COSTA RICA 2 : 1 SCHOTTLAND
Swangard Stadion, Burnaby
7. Juli
Die Schottland Mannschaft applaudiert das Tartan Army
Schottlands World Cup-Ambitionen endeten düster mit einer Niederlage in Vancouver. Ein
Tor in der letzten Minute von Mac Donald besiegelte den 2:1Sieg für Los Ticos. Beide Seiten
brauchten einen Gewinn, um überhaupt im Turnier weitermachen zu können, und eigentlich
hatten die Schotten den besseren Start. Schottlands bester Spieler, Mark Reynolds, stieg in
der sechsten Minute über die Abwehr, aber sah seinen Kopfball vom Pfosten abprallen. Pablo
Herrera revanchierte sich, als Ryan O’Leary den Ballbesitz in der 15. Minute verlor, aber auch
er scheiterte am Holz.
Aber dann übernahm Schottland die Führung, nach 18 Minuten, als Calum Elliot den Pass von
McGlinchey geschickt mit der Ferse weitergab an Reynolds (wie
einst McFadden aus FC Motherwell), der einen Treffer landete. Schottland
war obenauf und spielte mit Selbstvertrauen. Trotzdem hatte Costa Rica Anspruch auf einen
Strafstoß, als Cuthbert sich mit MacDonald 13 Minuten vor der Pause verhedderte. Die Halbzeit
endete mit Chancen auf beiden Seiten, denn Dorrans und der gefährliche Herrera kamen beide nah dran.
Motherwells Mark Reynolds mit dem Tor für Schottland
Costa Rica zog allerdings neue Saiten auf und Scott Fox verteidigte Schottlands Führung mehr
als einmal. Jedoch war er hilflos in der 57.-ten, als es so aussah als würde Ersatzspieler Jean Solarzano
mit einem Freistoß die Schotten retten, aber der Ball fiel günstig für Herrera, der gleichzog. Schottland
war in Unordnung, während Costa Rica auf einen Sieg hin drängte. Die Knie von Fox retteten die Schotten
noch einmal, bei einer Stunde Spielzeit, und dann drückten sie eine Attacke von MacDonald gegen die
Latte. Ein Über-den-Kopf-Schuss von Fletcher wurde den Schotten als Abseits gewertet, aber das Spiel
wurde zum Affentheater, weil beide Seiten auf Sieg spielten. Costa Rica ließ vier Stürmer vorn als Schottland
einen Eckball hatte, doch trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit gelang es den Schotten nicht, in
Ballbesitz zu kommen, und als er ins obere Feld einschlug, hatten die Mittelamerikaner den Vorteil.
Mit dem letzten Abstoß des Spiels, von einem scharfen Winkel aus, prügelte der Spieler MacDonald
den Ball hoch oben in Schottlands Netz hinein.
Los Ticos behielten den Druck bei, als sie nach einer weiteren Chance suchten, während die Uhr auf eine
Stunde vorrückte. Solorzano stürmte den linken Spielrand hinunter, und während der zurückweichende
Abwehrspieler ausrutschte, landete er einen heftigen Angriff, den Fox mit den Knien abwehrte. Fox war
bei weitem der stärker beschäftigte Torhüter in der zweiten Halbzeit und er zeigte, dass er seine Hände
genauso gut wie seine unteren Gliedmaßen zum Wohle Schottlands zu nutzen wusste. Es gelang ihm,
eine Hand auf einen Torschuss von MacDonald zu bekommen und ihn auf die Latte zu drücken. Die
Schotten sah immer müder aus, während das Spiel voran ging, und wenn sie einmal Chancen hatten,
machten sie den Costa Ricanern keinen besonders großen Ärger. Schottland hatte den Ball einmal
in der zweiten Halbzeit im Netz, nach einem perfekten Über-den-Kopf-Schuss von Fletcher, aber das
wurde als Abseits eingestuft. Während die Zeit beiden Seiten davon lief, kam das Spiel in eine Phase
von Feldende-zu-Ende-Fussball. Immer sah Costa Rica gefährlicher aus, wenn es aufs Tor stürmte. Und
so blieb es dabei, dass dieser Spieler MacDonald mit dem letzten Abstoß des Spiels, von einem scharfen
Winkel aus, den Ball hoch oben in Schottlands Netz hineingeprügelt hatte.
