The Yacoubian Building (Ägypten 2006)
Regisseur: Marwan Hamed
Originaltitel: Omaret yakobean
Auch wenn nicht unbedingt für den Durchschnittskinobesucher geeignet, schafft es Marwan Hamed dennoch, aus den
Bewohnern des prachtvollen Kairoer Gebäudes, nach dem der Film benannt ist, einige gute schauspielerische Leistungen
herauszuholen. Darüber hinaus scheut er nicht vor Themen wie Homosexualität, islamischem Fundamentalismus, sexueller
Belästigung und Korruption zurück. Die unterschiedlichen Handlungsstränge sind gekonnt miteinander verwoben, ohne den
Fluss der übergeordneten Handlung des Films zu stören.
Wer also glaubt, genügend Sitzfleisch für 161 Minuten Zelluloid zu haben, der möge sich an diesem Film versuchen.
PA Klasse 7/10
Adel Imam: Zaki El Dessouki
Nour El-Sherif: Haj Azzam
Youssra: Christine
Essad Youniss: Dawlat El Dessouky (als Issad Younis)
Ahmed Bedir: Malaak (als Ahmed Bedeir)
Hend Sabri: Bothayna (als Hind Sabry)
Khaled El Sawy: Hatem Rachid
Khaled Saleh: Kamal El Fouly
Ahmed Rateb: Fanous
Somaya El Khashab: Soad
Bassem Samra: Abd Raboh
Mohamed Imam: Taha El Shazly
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2 Tage Paris (Frankreich/Deutschland 2006)
Regisseur: Julie Delpy
Originaltitel: 2 Days in Paris
 Julie Delpy und Adam Goodman
Mitreissend und lustig folgt diese
romantische Komödie den Reisen von Jack und Marion, er Amerikaner und
sie Pariserin, als sie auf ihrer Rückreise aus
Venedig bei ihren Eltern in Paris auftauchen. Der Film bietet ein paar geniale und lustige
Dialoge und wurde gut inszeniert. Die fröhliche Julie Delpy und Adam
Goodman versuchen mit Marions jüngster Entdeckung aus ihrer
Vergangenheit zurecht zu kommen, wobei Paris den landschaftlichen
Hintergrund bildet.
PA Klasse 7/10
Julie Delpy: Marion
Adam Goldberg: Jack
Daniel Brühl: Lukas
Marie Pillet: Anna, Marion's mother
Albert Delpy: Jeannot, Marion's father
Aleksia Landeau: Rose, Marion's sister (als Alexia Landeau)
Adan Jodorowsky: Mathieu
Alexandre Nahon: Manu (als Alex Nahon)
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Congorama (Kanada/Belgien 2006)
Regisseur: Phillippe Falardeau
Der Film spielt in Belgien und Quebec. Congorama folgt den Schicksalen getrennt
voneinander aufwachsender Zwillinge: dem des belgischen Erfinders Michel (Oliver
Gourmet) und des Mechanikers Louis (Paul Amahrani). Als der
Erfinder Michel erfährt, dass er adoptiert wurde, führt ihn
seine Suche nach seinen biologischen Eltern in die Aussenbezirke
von Quebec. Sein Schicksal beginnt dort sich mit dem Leben von
Louis zu verbinden. Filmdirektor Falardeau berichtet
geschickterweise von den Leben der beiden in
getrennten Geschichten, bis zu dem Tag, wo sich die beiden per
Zufall die beiden kennen lernen. Von da an verfolgt der Film das Leben
der beiden Männer zusammen, als ein tragischer Unfall beide
Brüder stark beeinflusst.
Der Film hat 5 Auszeichnungen beim
Filmfestival in Quebec bekommen. Congorama beinhaltet
raffinierte Handlungen und Verdrehungen und Gourmet spielt mit
einer Spur von Komik.
Ein sehenswerter Film für alle Fans von
"Frankophonen Cinema" aber weniger bewegend für alle anderen
Kinogänger. Trotzdem empfehlenswert.
PA Klasse 7/10
Olivier Gourmet: Michel Roy
Paul Ahmarani: Louis Legros
Jean-Pierre Cassel: Hervé Roy
Claudia Tagbo: Alice Roy
Gabriel Arcand: Priest
Lorraine Pintal: Lucie
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Ha-Buah (Israel 2006)
Regisseur: Eytan Fox
Dieser aussergewöhnliche Vertreter des israelischen Kinos stellt ein packendes Drama über die homosexuelle Beziehung
zwischen einem israelischen Soldaten und eines Palästinensers aus Nablus, einer Stadt im Westjordanland, dar.
Vor dem Hintergrund des Krieges in Nahost versuchen drei Israelis, zwei schwule Männer und eine heterosexuelle
Frau ihr Leben in der “Blase”, ein Begriff, der aufgrund seiner relativen Isolation von den anhaltenden Konflikten
in anderen Teilen Israels von Israelis häufig für Tel Aviv verwendet wird, in den Griff zu bekommen.
 Ohad Knoller und Yousef "Joe" Sweid
Alles droht jedoch auseinanderzubrechen, als Noam (Ohad Knoller), ein Reservist, eine affäre mit Ashraf (Yousef
'Joe' Sweid), einem jungen Palästinenser, beginnt,
auf den er während einer Grenzkontrollfahrt trifft. Ohne es zu
wollen, nehmen die politischen Auseinandersetzungen immer mehr Einfluss auf beider Leben. Einige überaus lustige Augenblicke
sind aufgrund der doppelten Bedrohung durch Schwulendiskriminierung und Rassismus gleichzeitig äusserst schmerzlich,
und Eytan Fox verdient Applaus für diesen bewegenden Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Besondere
Erwähnung verdient darüber hinaus Alon Friedmann als überzeugende Tunte und zweiter schwuler Mitbewohner der
Männer-WG. Anstatt sich gängiger Stereotype zu bedienen, stellt er die Rolle des Yali mit so viel Verve dar,
dass man schnell den Eindruck gewinnt als Zuschauer nicht der einzige zu sein, der Spass daran findet.
 Ohad Knoller, Yousef "Joe" Sweid, Daniela Wircer und Alon Friedmann
Mit der Entscheidung für “Ha-Buah” hat sich das SIFF Kommitee sicherlich nicht leicht getan. Ich sage: unbedingt ansehen.
PA Klasse 9/10
Ohad Knoller: Noam
Yousef "JoeYquot; Sweid: Ashraf
Daniela Wircer: Lulu
Alon Friedmann: Yali
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Ein Freund von mir (Deutschland 2006)
Regisseur: Sebastian Schipper
Karl (Daniel Brühl) ist ein talentierter, aber schüchterner Angstellter eines Versicherungsunternehmens.
