konflikte im Nahen Osten, in Nordirland,
Mittelamerika sowie den ehemaligen Ostblockstaaten und die Offenheit, mit der er sie ansprach,
belegten Steves Versiertheit auf diesem Gebiet umso mehr.
Sein fesselnder Vortrag dauerte ungefähr eine Stunde und hätte, falls anwesend, den einen oder
anderen Vollblut-Republikaner unter den Zuhörern sicherlich an vielen Stellen widersprechen lassen.
Steves sprach mit Inbrunst über seine Sorge, das Land an Kriegsunterstützer zu verlieren, und auf
die Frage wie es seiner Meinung nach zurückzugewinnen sei antwortete er mit Bedacht, dass wohl
zuerst das Weiße Haus zurückgewonnen werden müsse.
Steves strich heraus, dass er das europäische Model des „Big Government“ mit seinen umfassenden
Sozialleistungen im Gegenzug für höhere Steuern unterstütze, das gleichfalls Rechte und Wohlergehen
des Einzelnen vor das Geschäftsinteresse setze. Ein universales Gesundheitswesen, ein von der
Regierung geförderter aktiver Umweltschutz und eine „schadenbegrenzende“ Drogenpolitik sind hierbei
die Themen, für die sich Steves am meisten engagiert – und das mit Leidenschaft. Er ist davon
überzeugt, dass die Vereinigten Staaten am Beispiel Europas funktionierender Gesellschaftssysteme
lernen können, ihren eigenen Wert zu erkennen und damit den Mut zu Veränderungen im eigenen Land
zu finden.
Aufgelockert und gewürzt mit vielen pointierten Anekdoten aus dem Leben und den Erfahrungen des
viel und weit gereisten Redners, gelang es Steves mühelos, das Publikum für seine Thesen zu gewinnen.
Die wichtigste unter ihnen an diesem Abend war vielleicht die, dass das Reisen den Horizont erheblich
erweitert und, ob positiver oder negativer Erfahrungen, immer eine Bereicherung ist. Sich mit anderen
Kulturen auseinanderzusetzen ist der erste Schritt zur Verbesserung der eigenen – und wir alle wissen,
dass auch die längste Reise mit dem ersten Schritt beginnt.
Town Hall
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Regisseur Fracaswell Hymans Besetzung begeisterte das Publikum mit seiner Bühnenadaption des Romans
von Harper Lee. Die Zuschauer kamen in den Genuss einer herausragenden Vorstellung von David Bishins.
Als Jurist Atticus Finch schaffte er den Spagat zwischen den beiden seinem Charakter innewohnenden
konträren Rollen des Vaters und des Bürgerrechtsanwalts im Alabama der 1930er Jahre spielend. Seine
Darstellung kreiste um die Wut, die man angesichts des Themas zu Recht empfindet, aber auch um die
Hinnahme von Dingen, die Atticus in dieser Ära zweifellos zu Eigen gewesen wäre. Bishins nahm darüber
hinaus davon Abstand seine Rolle zu überzeichnen und überzeugte somit als Rechtsanwalt, der, trotz
der emotional angeheizten Situation um ihn herum, die auch ihn selbst nicht kalt lässt, im Sinne
seines Klienten professionell zu handeln versucht. Dennoch war es die junge Keaton Whittaker in
der Rolle der Scout, Finchs wissbegieriger Wildfang von Tochter, die, wie auch Bishins nach der
Vorstellung großzügig zugab, allen anderen die Show stahl. Sie verstand es nicht nur, ihrer
Kinderstimme bis in die letzte Reihe Gehör zu verschaffen, sondern auch den starken Südstaatenakzent,
den die Rolle ihr abverlangte, auf bewundernswerte Art und Weise zu imitieren. Mit dieser jungen Dame
wird man in Zukunft zu rechnen haben.
Die Rolle des Erzählers übernahm Miss Maudie Atkinson (Pattie Cohenour), die die kulturelle und
geographische Kluft zwischen ihrer Welt und der Seattles im Jahre 2007 mühelos überwand, und der es
gelang, den Zuschauern die Ereignisse der Zeit aus dem Blickwinkel Scouts nahe zu bringen. Ihr
Zusammenspiel mit der ortsansässigen Wichtigtuerin Stephanie Crawford (Lori Larsen) amüsierte
die Zuschauer neben dem schwerwiegenden Thema des Stücks mit gekonnter Leichtigkeit, die einen
daran erinnerte, dass das Leben weitergeht – auch im Angesicht größten Unrechts. Es gab wahrhaftig
nicht ein schwaches Glied in der Besetzungskette, alle widersagten der Versuchung Rollen zu übertreiben
oder Karikaturen heutiger Rassisten zu zeichnen. Besondere Erwähnung in dieser Hinsicht verdient Russell
Hodgkinson in der Rolle des niederträchtigen Bob Ewell, der es erfolgreich vermied, dem Klischee des
Bösewichts zu verfallen.
Die einzige und meiner Meinung nach absichtliche Ausnahme hiervon war die wunderbar übertriebene Rolle
der Calpurnia (Josephine Howell), das schwarze Hausmädchen der Familie Finch. Howell übernahm ihre Darstellung
mit vergnüglicher Hingabe und sorgte damit für die allgemeine Erheiterung des dankbaren Publikums. Die Rolle
schien ihr auf den Leib geschrieben und bereitete ihr sichtlich genauso viel Freude wie den Zuschauern.