Schottland: Fox, Wallace, Cuthbert, Reynolds, McGlinchey, Elliot, Fletcher, Dorrans (Conroy 61. min.),
O'Leary (Kenneth 65. min.), Considine, Lynch (Snodgrass 71.min.)
Nicht eingewechselte Ersatzspieler: Kelly, McNeil, Cave-Brown, Lowing, Wallace, Conroy, Gilmour, Campbell
Tor: Reynolds
Gelbe Karten: Dorrans
Costa Rica: Quesada, Dawson, Rodriguez (Fernandez 74. min.), Cubero, Herrera, Borges, Elizondo (Solorzano 46. min.),
MacDonald, Ramos, Myrie, Waston (Camble 88. min.)
Nicht eingewechselte Ersatzspieler: Esteban, Gomez, Jimenez, Cubero, Borges Perez Gonzalez O, Garcia, Gonzalez G
Tor: Herrera, McDonald
Gelbe Karte: Waston
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SCHOTTLAND 1 : 3 JAPAN
Royal Athletic Park, Victoria B-K
1.Juli 2007
 Ross Campbell
Japan schlug ein ungewohnt schwaches Schottland überzeugend mit 3:1 in einem voll gepackten Royal
Athletic Park in Victoria, Britisch Kolumbien. 11.400 Zuschauer füllten das renovierte Stadion bis
zur Kapazitätsgrenze, meist um hinterher weiter den Canada Day am Inner Harbour zu feiern.
Japan dominierte die erste Halbzeit und Schottland war vom Anpfiff an unter Druck. Die Chancen
entfielen regelmäßig auf die Japaner, die in der ersten Halbzeit 11 Angriffe starteten, darunter
drei Torschüsse. Als das Tor fiel, auch wenn es verdient war, war es allerdings ein bisschen
komisch und beinahe hätten die Schotten die Halbzeit unbeschadet überstanden. Scott Cuthbert
verfehlte komplett einen Freistoß, und obwohl der schottische Torwart, Andy McNeill, als
erster am Ball war, feuerte er ihn gegen den herbeistürmenden Yasuhito Morishima, der ihn
ins leere Netz schob.
Schottland verbesserte sich ein bisschen in der zweiten Hälfte, obwohl es noch schlimmer
hätte kommen können, wenn nicht Andrew McNeil im Tor gestanden hätte. Zu dem Zeitpunkt, als
sein unglücklicher Fehler es Aoyama erlaubte, Japans drittes Tor zu erzielen, war das Spiel
bereits außer Schottlands Reichweite. Der eindrucksvolle Umesaka hatte die Japaner bereits
auf 2:0 gesteigert, von 23 Metern Entfernung aus in der 57.-ten Minute.
Eine später Aufschwung munterte die Schotten etwas auf und sie wischten den Japanern
eins aus, durch Ross Campbell, aber es waren die Japaner, denen verdientermaßen von einer
Anhängerschaft aus aller Herren Länder applaudiert wurde, gerade als die Nigerianische
Truppe für das zweite Spiel aufmarschierte.