Teils um ihn aus der Reserve zulocken, teils um Erfahrung zu sammeln, beauftragt ihn sein Chef, einen Tag lang als
Fahrer bei einer Autovermietung zu arbeiten.
Dort trifft er auf den etwas seltsamen Hans (Jürgen Vogel), der sich mit Grips und gesundem Menschenverstand
durchschlägt, in Bezug auf zwischenmenschliche Bezeichnung jedoch völlig naiv ist. Die beiden “Fahrer” werden Freunde,
und Schipper untersucht die Freundschaft der beiden Männer geschickt, von denen einer nicht genau das zu sein scheint,
was er vorgibt. Als Hans' Freundin (Sabine Timoteo) auftaucht, wird's erst recht kompliziert. Trotz vieler Irrungen
und Wirrungen kommt man nicht umhin die Hauptcharaktere gern zu haben. Der Film fesselt und kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus.
Gute Werbung also für den Deutschen Film. Ich freue mich jetzt schon auf Schippers nächstes Projekt.
PA Klasse 7/10
Daniel Brühl: Karl
Jürgen Vogel: Hans
Sabine Timoteo: Stelle
Peter Kurth: Fernandez
Michael Wittenborn: Naumann
Oktay Özdemir: Theo
Steffen Groth: Frank
Jan Ole Gerster: Cornelius
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Souls Without Borders (Spanien/USA 2006)
Regisseure: Anthony Geist/Alfonso Domingo
Die Abraham Lincoln Brigade war das amerikanische Äquivalent zu der
legendären Internationalen Brigade, deren Mitglieder darauf bestanden
hatten, gegen die Franco-Faschisten im spanischen Bürgerkrieg zu
kämpfen. Dieser langsame Dokumentarfilm besteht aus Interviews mit
überlebenden Veteranen und historischen Filmausschnitten aus
dieser spanischen Zeitepoche. Ein trauriger Film, der die Ideale und
Impulse der Freiheitskämpfer dokumentiert aber auch deren Unfähigkeit zeigt,
um ein zu dramatisches Ende zu vermeiden.
Dieser Film ist sehr anspruchsvoll und
schwierig zu verarbeiten, wenn kein besonderes
Interesse für den spanischen Bürgerkrieg vorhanden ist.
PA Klasse 5/10
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Falkenburg Farewell (Schweden 2006)
Regisseur: Jesper Ganslandt
Originaltitel: Farväl Falkenberg
Ein langsamer Film, der Auszüge die verschiedenen Lebenssituationen einiger 20-
jähriger Männer in der kleinen schwedischen Küstenstadt
Falkenberg dokumentiert. Als solches gesehen, ist das Thema gut
angeschnitten. Der Film will überzeugend wirken und erreicht dieses
Ziel durch kurze, oberflächliche Ausschnitte aus den Lebenssituationen der
Männer. Zum Ende hin erscheint der Film jedoch als ein verzweifelter
Versuch, einen tiefergehenden Sinn zu dieser Thematik zu bieten. Leider
erreicht dies der Film nicht.
PA Klasse 3/10
John Axel Eriksson: John
Holger Eriksson: Holger
David Johnson: David
Jesper Ganslandt: Jesper
Jörgen Svensson: Jögren
Rolf Sundberg: Jespers Vater
Ulla Jerndin: Holgers und Johns Mutter
Per-Ola Eriksson: Holgers und Johns Vater
Helena Svensson: Jörgens Mutter
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Geheimring 99 (USA 1955)
Regisseur: Joseph H. Lewis
Originaltitel: The Big Combo
Alles, was ein Film noir braucht, ist da: kräftige Hell-Dunkel-Kontraste und der Schatten
einer geöffneten Jalousie, Trompeten- und Saxophonmusik, hartgesottene Polizisten, Femmes fatales und korrupte Unterweltbosse,
die sich in den Bars, Nachtclubs und Spielhöllen von Los Angeles, San Francisco, New York und Chicago herumtreiben,
lasterhafte und moralisch fragwürdige Antihelden, die gegen ein Schicksal kämpfen, das ihnen in der Regel ein schlimmes
Ende beschert. Wie gesagt, alles da. Wer jetzt noch Spaß an pointierten Dialogen hat (Leonard Diamond: Sie steht unter
Arrest, Mr. Brown. Mr. Brown: Aufgrund welcher Beschuldigung? Leonard Diamond: Mord. Mr. Brown: Das ist lächerlich.
Sie könnte keiner Fliege etwas zu Leide tun. Leonard Diamond: Sie hat versucht sich umzubringen. Mr. Brown: Ist das
ein Verbrechen? Leonard Diamond: Es verstößt gegen zweierlei Gesetz: Gottes und dem der Menschen. Ich verbuche sie
unter Letzterem.) und die Voraussehbarkeit der Handlung entschuldigt, kommt völlig auf seine Kosten. Sogar eine
neblige Flughafenszene gibt's am Schluss: Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Richard Conte gibt eine exzellent süffisante Vorstellung in der Rolle des Bösewichts Mr. Brown. Cornel Wilde überzeugt
als der rechtschaffene Gesetzeshüter Lt. Leonard Diamond mit Hang zur Unterwelt, und Jean Wallace in der Rolle des unschuldigen
Mädchens Susan Lowell, die zu Mr. Browns Geliebter wurde und nun Flucht im Suizid sucht, weckt nicht nur männliche
Beschützerinstinkte.
PA Klasse 7/10
Cornel Wilde: Police Lt. Leonard Diamond
Richard Conte: Mr. Brown
Brian Donlevy: Joe McClure
Jean Wallace: Susan Lowell
Robert Middleton: Police Capt. Peterson
Lee Van Cleef: Fante
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This is England (England 2006)
Regisseur: Shane Meadows
Angesiedelt im Nordengland von 1983 verfolgt dieses Drama den Lebensweg eines
elfjährigen Jungen, dessen Vater im Falklandkrieg starb. Er
markiert die Stationen ausgehend vom schikanierten Opfer,
über seine Adoption bis hin zur Indoktrination durch die politisch rechtsnationale
Partei der "National Front".
 Thomas Turgoose
Thomas Turgoose als der junge Sean und Stephen Graham als politisierter
Ex-Sträfling, der die apolitische Harmonie der Gruppe durch seinen Eintritt ins Wanken
bringt, beeindrucken durch eine grossartige schauspielerische Leistung.
Trotz der Schilderung aus Seans Blickwinkel wird wohl
niemand Verständnis für die rassistischen Ansichten der NF aufbringen können.