To Kill a Mockingbird runs to November 10th. Ticket Office 206-269-1900.
Intiman Theatre website
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Grossology (Ekelkunde)
Eine Ausstellung ohne Gleichen, die Gross und Klein anekelt und auf lustige und informatieve Weise aufklärt.
Gemeint sind natürlich alle Körperfunktionen, die Menschen täglich durchmachen, wie zum Beispiel urinieren,
defekieren, furzen, rülpsen und vieles mehr. Sehr anschaulich dargestellt und zum mitmachen animierend sind die
Ausstellungsstücke teilweise anfassbar und es gibt viele Knöpfe zum drücken. Natürlich ein Heidenspass für die Kleinen, die für das Rülpsgerät gerne Schlange stehen, aber auch informatiev für Ältere, es wird über Erkältungsbakterien erklärt und auf einem Bildschirm kann man den Gang von Stuhl durch den Darm verfolgen, fazinierend.
Dies war nur eine der ständig wechselnden Ausstellungen des Wissenschaftsmuseums.
Kolossal Fossils, Dinosaurier von aller Welt
Zur Zeit gibt es Fossilien, ‘Kolossal Fossils, Dinosaurier von aller Welt’ mit gigantischen Skeletten und auch Dinosauriereiern.
Dazu läuft der 3D Film im Imax Theater ‘Dinosaurs Alive!’.
Donnerstag - Science with a Twist
Dino Wine-OH
21. Juni 2007
Der dritte Abend der Programmreihe „Science with a Twist“, veranstaltet vom Pacific Science Center
in Seattle, machte seinem Motto „Dino Wine-OH“ alle Ehre: Den Besucher erwartete eine ungewöhnliche
Kombination aus lehrreicher Dinosaurierausstellung und wohlschmeckender Weinprobe. Eine bunte Mischung
aus Jung und Alt, Familien und Einzelgängern, lustwandelte ungehindert zwischen den Fossilien und
anderen Ausstellungsstücken umher, während sich andere zuerst einen erlesenen Tropfen gönnten,
bevor sie den Riesen aus der Vorzeit gegenübertraten. Über 200 Besucher verzeichnete das PSC an
diesem Abend, und es bleibt zu hoffen, dass diese wirklich außergewöhnliche Idee auch weiterhin
so großen Anklang findet.
 Dino Wine-OH
Trotz der Besucherzahl war das PSC weit davon entfernt überfüllt zu sein; der zur Verfügung
stehende Platz in den Ausstellungsräumen ließ keine klaustrophobischen Anwandlungen zu, und
die Gäste hatten genügend Bewegungsfreiheit, sich nach Herzenslust umzusehen. Über zehn Weingüter
nahmen darüber hinaus and der Veranstaltung teil und machten sie somit nicht nur zu einem visuellen,
sondern auch zu einem lukullischen Erlebnis.
Man kann Betsy Meacham und ihrem Team vom PSC zu diesem in jeder Hinsicht gelungenen Abend wirklich nur gratulieren!
 Betsy Meacham
Die nächste Veranstaltung des PSC, „Spells and Wells“, findet am 19. Juli statt. Der Abend beginnt um
18.00 Uhr mit einer Happy Hour, gefolgt von einer IMAX® Filmvorführung von „Harry Potter und der Orden des Phönix“.
Infos zum Ticketkauf folgen.
Donnerstag
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Seattle Powwow
Discovery Park, July 20 2007
Farben und Tradition sind die Kennzeichen der Annual Seafair Indian Powwow (indianische Versammlung, Anm. d. Red.), die jährlich im Rahmen der Seafair Feierlichkeiten stattfindet. Das diesjährige 22. Festival war von ganz besonderer Bedeutung, feierte die United Indians of ALL Tribes Foundation doch gleichzeitig den 30. Jahrestag der Eröffnung des Daybreak Star Indian Cultural Center, eines hiesigen indianischen Kulturzentrums.
Das Gebäude öffnete seine Tore zum ersten Mal im Mai 1977. Es war die Krönung jahrelanger harter Arbeit, Hingabe und des Glaubens, der Herausforderung der Schaffung einer Oase für die Ureinwohner Nordamerikas gewachsen zu sein. Seit nunmehr 30 Jahren ist das Daybreak Star Indian Cultural Center Zufluchtsstätte für diejenigen, die einst vertrieben worden sind.
Angehörige indianischer Stämme sind schon immer zusammengekommen, um Lieder, Tänze und Geschichten miteinander zu teilen. Sie treffen sich um Freundschaften zu pflegen und zu erneuern, Wettbewerbe auszutragen und ihre Traditionen an Kinder und Kindeskinder weiterzugeben. „Powwow“ ist der Begriff, der diese Zusammenkünfte im Hier und Jetzt beschreibt. Alle Bürger Seattles waren eingeladen daran teilzunehmen, und Prost Amerika kam dieser Einladung gerne nach.