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Wagnis Kanada
von Ger Harley
Mit der Wahl Kanadas als Austragungsort für die kommende FIFA U-20-Weltmeisterschaft ist der
Weltfußballverband mit Sitz in Zürich durchaus ein kleines Risiko eingegangen. Auch für Kanada
selbst und den Kanadischen Fußballverband war es ein Wagnis, bedarf ein solch sportliches
Großereignis doch eines umfassenden organisatorischen und sicherheitstechnischen Aufwands. Auch
logistisch gesehen stellen Einladung, Unterbringung und Verpflegung von insgesamt 23 internationalen Teams eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar, von Umbau und „Aufrüsten“ der Fußballstadien zwecks Erfüllung und Anpassung der FIFA-Auflagen bzw. –Standards ganz abgesehen. Natürlich erhoffen sich die Kanadier von dem Sport-Spektakel einen satten Gewinn, aber vor den Profit haben die Fußballgötter eben nun mal leider die Investition gesetzt.
Prost Amerika sprach mit Dr. Suzanne Flannigan, Medienbeauftragte des Victoria Site Organising
Commitee: „Die Kosten sind zwar beträchtlich, aber Victoria wird auch nach der Weltmeisterschaft
von den Verbesserungen der Infrastruktur profitieren“, ist sie sich sicher. „Die FIFA hat bezüglich
der Stadien hohe Ansprüche, und wir tun alles, um den von ihr vorgegebenen Standards zu entsprechen.
Unsere Stadt besitzt nun ein Spielfeld, das internationalen FIFA-Anforderungen genügt.“
Nicht nur Victoria wird von dem erwarteten Besucherstrom anlässlich der U-20-Fußballweltmeisterschaft
profitieren, sondern auch die anderen, übers Land verteilten Austragungsorte werden dazu beitragen,
dass die Weltmeisterschaft zu einer Erfolgsgeschichte Kanadas wird. „Der wirtschaftliche Gewinn
wurde ursprünglich auf 166 Millionen kanadische Dollar (ca. 77,5 Millionen britische Pfund) geschätzt“,
so Dr. Flannigan weiter. „Die Zahl könnte jedoch noch beträchtlich steigen, nachdem nach neuesten
Schätzungen über 800.000 Besucher zu den Spielen erwartet werden. Sollte es gegen Ende der Austragungen
noch mal einen Ansturm auf die Ticketverkaufsstellen geben, könnte sich die Besucherzahl insgesamt auf
über eine Million in den sechs Veranstaltungsorten erhöhen.“
Natürlich wird die „Tartan Army“, die schottische Fangemeinde, das ihrige dazu tun, um die
kanadischen Kassen wieder aufzubessern, wenn sie ihrer Mannschaft nach Kanada folgt. Wie viele unter
ihnen anlässlich dessen sogar den Atlantik überqueren werden, lässt sich schwer einschätzen. Doch
selbst wenn niemand direkt aus Schottland einfliegen sollte, kann sich die schottische U-20-Mannschaft
auf einen herzlichen Empfang seitens ihrer Fans gefasst machen. In British Columbia lebten mehr als
genug Ex-Patrioten, um Schottland bei der Weltmeisterschaft gebührend zu vertreten, meint Dr. Flannigan.