Doch besonders amerikanischen und englischen Zuschauern werden die
Parallelen des zweifelhaften Hurra-Patriotismus, durch den junge Männer
in einen sinnlosen Krieg getrieben werden, zwischen damals und heute
nicht verborgen bleiben.
Für Kinder ist dieser Film sicherlich nicht geeignet. Des Weiteren könnten
englische Zuschauer die Unstimmigkeiten bei den verschiedenen britischen Akzenten
als leicht störend empfinden. Die vielen positiven Aspekte des Films
überwiegen jedoch und machen ihn definitiv sehenswert.
PA Klasse 8/10
Thomas Turgoose: Shaun
Stephen Graham: Combo
Jo Hartley: Cynth
Andrew Shim: Milky
Vicky McClure: Lol
Joseph Gilgun: Woody
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Dieser Dokumentarfilm aus Seattle verfolgt Aufstieg und Fall der
venezualischen Sängerin Yva Las Vegass vom Höhepunkt ihres Ruhms der Band "Sweet 75" mit dem
ehemaligen "Nirvana"- Bassisten Krist Novoselic ausgehend bis zu ihrem
Dasein als Strassenmusikantin am Pike Place Market - belästigt von
dortigen Händlern und dem Sicherheitsdienst.
Ihre Grobheit, ihr Drogenmissbrauch, ihr Talent sowie die Sympathie und Feindseligkeit,
die sie zu gleichen Teilen auszulösen vermag, werden in ihrer Gesamtheit
vor dem Publikum ausgebreitet. Aufgepeppt wird der Film durch lebendige
und offenherzige Beiträge von Yvas ehemaligen Bandmitgliedern "Children of the Revolution",
die gleichzeitig mehr Licht auf ihre Geschichte werfen. Die Dokumentation versucht nicht zu
verschleiern, dass eine Begegnung mit Yva Las Vegass nicht nur von
Freude sondern auch von Leid begleitet ist.
Ich selbst schwanke zwischen Sympathie und Antipathie gegenüber dieser Frau, und das
ist durchaus als Verdienst dieser Dokumentation anzusehen. Ein Verdienst
sowohl von Wiley Underdown als auch von Yva selbst, da beide nicht der
Versuchung erlegen sind, eine künstlich geschönte Dokumentation zu produzieren. Des
Weiteren zeigt der Film zauberhaftes Material von Yvas Auftritten auf der Bühne und den Strassen von Seattle.
PA Klasse 7/10
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Outsourced (USA 2006)
Regisseur: John Jeffcoat
 Josh Hamilton und Ayesha Dharker
Eine brillante Komödie über einen Amerikaner aus Seattle, der seinen Job verliert, da die Firma seine Arbeitsstelle
nach Indien auslagert hat. Als wäre dies nicht schon Tragödie genug, wird er obendrein noch selbst nach Indien
geschickt, um dort seinen eigenen Ersatz zu schulen.
Die kulturellen Differenzen werden immer dann deutlich sichtbar, wenn er versucht, die Inder darin zu trainieren
wie Amerikaner zu sprechen und zu denken. Josh Hamilton spielt hervorragend ohne zu übertreiben, und Ayesha Dharke
konterkariert als die unvermeidliche Angebetete.
 Josh Hamilton
Dies ist kein Film, bei dem man ständig auf die Uhr schaut und hofft, dass er bald vorbei ist. Das farbenfrohe
ländliche Indien als Kulisse beschert ein zusätzliches Vergnügen beim Anschauen des Films. Ich sage: unbedingt ansehen.
PA Klasse 9/10
Josh Hamilton: Todd Anderson
Ayesha Dharker: Asha
Larry Pine: Amerikanischer Geschäfstmann
Asif Basra: Purohit N. Virajnarianan
Matt Smith: Dave
Arjun Mathur: Gaurav
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Vier Minuten (Deutschland 2006)
Regisseur: Chris Kraus
Hannah Herzsprung ist herausragend in der Rolle der völlig unzugänglichen Jenny, einer Gefängnisinsassin mit
außergewöhnlichem klavierspielerischenTalent. Ihre Darstellung, wirkungsvoll unterstützt von Monica Bleibtreu in
der Rolle ihrer ältlichen Klavierlehrerin, ist kraftvoll genug, um über das wiederkehrende Klischee der
Inhaftierung unschuldiger weiblicher Straftäter als Opfer männlichen Missbrauchs hinwegzusehen.
Es gibt einige wirklich bewegende Szenen; die Brutalität der Gewalt wird angedeutet anstatt dargestellt,
meistens dann, wenn Jenny in die Nähe eines Klaviers kommt. Berücksichtigt man darüber hinaus, dass Traudes
Probleme das Resultat nationalsozialistischer Untaten während des Zweiten Weltkriegs sind, bleibt der Eindruck
eines guten, aber nachlässigen Films, der die Ziellinie dank der exzellenten Leistungen der Schauspielerinnen
dennoch triumphal überschreitet.
PA Klasse 7/10
Monica Bleibtreu: Traude Krüger
Hannah Herzsprung: Jenny von Loeben
Sven Pippig: Mütze
Richy Müller: Kowalski
Jasmin Tabatabai: Ayse
Stefan Kurt: Direktor Meyerbeer
Vadim Glowna: Gerhard von Loeben
Nadja Uhl: Nadine Hoffmann
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Red Road (Schottland 2007)
Regisseur: Andrea Arnold
“Red Road” spielt in der berüchtigten „Red Road“ Wohnblocksiedlung in
Glasgow. Die Handlung dreht sich um Jackie (Kate Dickie), die beim Sicherheitsdienst in
der Videoüberwachung arbeitet und einen Mann aus ihrer Vergangenheit entdeckt, mit dem sie ein ausgeklügeltes
Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Clive (Tony Curran), das Objekt ihrer Begierde, ist ein Ex-Sträfling, der
versucht ein geregeltes Leben zu führen. Frauenheld Clyde, der
nicht wirklich nachvollziehen kann, warum Jackie
ihn auf diese Weise verfolgt, reagiert, indem er selbst beginnt Jackie
intensiv nachzustellen.
Die Charaktere sind nicht übertrieben dargestellt, sind aber dennoch
intensiv. Viele Nebendarsteller wirken gleichermassen
realistisch-dreidimensional. Der Plot spitzt sich langsam zu und entlädt sich im
letzten Viertel des Films mit einer Reihe von Auflösungen, die leicht unplausibel erscheinen
aber emotional gesehen recht befriedigend sind und die komplexen moralischen Inhalte nicht
trivialisieren.