Wir waren begeistert von den traditionellen Gesängen, den Tanzwettbewerben und dem Rhythmus der Trommeln. Eingesäumt wurde das bunte Treiben von allerlei Ständen, an denen man althergebrachte Kunst- und Handwerkzeuge sowie einheimische Leckereien kaufen konnte.
Das Fest konzentrierte sich in diesem Jahr ganz besonders auf die Kunst. Die aktuelle Ausstellung der Daybreak Star Indian Art Gallery stellt die Öl-, Gouache- und Aquarellgemälde des Ojibwa Künstlers Sam English aus seiner Kollektion „Colors of the Indian Spirit“ vor. English gilt als der grösste moderne indianische Künstler. Darüber hinaus fanden das ganze Wochenende Tanzwettbewerbe in den Kategorien „Männer“, „Frauen“ und „Kinder“ statt.
Unsere Fotos zeigen die Grand Entry Ceremony, bei der die Flaggen der indianischen Völker aus den Vereinigten Staaten und Kanada vorgestellt werden, und die Tanzwettbewerbe für Kleinkinder und Teenager.
Alles in allem eine rundum lehrreiche und gelungene Veranstaltung, die den Besuch lohnte.
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Seattle Opera - Der fliegende Holländer
Oper in drei Akten von Richard Wagner
McCaw Hall Seattle Center
17. August 2007
 © Seattle Opera Photo
“Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner hatte am Freitag, den 18. August 2007 in Seattle
Premiere. Ein Muss für jeden Wagner Fan, ein garantiertes Vergnügen für alle, die sich auf einen
Kulturgenuss in stilvollem Ambiente freuen und ein Fest für unverbesserliche Romantiker.
Nur alle sieben Jahre darf der Holländer festen Boden betreten und sich auf die Suche nach
einer Frau begeben, die ihm ewige Treue schwört und ihn dadurch von einem Fluch befreit. Die
Jahre dazwischen ist er dazu verdammt die Weltmeere zu besegeln und allen Schiffen Unglück
zu bringen, deren Kurs er kreuzt. So legt der Verdammte eines Tages neben dem Schiff Dalands
an. Im Anblick des großen Reichtums des Fremden verspricht Daland ihm die Hand seiner Tochter
Senta. Die beiden Männer kommen ins Geschäft. Gemeinsam machen sie sich in die Heimat Dalands auf.
Senta ist die Legende des Holländers nicht fremd. Sein Antlitz ist ihr in Form eines Gemäldes
täglich gegenwärtig und seine Geschichte wird in ihren Kreisen nicht selten besungen. Sie träumt davon,
den Verdammten 86 durch Treue bis in den Tod zu retten. Als der Gegenstand ihrer romantischen
Vorstellungen leibhaftig vor ihr steht, fühlt sie sich sofort zu ihm hingezogen. Auch der
Holländer ist von Dalands Tochter sofort beeindruckt. Scheint es zunächst, als könnte ihre
Liebe den Fluch überwinden, bleibt ihnen jedoch deren romantische Erfüllung zumindest in
dieser Welt verwehrt.
 © Seattle Opera Photo
Allen Darstellern voran ist Greer Grimsley in der Rolle des Holländers zu erwähnen,
der in Seattle eine beeindruckende Vorstellung gibt. Satt und wuchtig klingt sein Bariton und
düster und unheimlich erweckt er den Wandler zwischen den Welten zum Leben. Jane Eaglen singt
und lebt die vom romantischen Wahn gepackte Senta. Anfangs vielleicht etwas steif, beweist sie
jedoch schnell Wagner’sches Format mit ihrer leidenschaftlichen und charaktervollen Stimme.
Debütanten in den Rollen Dalands und seines Steuermanns sind Daniel Sumegi und Jason Collins,
die ebenfalls mit stürmischem Beifall belohnt wurden.
Ebenfalls hervorzuheben ist der Chor. Besonders der Männerchor braust im ersten
Akt voluminös auf.
Die Inszenierung von Stephen Wadsworth selbst ist klassisch und nüchtern. Das
Bühnenbild wird erst durch den Einsatz von Licht und Farbe ins rechte Bild und damit den
rechten Akt gerückt. Aller Nüchternheit zum Trotz findet sich seine Liebe zum Detail
jedoch in Laptops, Handys und zeitgenössischen Kopfbedeckungen wie beispielsweise
Schutzhelmen wieder, mit denen er die Handlung in die Gegenwart verlegt.
Für den deutschen Besucher sicherlich eine Freude ist die Tatsache, dass
originalgetreu auf Deutsch gesungen wird. Kenner wird die perfekte Aussprache aller
Sänger begeistern; diejenigen, die mit den Texten nicht so vertraut sind, können sich
wie alle anderen Besucher an den englischen Untertiteln orientieren, die während der
Vorstellung über der Bühne deutlich lesbar eingeblendet werden.
“Der fliegende Holländer“ bietet dem Zuschauer drei Stunden lang exzellente Unterhaltung.
Die tolle Besetzung und eine gelungene Inszenierung garantieren einen kurzweiligen Opernabend
der gehobenen Klasse.