„Uns liegen zwar keine genauen Zahlen vor, aber zusammen mit den Fanclubs der Celtics und Rangers
rechnen wir mit einigen hundert schottischen Schlachtenbummlern – allesamt in Schottenkaros gehüllt
versteht sich“, prognostiziert Dr. Flannigan. „Darüber hinaus erwarten wir auch einige Busladungen
mit Fans vom südlichen Teil des Kontinents. Das entspricht auch in etwa unseren Erwartungen bezüglich
der Anzahl der Fußballanhänger aus Uruguay, die zum B-Gruppenspiel Uruguay – Zambia am 7. Juli anreisen
werden. Außerdem rechnen wir mit dem Besuch vieler japanischer Fans und Journalisten, da Victoria und die
japanische Stadt Morioka eine Städtepartnerschaft verbindet.“
Harley ist der Redakteur von www.scottishfitba.net
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Victoria wappnet sich für den Einfall der „Tartan Army“
Quasi als „Sicherheitsvorkehrung“ konnte sich Schottland im Vorfeld der U-20-Weltmeisterschaft ein Bild von Kanadas fußballerischen und logistischen Gegebenheiten machen: Bereits im März kam die schottische Jung-Elf in einigen Spielen gegen die der Gastgeber des World Cups zum Einsatz. Die Begegnungen waren ausgeglichen, beide Mannschaften konnten jeweils ein Spiel für sich entscheiden. Was den Punktestand in Sachen "Zu früh gefreut" betrifft, geht Schottland jedoch klar als Sieger hervor. Sinn und Zweck des schottischen Märzbesuchs auf dem nordamerikanischen Kontinent war neben dem sportlichen Kräftemessen auch die Gewöhnung an die Bedingungen in den Fußballstadien der unterschiedlichen Veranstaltungsorte. Doch obwohl das zweite Spiel gegen Kanada im Royal Athletic Park stattfand, wird der erhoffte Gewöhnungseffekt wohl ausbleiben: Der Rasen, auf dem sich schon solch renommierte Mannschaften wie Rangers, Hearts und Sunderland die Ehre gaben, wird derzeit um ca. hundert Meter verschoben; die Sitzplätze des Stadions sind mit Blick auf das Endspiel im Vergleich zum März beträchtlich angehoben worden.
Da die schottische U-20-Mannschaft während der Weltmeisterschaft als eine der ersten in dem von Grund auf erneuerten Royal Athletic Park zum Einsatz kommen wird, wollten wir wissen, welche Fortschritte hier im Rahmen der landesweiten Vorbereitungen auf eines der größten Sportereignisse überhaupt bereits erzielt worden sind. Prost Amerika sprach mit Dr. Suzanne Flannigan, Medienbeauftragte des Victoria Site Organising Commitee, um Informationen über den aktuellen Stand der Instandsetzung zu erfahren: „Der Umbau des Royal Athletic Parks geht gut voran“, sagt sie. „Das Stadion hat nun ein Fassungsvermögen von 11.500 Zuschauern, inklusive der für den Verlauf der WM neu installierten Tribünenplätze. Die Flutlichter strahlen und der Rasen ist verlegt. VIP-, Presse-, Behinderten- und Firmenlogen sind fast fertig gestellt. Das Stadion nimmt wirklich Gestalt an. Der Ticket-Vorverkauf für das Schottlandspiel am 1. Juli läuft weiterhin hervorragend. Die zweithöchsten Verkaufszahlen verzeichnen wir bisher für das Spiel am 7. Juli. Für beide Spiele gibt es noch Tickets, keine Sorge“, versichert Dr. Flannigan.
Schottland wird am 1. Juli gegen Japan antreten. Das Spiel findet am Canada Day statt, es wird also hoch hergehen in Victoria. „Am 1., 4., 7. und 11. Juli ist traditionell viel los in der Hauptstadt British Columbias“, erklärt uns Dr. Flannigan, „mit den zusätzlichen WM-Besuchern wird die Stadt aus allen Nähten platzen, ich freue mich schon auf den Trubel! Am Morgen des 1. Juli findet der kanadaweite HBC-Lauf, ein von der Hudson Bay Company zu wohltätigen Zwecken veranstalteter Volkslauf, statt. Die U-20-WM Spiele beginnen dann um 14.15 Uhr und um 17.00 Uhr (voraussichtliches Spielende gegen 19.00 Uhr), ich gehe also davon aus, dass die meisten Stadionbesucher sich nach den Spielen in Richtung Stadtzentrum begeben werden, um sich die Feierlichkeiten und das Feuerwerk anlässlich des Canada Days anzusehen. Die ganze Stadt wird auf den Beinen sein!“
Wie hinlänglich bekannt sein dürfte, feiert die „Tartan Army“ ihre Mannschaft, egal ob Sieg, Niederlage oder Unentschieden. Wir sind uns sicher, dass dieser Canada Day allen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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