PA Klasse 7/10
Kate Dickie: Jackie
Tony Curran: Clyde
Martin Compston: Stevie
Nathalie Press: April
Andrew Armour: Alfred
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Ferryman - Jeder muss zahlen (Neuseeland 2007)
Regisseur: Chris Graham
Originaltitel: The Ferryman
Soviel ist sicher, für diesen Film braucht man starke Nerven. Zu Beginn wird in Retrospektive von der
Legende des Fährmanns erzählt, der Passagiere seiner Fähre nur gegen gute Bezahlung an die andere Seite
des Flussufers übersetzt. Zurück in der Gegenwart brechen drei Paare von Neuseeland aus zu einer sommerlichen
Kreuzfahrt in Richtung Fidji-Inseln auf. Unter den sechs jungen Leuten befinden sich zwei Maori, Nachkommen
der Ureinwohner Neuseelands, und eine hübsche, nicht besonders kluge Blondine, die im Verlauf der Seereise
den lang ersehnten Heiratsantrag ihres Freundes erwartet. An Bord kommt es schnell zu Unstimmigkeiten, die
jedoch in den Hintergrund geraten als die sechs inmitten einer Nebelbank auf ein verfallenes Schiff treffen.
Sie retten den einzigen Überlebenden, der sich schon bald als Personifizierung des Bösen entpuppt und in
Form des rachedurstigen Geistes des anfänglich erwähnten unterbezahlten Fährmanns zur tödlichen Gefahr wird.
Ein Horrorfilm der blutrünstigen Sorte. Wer beim Anblick einer Küchenmesserschnittwunde in Ohnmacht fällt,
sollte zu Hause bleiben.
PA Klasse 6/10
John Rhys-Davies: Der Grieche
Kerry Fox: Suze
Sally Stockwell: Tate
Amber Sainsbury: Kathy
Tamer Hassan: Big Dave
Craig Hall: Chris Hamilton
Julian Arahanga: Zane
Lawrence Makoare: Snake
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Rohtenburg (Deutschland/USA 2006)
Regisseur: Martin Weisz
Die arglose amerikanische Journalistin Katie Armstrong reist nach Deutschland, um den aufsehen - und
abscheuerregenden Fall des Kannibalen Oliver Hartwin zu recherchieren, der über das Internet nach Personen suchte, die bereit
waren, sich von ihm töten und verspeisen zu lassen. In dem einsamen Simon Grombek findet er sein Opfer. Der Film ist komplett
in englischer Sprache, bizarrerweise wurden sogar die Namen von Einkaufsgeschäften ins Englische übersetzt. Der größte Teil
des Films wurde in Dreiviertellicht gedreht, was den Gruseleffekt noch verstärkt.
Hier gibt es Einiges an äußerst blutrünstigem Bildmaterial zu sehen. Während einer besonders widerwärtigen Szene, die
traurigerweise zugleich die denkwürdigste des Films darstellte, verließen drei Zuschauer den Kinosaal.
PA Klasse 3/10
Keri Russell: Katie Armstrong
Thomas Kretschmann: Oliver Hartwin
Thomas Huber: Simon Grombeck
Rainier Meissner: Oliver als Kind
Angelika Bartsch: Viktoria
Alexander Martschewski: Rudy
Nils Dommning: Karl
Marcus Lucas: Felix
Pascal Andres: Simon als Kind
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 Viktor Yushchenko
Oppositionsführer Viktor Yushchenko hatte einen deutlichen
Vorsprung bei der Wahl 2004 in der Ukraine, trotz einer
Vergiftung durch den Geheimdienst. Sein Gegner Viktor
Yanukovych kontrollierte das Polizeiwesen, die Medien, die
Abteilung für Transportwesen und den Wahlausschuss.
Als der Vorstand des Ausschuss
Yanukovych als Sieger erklärte gingen die orangegekleideten
Anhänger von Yushchenko auf die Strassen. Es wurde eine der
erfolgreichsten, gewaltlosen Protestaktionen seit dem Ende des
Kalten Krieges. Protestorierende versammelten sich auf dem
"Maidan-Platz" in Kiew und bauten eine Zelt-Stadt auf.
 Protest auf dem Maidan-Platz
Diese ausgezeichnete Dokumentation zeigt die
Ereignisse vor und nach der umstrittenen Wahl
durch Interviews mit allen Hauptbeteiligten und
sehr geeigneten Filmausschnitten von den Protesten. Dem kalten Wetter von Kiew
zum Trotz fordern die Protestierenden das Recht auf Demokratie.
Über eine Million Menschen bevölkerte die "Zelt-Stadt" und brachte die
Regierung zum Stillstand. Auch das zur Einschüchterung herbei
gebrachte Polizeiaufgebot verfehlte seine Wirkung.
Applaus giltbeiden, der Arbeit von Steve
York und dem Mut der ukrainischen Bevölkerung.
PA Klasse 9/10
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The Ten (USA 2007)
Regisseur: David Wain
„The Ten“ ist eine Art Rocky Horror Picture Show für das 21. Jahrhundert und bereits vor seiner Veröffentlichung ein
Kultfilm. Er besteht aus einer Reihe von zehn Charakterskizzen frei nach den Zehn Geboten, die jeweils absurde und
übertriebene Szenarien darstellen wie zum Beispiel den ständig im Boden verankerten Mann oder den Arzt, der während der
Operation chirurgische Instrumente in seinen Patienten zurücklässt, „als Gag“ (ein Satz, der innerhalb weniger Monate
nach Erscheinen zweifelsohne im allgemeinen Sprachgebrauch sein wird). Verschiedene Charaktere tauchen im Verlauf des
Films immer wieder auf, und ein fulminantes Finale bringt alles zusammen. Insgesamt ein Filmvergnügen, obwohl der Humor
manchmal etwas gezwungen und langatmig rüberkommt und nicht immer gar so pfiffig ist wie er gerne wäre.