Seattle Opera Seite
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Great Big Sea
Woodland Park Zoo 29 Juli 2007
Wie immer verzauberte die neufundländische Band „Great Big Sea“ auch diesmal ihr Publikum. Nach der
mitreißenden Darbietung einer Mischung aus Seemannsliedern, Folksongs, keltischen Rhythmen
und gängigen Pop Klassikern gab es unter den Fans aller Altersstufen nicht einen einzigen,
der nicht nach einer Zugabe verlangte – wie immer.
Trotzdem hatten es die kanadischen Folk-Rocker zunächst nicht ganz einfach:
Aufgrund des wunderschönen sonnigen Wetters verharrte ihr erwachsenes Publikum zunächst
träge in den mitgebrachten Klapp- und Liegestühlen, während die Kinder überall
herumliefen wie Kinder überall auf der Welt an einem wunderschönen sonnigen
Tag eben herumlaufen. Durchweg entspannte Stimmung also bei jedermann,
nur „abrocken“ wollte zuerst niemand. Eine Herausforderung für die
Bandmitglieder, die es gewöhnt sind, vor eine bereits ordentlich
angeheizte Menge zu treten. Nach dem Motto „Das kann doch einen
Seemann nicht erschüttern“ gaben die Jungs nichtsdestotrotz alles
und wurden am Ende auch mit ausgelassenen Beifallsstürmen ihrer
nunmehr singenden und tanzenden Fans belohnt.
Angefangen mit „Donkey Riding“ spielte sich Great Big Sea durch das gesamte Repertoire von
„The Night Pat Murphy Died“ und „General Taylor“ über „I’m A Rover“ und „Mari-Mac“ bis zu
„Ordinary Day“. Einige Coverversionen wie zum Beispiel „500 Miles“ von den Proclaimers
sorgten dafür, dass auch die Stimmbänder der mit GBS Songs noch nicht allzu vertrauten
Fans auf ihre Kosten kamen.
Am Ende des Konzerts schwebten die Flaggen von Kanada, den Vereinigten Staaten
und Neufundland über einem Publikum, dessen Füße gleichermassen an Bodenhaftung verloren hatten.
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Auch wenn das diesjährige „Bite of Seattle“ Festival auf ein verregnetes Wochenende fiel,
liessen sich die regenerprobten Seattleites und solche, die es werden wollen, nicht davon abhalten
im Seattle Center vorbeizuschauen. Drei Tage lang probierten sich tausende von Besuchern durch
eine schier unendliche Auswahl an internationalen Köstlichkeiten, knabberten hier an einem
türkischen Kebab, schleckten dort an originalitalienischer Eiscreme oder liessen ihre Gaumen
von allem verwöhnen, was der Pazifische Nordwesten an Lukullischem zu bieten hat. Ob Zuckerwatte
für die Kleinen oder Bier- und Weingärten für die Großen, beim „Bite of Seattle“ Festival fehlte
es den Gästen an nichts. Neben den Leckerbissen aus aller Welt konnte man sich ausserdem an
zahlreichen Ständen hiesige Kunst- und Handwerkzeuge ansehen und auf extra zu diesem Zweck
aufgebauten Bühnen den Klängen verschiedener Live-Bands lauschen.
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Al Gore
Town Hall Seattle 4 Juni 2007
 Al Gore in Seattle
Al Gore bezauberte ein zum grössten Teil wohlgesinntes Publikum und unterstrich einmal mehr, dass er hat was es
brauchen würde um der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden. Seine Rede war tiefgehend, intelligent und
Umfasste mehr als nur die üblichen Themen rund um globale Erwärmung. Er befasst sich mit der Problematik was passiert,
wenn Vernunft und Fakten nicht mehr die Basis der politischen Arbeit sind und klagte direkt die Politik der derzeitigen
Regierung an. Es ist unbestreitbar, dass Demokraten in Seattle grundsätzlich ein dankbares Publikum vorfinden. Dennoch
verliess man die Veranstaltung sich wundernd ob die demokratischen Kandidaten einen Plan A haben um Gore aus dem rennen
zu halten und zusätzlich einen Plan B um ihm am Gewinnen zu hindern sollte er doch einsteigen. Angeblich ist dies eine
Promotionstour für sein nues Buch, „The Art of Reason", aber er klang sicherlich wie ein Präsident, selbst wenn er bis
jetzt noch nicht wie ein Kandidat klingt.
Town Hall
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Bierfestival
Seattle Center 29 Juni - 1 Juli 2007
Wie jedes Jahr, ein grossartiges Bierspektakel mit über 200 verschiedenen Biersorten zum probieren. Anwesend
sind viele lokale Brauereien aus dem Staat Washington, aber auch andere aus ganz Nordamerika. Oftmals sind, ausser
den Voluntären, die das Bier ausschenken, auch die Repräsentanten der Brauereien anwesend, die alle Fragen zum Bier
beantworten können.
Der Eintrittspreis von $20 ist nicht ganz billig, aber dafür bekommt man ein kleines Glas und 5 Bierproben,
jede weitere ist nur $1.25 und das Glas darf man, als Andenken, mit nach Hause nehmen.
Ausserdem gibt es auch Mands und andere Unterhaltung.
Bierfestival Seite
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Dieses sentimentale Meiseterwerk von Puccini ist
seid bald 100 Jahren der Pubilikumsfavorit schlechthin und auch die
Vorführung an der Seattle Oper war ein voller Erfolg.
Nichtzuletzt wegen dem sensationellen Bühnenbild
(von Pier Luigi Pizzi), aber natürlich hatten auch die 6 Hauptdarsteller
und ihre gekonnten Operettenbeiträge viel damit zu tun, sowie das
gekonnt dirigierte Orchester mit dem Dirigenten Vjekoslav Sutej.
Das Stück celebriert 4 Freunde, die alle ihren
künstlerischen Talenten, in einem kalten und recht trostlosen Loft,
nachgehen. Für die 4, den Philosoph (Colline, gespielt von Ashraf
Sewailam),den Maler(Marcello, gespielt von Michael Todd),den Poeten
(Rodolfo, gespielt von Scott Piper) und den Komponisten (Schaunard,
gespielt von Marcus Deloach) gibt es wenig Geld, aber umsomehr Phantasie
und Lebenslust im Paris (Lateinisches Viertel) des frühen 18.
Jahrhunderts.
Die letzte Poetrie wird im Ofen verbrannt, um ein
wenig Wärme zu erzeugen, trotz Kälte und Troslosigkeit wird gewitzelt
und philosophiert und plötzlich kommt der Musiker (Schaunard) herein,
der ein wenig Geld verdient hat und es wird beschlossen zu feiern.
Rodolfo bleibt zurück um noch ein wenig zu arbeiten
und so kommt Mimi (gespielt von Nuccia Focile) in die Szene, eine
Nachbarin, deren Kerze erloschen ist und sie deswegen um Hilfe bittet.
Schnell verlieben die beiden sich ineinander und sind ein Herz und eine
Seele, inzwischen erkennt man, dass die arme, liebliche Mimi schwer
krank ist.
Der 2. Akt ist die ganze Festgesellschaft in den
Strassen Paris, ein grandioses Bühnenbild mit Häusern/Strassen und Bars
ganz orginalgetreu. In den Strassen von Paris wird Weihnachten gefeiert
und jeder ist fröhlich dabei.
Marcello’s frühere Geliebte, die reiche,
eingebildete und angehimmelte Musetta (gespielt von Karen Driscoll)
erscheint und Marcello kann sich den Liebesversprechungen nicht wehren,
man erkennt das diese Beziehung mehr auf Lust als auf Liebe anspielt.
Im 3. Akt, auch wieder ein famoses Bühnenbild mit
Bäumen, einer Kneipe und fallenden Schneeflocken, spricht Mimi mit
Marcello, sie kann sich nicht an die Eifersucht von ihrem liebsten
Rodolfo gewöhnen und mag deswegen nicht mehr mit ihm zusammen sein.
Dann überhört sie Rodolfo, dem bewusst ist, dass
sie schwer krank ist und er sie nicht sterben sehen kann und sie deshalb
vertreiben möchte, aber nicht kann. Sie überzeugen sich erneut ihrer
Liebe und beschliessen, bis zum Frühling zusammen zu bleiben.
Im 4.Akt, zurück im trostlosen Loft, hat die
eingebildete Musetta Mimi zusammengebrochen auf der Strasse gefunden und
bringt sie zurück zu Rodolpho.
Alle wollen ihr letztes Hemd für Medizin verkaufen
und sogar Musetta gibt ihren geliebten Pelz her, doch trozdem stirbt
Mimi, wenigstens in den Armen ihres Geliebten.
Kein Wunder, dass dieses Stück immer Erfolg hat,
wunderbare Musik und das wilde, arme, glückliche, sentimentale Leben und
Lieben von 4 liebenswürdigen Künstlern im verführerischen Paris des
18.Jahrhunderts, es wird immer ein Erfolg bleiben.
Seattle Opera Seite
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 Mark Canlis mit seiner Familie bekommt die Auszeichnung
Mayor's Office Small Business Awards 2007
Town Hall Seattle 10 September 2007
Zehn der erfolgreichsten Kleinunternehmen unserer Stadt sind heute Abend mit dem 24.
„Annual Small Business Award“ ausgezeichnet worden. Susan Shannon, Leiterin des Amts
für Wirtschaftsentwicklung, stellte Bürgermeister Greg Nickels und die zehn
Preisgewinner einander vor. Jan Hildebrand vertrat die Wells Fargo Finanzgruppe
als einer der Hauptsponsoren.
Im Großraum Seattle gibt es insgesamt mehr als 79.000 Kleinunternehmen (Prost
Amerika ist eines von ihnen), die sich um die jährliche Auszeichnung bewerben.
Nur zehn von ihnen wird sie auf Grund von außergewöhnlichen Hintergrundsgeschichten
zuteil, wie zum Beispiel Tanya Jimale von „JTS Manage Services“, die, vor die Wahl
gestellt, entweder die Hypotheken für ihr Haus zahlen zu können oder ihr Kleingewerbe
zu erhalten, sich für letzteres entschied und tatsächlich ihr Haus verkaufte.
Zu den anderen Gewinnern zählen die „Baas Art Gallery and Framing“, das
beliebte „Canlis Restaurant“ gleich um die Ecke, die in Fremont ansässige
„Isotron Corporation and Ramsey & Associates“, das „Maneki Restaurant“,
„Veraci Pizza“, „PRR Inc.“, „With a Little Help Inc.“ und die „Video Isle“,
deren Geschäftsräume nur 20 Meter von unseren Büros entfernt sind und deren
Video-Neuerscheinungen wir oftmals rezensieren.