PA Klasse 7/10
Paul Rudd: Jeff Reigert
Famke Janssen: Gretchen Reigert
Jessica Alba: Liz Anne Blazer
Adam Brody: Stephen Montgomery
Bobby Cannavale: Marty McBride
Rob Corddry: Duane Rosenblum
Kerri Kenney: Bernice (als Kerri Kenney-Silver)
Ken Marino: Dr. Glenn Richie
A.D. Miles: Oliver Jennings
Gretchen Mol: Gloria Jennings
Oliver Platt: Marc Jacobson
Winona Ryder: Kelly LaFonda
Liev Schreiber: Ray Johnson
Ron Silver: Fielding Barnes
Jason Sudeikis: Tony Contiella
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Hijos de la Guerra (USA 2007) WELTPREMIERE
Regisseur: Alexandre Fuchs
Unter dem Begriff Mara Salvatrucha (auch kurz MS-13 genannt) wird eine Vielzahl von Gangs zusammengefasst, die in der
Welt agieren. Ihre Mitglieder sind zumeist US-Amerikaner lateinamerikanischer Herkunft. Entstanden vor dem Hintergrund des
blutigen Bürgerkriegs in El Salvador, kamen sie zusammen mit salvadorianischen Immigranten in die Vereinigten Staaten, wo
sie festgenommen und deportiert wurden. Bei ihrer Einreise hatten sie sich mit rassistischen Vorurteilen seitens der
Mexikaner auseinanderzusetzen, von denen sie als Bürger zweiter Klasse angesehen wurden. Alexandre Fuchs' verstörende
Dokumentation versucht ihr Bestes, die Gangmitglieder zu vermenschlichen, verliert darüber jedoch deren unschuldige Opfer
aus dem Blick. Das FBI bezeichnet La Mara Salvatrucha als die größte und gewalttätigste Gang der Welt. Fuchs hingegen stellt
sie als Opfer widriger Umstände dar. Ich zumindest weiß, wem ich mehr Glauben schenke.
PA Klasse 5/10
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Monster Camp (USA 2007)
Regisseur: Cullen Hoback
Wer jemals schon mal darüber nachgedacht hat, wie die langweiligen Computer-Freaks aus dem Büro nebenan eigentlich so ihre
Wochenenden verbringen, der könnte in „Monster Camp“ eine ganz gute Vorstellung davon bekommen. Der ungezwungene und weitläufige
Überblick über Seattles aktive Rollenspiel-Szene folgt einer Gruppe von Teilzeitschwertkämpfern, -kobolden, -elfen
und –zauberern wie sie in den Rollen ihrer Wunschcharaktere mit einer Intensität schwelgen, die ihnen im täglichen
Leben fehlt. Es gibt einige humorvolle Augenblicke, wenn sich die wirkliche Welt mit der fantastischen überschneidet.
So muss sich für die Darstellung einer bestimmten Szene zum Beispiel ein ehemaliges Liebespaar wieder zusammentun
etc. Die Herangehensweise an das Thema ist direkt und ziemlich verständnisvoll, obwohl es Momente gibt, in denen es
schwer fällt, die Absicht der Filmemacher, ihr Publikum über die Unbeholfenheit der Außenseiter zum Lachen zu bringen,
nicht zu durchschauen und man sich dadurch unweigerlich in die Mittelstufe zurückversetzt fühlt.
PA Klasse 4/10
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Muk Gong (Hong Kong 2006)
Regisseur: Jacob Cheung
 Andy Lau als Ge Li
Jacob Cheungs chinesisches Epos kann nicht des Mangels an Farbe und Action bezichtigt werden. Das allein macht
„Muk Gong“ jedoch noch nicht zu einer Besonderheit dieses Genres. Dazu verhilft dem Film zweifelsohne die meisterhafte
Darstellung Andy Lau als Ge Li, einem philosophischen Militärstrategen, der die Zitadelle von Liang rettet, die
unglücklicherweise der unaufhaltbaren und gnadenlosen Armee Zhaos im Weg ist.
Fan Bingbing als Yi Yue sorgt für romantische Verwicklungen als Li versucht, seine pazifistischen und militärischen
Strategien in die Tat umzusetzen um Liang zu retten.
Trotz seines Erfolgs ist er von der Innenpolitik frustriert, die eine ständige Quelle der Beunruhigung für ihn darstellt, während er die
Liang belagert. Nach Hideki Moris Mangaserie Bokkou.
PA Klasse 7/10
Andy Lau: Ge Li
Sung-kee Ahn: Xiang Yan-zhong
Siu-hou Chin: Niu Zi Zhang
Si Won Choi: Liang Shi
Bingbing Fan: Yi Yue
Tin Chiu Hung: Gao He-yong
Zhiwen Wang: Liang Wang
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A Secret Genocide (Frankreich 2006)
Regisseur: Alexandre Dereims
Dereims mutige und aufklärende Dokumentation spielt in den Reihen der KNLF, der nationalen Befreiungsfront der rebellischen
Karen in Burma, die chancenlos gegen die Übermacht der burmesischen Armee kämpfen. Das tyrannische Wesen der
burmesischen Militärdiktatur gegenüber der Demokratiebewegung ist hierzulande hinlänglich bekannt, die von ihm
durchgeführten ethnischen Säuberungsaktionen hingegen weniger.
Es wird kein Versuch in Richtung Befangenheit unternommen, der Zuschauer bekommt vielmehr das volle Ausmaß des Horrors
der burmesischen Politik zu spüren. Die Notlage der Bevölkerung, auf die der Film seinen Fokus richtet, ist entsetzlich, das
Gesamtwerk an sich eine brennende Anklage nicht nur gegenüber der burmesischen, sondern, wenn auch in geringerem Ausmaß,
ebenfalls der Gleichgültigkeit von Seiten der thailändischen Regierung.
PA Klasse 7/10
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Walk the Talk (USA/Schweden 2007)
Regisseur: Matthew Allen
Roy (Evan Ellingson) ist ein rebellischer Teenager, der, nachdem er aus Versehen seinen Bruder erschossen hat,
gezwungen ist bei der Familie seines Onkels zu leben, um der Jugendhaft zu entgehen. Sein Onkel Erik, herrlich gespielt
von Cary Elwes, ist ein Motivationsguru, der mit dem ständig genervten Roy zuerst überhaupt nichts anfagen kann.
Obwohl Eriks Familie eine Karrikatur ihrer selbst ohne jeglichen charakterlichen Tiefgang ist, bringt das
Aufeinanderprallen dieser Welt mit der Roys einige sehr komische Momente hervor. Elwes ist wirklich fantastisch darin,
anderen nicht das Rampenlicht zu stehlen. Nach einer anfänglichen guten Vorstellung, überläst er die Bühne dem Jugendlichen
Ellingson, der die ihm gebotene Chance mit beiden Händen ergreift. So lange man sich vor Augen hält,
dass es sich hierbei um eine Komödie handelt, enttäuscht die Handlung nicht, und auch die kaum vorhandene Sozialkritik
stört nicht weiter.
PA Klasse (7/10)
Evan Ellingson: Roy Naybor
Cary Elwes: Erik
Illeana Douglas: Jill (als Illeana Douglass)
Katie Cassidy: Jessie
Chris Pratt: Cam
Katie Finneran: Linda
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Die Kunst zu weinen (Dänemark 2006)
Regisseur: Peter Schønau Fog
Originaltitel: Kunsten at græde i kor
 Jannik Lorenzen
Diese schwarze Komödie von Peter Schønau Fog spielt 1971 im
ländlichen Jütland und behandelt einige heikle Themen. Man sieht den
Film durch die Augen des 11 Jahre alten Allen, Jannik
Lorenzen, dessen Liebe und Achtung zu seinem Vater ihn die
merkwürdigsten Dinge tun lässt, als er erkennt, dass andere seine Gefühle
nicht teilen.
Heuchelei, als ein einheimischer Geschäftsmann stirbt, wie auch
Selbstmordtendenzen bekommen fast unbeschwerte Untertöne. Nebel
dirigiert unsere Aufmerksamkeit immer wieder zu dem
inzestuösen Vater. Irgendwie
durch die Augen des Jungen gesehen (der nicht das Opfer ist), schafft er es, dass man ohne Druck,
fast urteilslos, die anderen Plots
ignorierend, zuschauen kann. Als ob diese schwierigen Themen nicht
genug wären, gibt es noch mehr Katastrophen: Allens 14 Jahre alte Schwester, die das Opfer des Inzests
ist, kommt in eine psychiatrische Anstalt, und es gibt noch mehr
gewalttätige Todesfälle in dem Dorf, während Allen beschließt, die Welt
so zu sehen, wie sein labiler Vater sie gerne hätte.
Hat einige Auszeichnungen in verschiedenen Filmfestivals in Europa
und Asien gewonnen.
PA Klasse 9/10
Jannik Lorenzen: Allan
Jesper Asholt: Henry
Julie Kolbeck: Sanne
Hanne Hedelund: Mor
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La León (Argentina/Frankreich 2006)
Regisseur: Santiago Otheguy
Sollte diese Filmkritik zu viel von der Handlung verraten und Sie Sich aufgrund dessen dazu entschlossen haben den Film nicht
anzuschauen, sind Sie uns einen Gefallen schuldig. Alvaro (Jorge Román) lebt als einziger Homosexueller
eines kleinen Holzfällerdorfs in Argentinien ein einsames Leben. Der gelegentliche Hauch eines Leitmotivs macht sich bemerkbar,
wenn der tyrannisierende Einheimische Turu (Daniel Valenzuela) in einer Bar schwulenfeindliche Schimpfkanonaden vom Stapel lässt
oder nach einer rassistischen Hasstirade mutwillig Einrichtungen einer Einwanderergemeinde zerstört.
Wie dem auch sei, das Tempo ist zu langsam und es passiert zu selten etwas von Bedeutung, um dem Film Spannung zu verleihen.
Gedreht wurde in Schwarzweiß; vermutlich um dem Film wenigstens in einer Hinsicht einen Anstrich von Denkwürdigkeit zu verleihen.
PA Klasse 2/10
Jorge Román: Alvaro
Daniel Valenzuela: El Turu
José Muñoz: Iribarren
Alfredo Rivas: Missionar/Missionary
Esteban Gonzalez: Missionar/Missionary
Mirta Rivas: Missionarin/Missionary
Diego Quiroz: Marinaro Julio
Mariano González: Joven del Yate
Marcos Woinsky: El Alemán
Ignacio Jiménez: Chico Lopez
Daniel Sosa: Gadea Padre
Leonardo Rodríguez: Hermano de Laura
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 Luc Picard und Fatou N'Diaye
Inmitten der Gemetzel und Gräueltaten des Massenmords an den Tutsi von Seiten der Hutu versucht der Quebecer
Journalist Bernard Valcourt (Luc Picard) die Kellnerin Gentille (Fatou N'Diaye) vor dem Massaker zu retten.
Trotzdem ein Elternteil den Hutu angehört, gleichen Gentilles Gesichtszüge denen der Tutsi, weshalb es der
brutale Hutu-Mob auf sie abgesehen hat. Ursprünglich nach Ruanda gereist um die Aidsmisere zu dokumentieren,
erkennt Valcourt bald, dass es hier um eine viel größere Story geht als zuerst angenommen.
Favreau übt sich in Bezug auf die Darstellung der Gewalt und Bösartigkeit seitens der Interahamwe-Miliz
nicht in Zurückhaltung. Auch für die Apathie und Gleichgültigkeit von Seiten der Westmächte, insbesondere
die seiner eigenen kanadischen Regierung, zeigt er wenig Verständnis.
Picards Leistung ist herausragend und trägt den Film vom Anfang bis zum Schluss. Wenn es überhaupt
eine Szene ohne ihn gibt, dann nur, um Valcourts Machtlosigkeit durch dessen Abwesenheit zu demonstrieren.
Zwar ist der Gegenstand des Films ist tragisch, aber Picards starke schauspielerische Leistung, wenn auch
auf einem fiktiven Roman basierend, hinterlässt beim Zuschauer den Eindruck, dass wenigstens eine Person
versucht hat etwas zu unternehmen - auch wenn die Geschichte zeigt, dass viel mehr hätte getan
werden können und sollen.
PA Klasse 8/10
Luc Picard: Bernard Valcourt
Fatou N'Diaye: Gentille
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Im Solde des Satans (USA 1950)
Regisseur: Vincent Sherman
Originaltitel: The Damned Don't Cry
Es gibt Dinge, die einen nur das Leben lehren kann. Daher werden sie auch Lebensweisheiten genannt. Gleich drei
davon behandelt “Im Solde des Satans”. Erstens: Wer es zu was bringen will, darf keine Skrupel haben. Richtig.
Das jedenfalls glaubt Ethel Whitehead (Joan Crawford), brave Tochter gottesfürchtiger texanischer Eltern, treusorgende
Ehefrau eines rechtschaffenen aber armen Ölbohrers und liebevolle Mutter eines kleinen Sohnes. Als Letzterer bei einem
Unfall ums Leben kommt, verlässt die mit ihrem bescheidenen Dasein unzufriedene junge Frau kurzerhand ihre Familie, um
in Arizona ihr Glück zu machen. Lebensweisheit Nummer zwei: Ehrlich währt am längsten. Falsch. In dem aufrichtigen,
bescheidenen und begabten Buchhalter Martin Blackford (Kent Smith) findet Ethel, inzwischen zur ruchlosen Femme fatale
gereift, ihr Mittel zum Zweck: Sie macht ihn mit einem einflussreichen Barbesitzer bekannt, dessen Buchführung er
prompt übernimmt. Der Kreis der Mächtigen der Stadt ist klein, und dank Martins beruflicher Fähigkeiten gelangt Ethel
bald an George Castleman (David Brian), den mächtigsten Mann des Zirkels. Sie lehnt Martins Heiratsantrag ab und wird
unter dem Namen Lorna Hansen Forbes, ihres Zeichens millionenschwere Ölerbin, die Geliebte Georges, der es durch
Gewissenlosigkeit von ganz unten nach ganz oben geschafft hat. Lebensweisheit Nummer drei: Verbrechen zahlt sich nicht
aus. Richtig. Als Geschäftspartner Nick Prenta (Steve Cochran) abtrünnig zu werden droht, setzt George umgehend Lorna
auf ihn an. Anstatt Prentas Pläne auszuspionieren verliebt sie sich in ihn. Das wiederum gefällt George überhaupt nicht…
“Im Solde des Satans” ist ein Klassiker in dreifacher Hinsicht: ein klassischer Vertreter des Film noir Genres,
eine klassische vom Tellerwäscher zum Millionär Geschichte und eine klassische Verarbeitung des sprichwörtlichen Hochmut
kommt vor dem Fall Stoffs. Wer's also klassisch mag, ist hier genau richtig.