Prost Amerika gratuliert allen Gewinnern ganz herzlich!
Town Hall
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 Lucien Postlewaite
Zu der bekannten und immerwieder
beeindruckenden musikalischen Cantata von Carl Orff (1937) hat der
ehemalige Director des Nordwest Balletts, Kent Stowell, ein
grandioses Meisterwerk erschaffen.
Stowell ist vielen bekannt als famoser Tänzer
und natuerlich als Choeograph und Direktor von vielen
Tanzinstituten, vor allem in Deutschland (München 1970/Frankfurt
1973) und Amerika (New York City 1963).
Mit der Bühnengestaltung von Ming Cho Lee fängt
der erste Akt richtig aufregend und tänzerisch perfekt an.
Ein Riesenrad, das Glücksrad des Lebens, erhebt
sich über der Bühne, während die 12 männlichen Tänzer sich langsam
vom Boden hochtanzen.
Die Tänzer sind spärlich bekleidet, der Hunger
für sensuelle Gefühle, die Basis des menschlichen Seins vom
Glücksrad des Lebens bestimmt.
Sensationalle Kostüme und viel Haut bestimmen
das Bühenbild unter dem Glücksrad.
Oftmals tanzen die Tänzer in hautfarbenen
Kostümen, sexuelle Lust und Gefühle darstellend, dann wieder in
Lumpen und in einem Akt ist auch ein Mönch anwesend, der ziemlich
ausgeschlossen, von den ausgelassenen Tänzern dasteht.
Die Nummer 12 kommt in mehreren Äkten vor und
soll den Zusammenhang mit dem Kosmos, der nicht vom Menschen
dirigiert werden kann, darstellen.
Das Stück, sowie die Musik (mit ‘live’
Orchester im Hintergrund) ist enorm eindrucksvoll, fantastisch
getanzt und einfach wunderbar.
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 Square Dance © Angela Sterling Photography
„All Balanchine“, neu im Programm des Pacific Northwest Ballet (PNB), ist, wie
der Titel vermuten lässt, ein in sich abgeschlossener Mikrokosmos über die Karriere des berühmten Choreographen,
der sich dem Zuschauer über drei sehr unterschiedliche Werke erschließt.
In der Choreographie des ersten Stücks „Square Dance“ waren zunächst Heuballen, Cowboyhüte und ein Tanzlehrer
vorgesehen, der über die Musik von Vivaldi und Corelli hinweg den Tanzenden seine Anweisungen zuruft. Balanchine
entledigte sich jedoch dieses ganzen Drum und Dran und stellte so die bestechende Klarheit der vielen klassischen
Tanzschritte in den Vordergrund. Die Version des PNB folgt Balanchines Beispiel und richtet den Fokus ebenso
eindrucksvoll auf die Exaktheit der tänzerischen Ausführung, der die gewollte Schlichtheit von Kostümen und
Bühnenbild den passenden Rahmen gibt.
 Lucien Postlewaite © Angela Sterling Photography
Das zweite Stück „The Prodigal Son (Der verlorene Sohn)“ wurde von Balanchine im Alter von 24 Jahren für die
Ballets Russes entworfen. Seine beeindruckende Choreographie und Erzählkunst werden hier von dramatischen,
plastischen Kostümen und Kulissen ergänzt. So verleiht zum Beispiel das koboldartige Erscheinen und Gebaren
der Trinkbrüder beim Gelage der Sequenz eine albtraumhafte Nuance. Die ausgedehnte Szene der gegenseitigen
Verführung des verlorenen Sohns und der Sirene (Lucien Postlewaite und Ariana Lallone) verdient besondere
Beachtung, ist das Bühnenspiel der beiden doch akrobatisch und sinnlich zugleich.
Das letzte Stück „Ballet Imperial (Kaiserballett)“, seine glitzernden Kostüme und förmliche Atmosphäre zu
den Klängen Tschaikowskys, ist exemplarisch für Balanchines Schaffen in der Mitte seines Lebens. Die Pacific
Northwest Ballet Company meistert die bedingungslose Präzision, die notwendig ist, um 16 Ballerinas in völligem
Einklang miteinander agieren zu lassen, mit Bravour und beweist damit einmal mehr, dass Balanchine und das PNB
füreinander geschaffen sind.
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Alle Achtung: Bei dieser Weltpremiere des berühmten, in
New York City ansässigen Craig Lucas haben die sechs
Hauptdarsteller sich richtig ins Zeug geschmissen.
Das Stück ist äusserst emotionsgeladen und sehr dem
Zeitgeist angepasst, es geht um den Irak und eine
typisch dysfunktionale Familie.
Zwei alte Schulfreunde treffen sich unerwarteter
Weise am Bankautomaten wieder, und bei einem Bier
kommen sie sich wieder näher. Es gibt einige Hinweise
darauf, dass die beiden schon als Jugendliche
ineinander verliebt waren und es immer noch sind.
Dann kommt heraus, dass Billy sich freiwillig gemeldet hat,
um im Irakkrieg zu kämpfen, und noch am selben Abend
findet seine Abschiedsfeier im Kreise seiner Familie
statt und natürlich wird der Freund dazu eingeladen.