PA Klasse 6/10
Joan Crawford: Ethel Whitehead / Lorna Hansen Forbes
David Brian: George Castleman / Joe Cavany
Steve Cochran: Nick Prenta
Kent Smith: Martin Blackford
Hugh Sanders: Grady
Selena Royle: Patricia Longworth
Jacqueline deWit: Sandra
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Die Fünfte Jahreszeit (Iran/Frankreich 1997)
Regisseur: Rafi Pitts
Roya Nonahali gibt eine glänzende Darstellung in der gänzlich unerwarteten Rolle der iranischen Feministin Mehrbanou.
Ein überraschend sehenswerter Film, der sich auf die scheinbar sinnlose Fehde zwischen zwei Familienclans, den Jamalvandi
und den Kamlavandi, in einem kleinen ländlichen Dorf irgendwo im Iran konzentriert.
Mit faszinierend durchdringenden blauen Augen kämpft sie heldenhaft für die Ehre ihres Clans und führt im Alleingang eine persönliche
Vendetta gegen die vorherrschende Gleichgültigkeit von Seiten ihrer Familie.
Nonahalis schauspielerische Leistung ist Grund
genug sich den Film anzuschauen. Falls nicht, sollten sich ihn Fußballfans aufgrund der unglaublichen Ähnlichkeit zwischen Ghorban
Nadjafi, Nonahalis Film-Bruder, und dem ehemaligen Chelsea Manager Jose Mourinho zu Gemüte führen.
PA Klasse 6/10
Roya Nonahali: Mehrbanou
Ali Sarkhani: Karamat
Parvis Pourhosseini: Mayor
Ghorban Nadjafi: Jan Ali
Golab Adineh: Mrs. Sun
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Strajk - Die Heldin von Danzig
„Strajk - Die Heldin von Danzig“ erzählt die Geschichte des Aufstiegs der polnischen Gewerkschaft Solidarität aus der Sicht
von Agnieszka Walentynowicz, der Frau, die als Katalysator der Danziger Werftstreiks von 1980 gilt. Porträtiert wird ihr Aufstieg von der achtmaligen „Arbeiterin des
Jahres“ zur Werftaktivistin und Herausgeberin einer illegalen Mitarbeiterzeitung.
 Andrzej Chyra und Katharina Thalbach in Strajk - Die Heldin von Danzig
Agnieszka ist eine dreidimensionale
Frau, die unter dem Verlust ihres frisch angetrauten Ehemannes und der Entfremdung ihres Sohnes leidet als
sein Leben durch den Aktivismus seiner Mutter negativ beeinflusst wird. Klein, große Augen und das Haar
zu Zöpfen geflochten stellt sie sich den kommunistischen Parteibossen in der Werft gegenüber und übernimmt
unerschrocken die Führung, als es gilt Mitarbeiter aus einem Werftbrand zu retten… man sieht sie jedoch
auch mit ihrem kleinen Sohn tanzend, Suppe an Mitarbeiter austeilend oder wie ihr die Höhenangst zu schaffen
macht als sie zum ersten Mal in das Führerhaus ihres Krans klettert. Katharina Thalbach fängt Agnieszkas Stärke
und Verletzlichkeit bis zur Vollendung ein, ebenso wie ihre Entschlossenheit und ihr Mitgefühl.
PA Klasse 8/10
Katharina Thalbach: Agnieszka
Andrzej Chyra: Lech Walesa
Dominique Horwitz: Kazimierz
Dariusz Kowalski: Bochnak
Krzysztof Kiersznowski: Mateusz
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In der ungestümen Zeit zwischen 1989 und Ceauscescus Rücktritt und Exekution war nicht klar, wer Rumänien regiert.
Gewehrschüsse schallen durch die Strassen als die Polizei gegen das Militär vorgeht. Costi ist ein junger Rekrut der
Inneren Armee Einheit, der sich dazu entscheidet seine Einheit zu verlassen, um im Zuge der antikommunistischen Revolution
einen Fernsehsender zu verteidigen. Sein Kommandant schickt die Feldjäger los und verschliesst die Augen vor dem tobenden
Chaos um ihn herum.
PA Klasse 6/10
Paul Ipate: Costi
Adi Carauleanu: Lt. Neagu
Dragos Bucur: Dragos
Tudor Istodor: Bogdan
Alexandru Potocean: Vasile
Andi Vasluianu: Aurel
Dana Dogaru: Dna Andronescu
Ion Sapdaru: Craciun
Mimi Branescu: Lt. Deleanu
Alexandru Georgescu: Lt. Voinescu
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Made in China (USA 2007)
Regisseur: John Helde
Heldes Vater hat seine Kindheit in China verbracht. Sein Sohn macht sich auf die Suche nach den Wurzeln seines Vaters und
“Made in China” stellt eine Dokumentation seiner Reise dar. Der Versuch ist ehrbar, der Stoff kreist thematisch bedingt jedoch
zu sehr um die Person des Vaters. Der in Seattle geborene Helde schafft es nicht seinen Vater davon zu überzeugen, zum
ersten Mal seit 1935 nach China zurückzukehren, und dieser Misserfolg dämpft zweifelsohne seinen eigenen, das Projekt
betreffenden Enthusiasmus. Den gewinnt er erst zurück als sein Vater schwer erkrankt. Langatmig zwar, aber ein dennoch
faszinierender Blick auf das Leben amerikanischer Pioniere in China in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
PA Klasse 5/10
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Yella (Deutschland 2007)
Regisseur: Christian Petzold
Nina Hoss liefert eine solide Vorstellung als Yella, die in Hannover ihr Glück machen will, nachdem sie den
Zwängen ihrer ostdeutschen Kleinstadt entflohen ist. Ihre problembehaftete Vergangenheit holt sie jedoch bald ein,
während sie unterdessen auf neue Missgeschicke stößt, als sie auf einen charmanten, aber unseriösen Investor hereinfällt.