Es gibt sehr schöne Einblicke, oftmals ist der
Scheinwerfer nur auf eine Person gerichtet, und das
Publikum erfährt, was diese Person wirklich denkt.
Der herrschsüchtige Vater, der seinen Sohn schon
immer schwul geschimpft hat und nie gelobt hat, die
Mutter, die sich voöllig für ihre Familie opfert und
ständig probiert, alles im Lot zu halten und die
Schwester, die den Vater durchschaut, doch niemand hört
auf sie.
Ein sehr gelungenes, einfühlsames Stück und wirklich
erstklassiges Schauspieltalent.
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Der Titel stammt von der Liebe des Choreographen, Graeme Murphy für die ersten Klaviertöne, kommend von dem Klavierspiel seiner Mutter, die er
als Baby wahr nahm und die ihn lehrten Musik, Kunst und Tanz zu schätzen. So kommt es dann auch, dass er für seine Choreographie einen der besten
australischen Klavierspieler, Scott Davie, engagiert hat, der die 21verschieden Stücke, von Bach, über Cowell, Debuessy, bis hin zu Ravel tadellos
und glanzvoll herüberbringt.
Die Darbietung der australischen Tanztruppe (gegründet in 1969, NSW),
die Kostüme und Bühnengestaltung war fantastisch und wirklich weltklasse.
Es ist Moderner Tanz, aber mit vielen klassischen Elementen und ab und zu
humorvolle Stücke, die mit viel 'Bravo' vom Publikum empfangen wurden.
Die 21 verschiedenen Stücke, 1.5 Stunden ohne Pause, fliegen im nu vorbei,
ein harmonischer Fluss von einem ins Nächste.
Auf Harmonie wurde sehr geachtet, die Tanztruppe hilft spielerisch
beim Bühneumbau und meistens wird das Klavier miteinbezogen und hin
und her geschoben (auf einer Platform montiert). Das Klavier spielt
sowieso eine sehr wichtige Rolle und in einem Stück wird das
Klavierpiel, mit Videokamera, über ein Tanzsolo imposiert, so dass
es bald aussieht, wie ein durchsichtiger Vorhang mit Tasten. Beim
Tanz ist von allem etwas, einige ausgereifte Solos und viele
Gruppenstücke, die mit unheimlich viel Akrobatik ineinader fliessen,
es bleibt nur eins zu sagen - Einfach Spitzenklasse!
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 Polyphonia
Das erste Stück, Polyphonia (viele Stimmen), Choreographie von Christopher Wheeldon zu
Klaviermusik von György Ligeti, hat den Laurence Olivier Award in England 2003 bekommen.
Es ist eine erstaunliche Mischung von klassischer Romantik und wilden, modernen Tanzschritten,
die ineinander fliessen und die Phantasie fliegen lässt. Es sind 4 Paare auf der Bühne,
die dazwischen in Solos und Duets tanzen, eine schwierige und aufwändige Choreographie,
die von den Tänzern tadellos erledigt wird. Manchmal könnte man meinen Meereskreaturen
zu schwimmen sehen und einandermal Pflanzen, die wachsen und sich selber einschliessen.
Ein sehr intensieves Stück, herausfordernd und sensual.
Das zweite Stück, Rassemblement, Choreoraphie von Nacho Duato, basiert auf der Musik von
Toto Bissainthe, ein Haitischer Musiker. Die Stücke sind meistens Sklavenlieder vom Voodookult.
Das mythische Land der Freiheit, Afrika, die Sehnsucht dannach und das tägliche, rauhe
Lebenwird in Musik und Tanz dargestellt. Auch die Kostüme spielen eine grosse Rolle,
viel buntes und flatterndes machen das Stück visuell herausragend. Es ist ein wenig
merkwürdig, wie professionelle, klassische Tänzer plötzlich locker lassen wollen, um
wilden, afrikanischen Tanz mit Hüftenwackeln darzustellen, aber nicht schlecht gelungen.
Es sind viele, gute Tänzer involviert, die in immer wechselnden Formationen die
Geschichteder Sklaven intensiev und einfühlsam vorbringen.
 Mara Vinson und Batkhurel Bold
Das dritte Stück, La Sonnambula, Choreographie von George Balanchine, Musik von Vittorio
Rieti (basiert auf Thematik von 'Nachtschatten', Bellinis Oper) ist wieder etwas ganz anderes.
Es spielt in europäischen, romantischen Stil auf einem mysteriösem, verruchtem Maskenball. Die Hauptakteure
sind ein Poet und eine Coquette, um die sich die Geschichte dreht. Der Poet
probiert die Coquette, die von dem Baron, dem Gastgeber, begleitet wird für
sich zu gewinnen. Die eleganten Gäste wenden sich dem Essen zu und der Poet hat
die Bühne für sich bis eine wunderschöne, engelhafte Schlafwandlerin erscheint,
die er zu wecken versucht. Die Coquette wird nun eifersüchtig und erzählt dem
Baron von seinen Anäherungs versuchen, woraufhin dieser den Poeten ersticht und
er wird vonder Schlafwandlerin weggetragen. Ein altes Stück und eine noch ältere
Geschichte. Man fühlt sich magisch angezogen, ein Gast auf dem Maskenball und natürlich
leidet das Publikum mit dem armen Poet. Hevorragend getanzt und fantastisch kostümiert,
dieses Stück hat den Riesenbeifall verdient.
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Das berühmte Ballett Festival von Seattle mit dem Pacific Northwest Ballett is ein grosszügiges Gemisch aus klassischem
Ballett und modernem Tanz, eingeteilt in drei Programme. Programm C bestand aus drei Akten mit je einem kurzen Tanz zu
der Musik "Carmen" von George Bizet, gefolgt von einem längeren Stück.
Die "Carmen" Stücke waren von Trisha Brown choreographiert und boten typische spanische Tanzformen dar. Mit erhobenen
Armen und zuerst langsamen, rhythmischen, sich zum Ende des Stückes steigernden Bewegungen tanzten die Tänzer einmal
quer über die ganze Bühne. Das Final-Vignettte, zu der Musik von Bob Dylans "Spanischer Tanz" wurde von 5 Tänzern,
ganz in Weiss gekleidet, aufgeführt. Mit langsamen Tanzschritten nach links trafen sich die einzelnen Tänzer von
der ganzen Breite der Bühne, bis sie zum Schluss eine einheitliche Linie bildeten und damit einen sensationellen
und gefühlvollen Schlangeneffekt boten.
Das erste längere Stücke war "Adin" von Sergei Rachmaninoff, choreographiert von Christopher Stowell. Adin war die
klassischste Aufführung, die fliessende und romantische Musik von Rachmaninoff wurde präsentiert von passenden Serien von "Pas de deux" . Mit jedem Tanzpaar nahm die romantische Intensität zu, bis zum Ende die Tänzer in ihren weissen Leotards eine atemberaubend einheitliche Formation bezogen.
Das zweite Stück "Locate" mit Musik von John Cage, und choreographiert von Mary Sheldon Scott, erschien komplex. Intensive
und frei gehaltene Musik erklang in langsamen Wellen mit Abschnitten von krachenden Geräuschen. Der begleitende Tanz
erschien oft unpassend zur Musik, rhytmisch als auch thematisch. Tänzer in weissen und roten Tanzkostümen rannten
über die Bühne oder umarmten sich verführerisch. Hektische Armbewegungen passten nicht zu der ruhigen Musik. Nur
zum Ende hin, als die Musik österliche Klänge annahm, fand der letzte Tänzer mit eckigen Bewegungen den passenden
Rhythmus zum Einklang mit der Musik.
Das Finale "Sense of Doubt" von Philip Glass, choreographiert von Paul Gibson, war der Höhepunkt des Abends. Musik und Tanz
trafen sich in perfekter Harmonie. Tänzer in metallisch grauen und braunen Kostümen, wirbelten und sprangen in Duet,
Trios und Quartett Formationen zu sich intensivierender Musik in komplexen Bewegungen und Tanzmustern. Es war eine
Ehre bei der Weltpremiere dieses wunderbaren Stückes anwesend zu sein.
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Die 19. jährliche Nordwest Frauenshow im QWest Field Event Center hatte von allem etwas.
Von Hautpflege, finanzieller Hilfe, Massage bis hinzur
Autopflege, Essen und Getränke, angefangen bei McDonald's (der
Sposor der Show) bis hin zu New Age Säften, die versprachen,
beim Abnehmen zu helfen undkleinere Leiden zu heilen.
Natürlich gab es auch Kleidung, Schmuck, Haustierpflege und
sogar eine Bude mit Tarot. Das Bühnenprogram war genauso
variiert, es wurde Selbstverteidigung, Adoptionstipps,
Feuerwehrmann Mode und vieles mehr gezeigt. Es war lobend zu
sehen, dass Frauen nicht einfach stereotypisch behandelt und
dargestellt wurden und ich war beeindruckt zu sehen,
wieviele unterschiedliche Gruppen representiert waren, wie
zum Beispiel "Women in Trades". Es war viel interessantes
und lehrreiches zu sehen, was locker einen Nachmittag in
Anspruch nahm und es war wirklich die $13 Eintritt wert.
Northwest Women's Show
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Bumbershoot 2006
Seattle Center 2-4 September 2006
Dieses ist eins der besten Musikereignisse des Jahres in Seattle.
Mit mehr als 10 verschiedenen Bühnen bekommt man, über 2 Tage verteilt, für jeden Geschmack etwas geboten.
Das Wetter ist immer spitze um die Jahreszeit und mit vielen Biergärten und non-stop Unterhaltung gibt es einfach nichts besseres.
Es gibt einfach alles, von Volksmusik, bis hin zu Flamencotanz und natürlich auch richtig berühmte Bands, wie letztes
Jahr ‘Blondie’ und ‘The Journey’.
Dieses Jahr sind die ‘Shins’ und auch ‘Wu TangClan’ angepriesen.
Man kann ein Ticket für einen Tag kaufen, aber billiger wirds, wenn man direkt beide Tage auf einmal nimmt, im
Moment $60, ein Billigpreis, wenn man bedenkt, dass man dafür mindestend 50 verschiedene Bands zu sehen bekommt.
Bumbershoot
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