PA Klasse 6/10
Nina Hoss: Yella
Devid Striesow: Philipp
Hinnerk Schönemann: Ben
Burghart Klaußner: Dr. Gunthen
Barbara Auer: Barbara Gunthen
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Sex and Death 101 (USA 2007)
Regisseur: Daniel Waters
Simon Barker übernimmt die Hauptrolle in diesem amüsanten Techtelmechtel über einen Mann, dem auf
geheimnisvolle Art und Weise eine Liste seiner zukünftigen Liebespartnerinnen zukommt. Winona Ryder
leistet ihren Beitrag, wird ihre Darstellung jedoch nicht unbedingt zu den Sternstunden ihrer
Karriere zählen wollen.
Das Drehbuch ist relativ straff, die Witze recht lustig. Der Film ist für einen Kinoabend also sicherlich
empfehlenswert. Einige Kritiker scheinen mit Aussagen wie „ ein feministischer Kreuzzug gegen den männlichen
Sexismus“ mehr in die Handlung hineinzuinterpretieren als sie tatsächlich hergibt. Eigentlich stellt der Film
nur eine Frage: Ist der Erhalt einer solchen Liste gut oder schlecht?
Niemand wird durch diesen Film seine Meinung über Frauen, Männer und die Beziehung zwischen beiden ändern,
und Waters versucht auch gar nicht erst, den Zuschauer in irgendeiner Art und Weise zu beeinflussen oder
zu erziehen. Ziel war es, einen unterhaltsamen Film zum Thema Sex und Tod zu liefern, und das ist ihm
mit „Sex and Death 101“ auch gelungen. Verdienter Applaus also für ihn von Seiten des Publikums, das
ihm näher zu stehen scheint als so mancher Kritiker.
PA Klasse 7/10
Simon Baker: Roderick Blank
Winona Ryder: Gillian
Leslie Bibb: Miranda
Tanc Sade: Beta
Patton Oswalt: Fred
Mindy Cohn: Trixie
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Nu. (Niederlande 2006)
Regisseur: Jan Willem van Ewijk
Ewijk liefert mit “Nu” ein trauriges, ereignisloses aber ergreifendes Melodram über zwei Kumpels, die sich mit sehr
unterschiedlichem Erfolg durchs Leben schlagen. Jaap (Matthijs Bourdrez) leidet unter Depressionen und JP, gespielt von Ewijk,
ist ein international agierender Geschäftsmann. Jaaps Freundin liegt nach einem Unfall im Koma. Der Film kommt irgendwie nie
richtig ins Rollen, und obwohl man nichts wirklich Schlechtes über ihn sagen kann, fragt man sich doch, warum er überhaupt
gedreht wurde.
Dieser Film ist kein psychologischer Thriller, sondern eine subtile Studie über Freundschaft und wie sie dazu beitragen kann, sich mit
inneren Konflikten auseinanderzusetzen, selbst wenn der andere sie nicht für einen lösen kann.
„Nu“(holländisch: jetzt) ist van Ewijks erster Film und es gibt sicherlich schlechtere Arten und Weisen seine Filmkarriere zu
beginnen. Nach „Jetzt“ kann es für van Ewijk nur „Der Nächste bitte“ heißen.
PA Klasse 6/10
Jan-Willem van Ewijk: JP
Matthijs Bourdrez: Jaap
Arisha de Waal: Roses Mutter
Ramin Ghiasy: Driver
Ilona Minchom: Rose
Steven Novick: Stan
Lynsey Jane Rowe: Lara
Belia van der Giessen: Anna
Brigitte Baladié: Rose (voice)
Veroniek Vermeulen: Vera
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Schwerverdaulicher deutschsprachiger Film über einen 15-jährigen Jugendlichen und seine für ihr Alter ziemlich
erwachsene 12-jährige Freundin, die zusammen mit der Familie des Jungen in den Urlaub fahren. Dort treffen sie
einen mysteriösen Fremden, dessen Seltsamkeit lediglich auf der Tatsache zu beruhen scheint, dass er für einige
Zeit in den USA gelebt hat. Es entwickelt sich eine kranke Beziehung zwischen ihm und dem jungen Mädchen, die
für den Zuschauer zu einigen unangenehmen Szenen führt. Hier werden verschiedene nicht-jugendfreie Thematiken
verfolgt, die den Film nicht für jeden empfehlenswert machen.
Für Fans des Deutschen Films ist er jedoch sicherlich sehenswert. Vom Unterhaltungswert her lässt er jedoch
einiges zu wünschen übrig.
PA Klasse 6/10
Martina Gedeck: Mirjam
Robert Seeliger: Bill
Svea Lohde: Livia
Peter Davor: André
Lucas Kotaranin: Nils
Nicole Marischka: Grietje
Gábor Altorjay: Daniel
Michael Benthin: Arzt
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Little Book of Revenge (Kanada 2007)
Regisseur: Jean-François Pouillot
Originaltitel: Guide de la Petite Vengeance
Marc Béland und Gabriel Gascon
Eine brillante schwarze Komödie aus Quebeck, die von dem Verlangen des drangsalierten Buchalters Bernard handelt, sich an
seinem schikanösen Chef M. Vendôme zu rächen, Ein verdrehter Verschwörungsplot entwickelt sich, als ein
Fremder Bernard in einem Café anspricht.
Marc Béland zeigt als der angeführte Buchhalter Bernard eine wundervoll leicht anmutende schauspielerische Leistung
und wird von Gabriel Gascon als Vendôme und Michel Muller als Mitverschwörer Robert gekonnt unterstützt.
Der Plot setzt sich in Intrigen bis zur letzten Minute und sogar über das Filmende hinaus fort, wenn man sich
über das Schicksal der Hauptcharaktere nach der letzten Wendung in allerletzter Minute wundernd zurückgelassen
wird. Fesselnd.
Sehr empfehlenswert - nicht nur für Fans des Kinos von Quebec.
PA Klasse 9/10
Marc Béland: Bernard
Gabriel Gascon: M. Vendôme
Michel Muller: Robert
Pascale Bussières: Sandrine
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Nömadak Tx (Spanien 2006)
Regisseur: Raúl de la Fuente
TX bezieht sich auf das Txalaparta, ein baskisches Perkussionsinstrument, das von zwei Personen gespielt
wird. Die Musiker Igor Otxoa und Harkaitz Martinez reisen durch die Welt und spielen das Txalaparta vor den
irritierten, aber dennoch anerkennenden Zuhörerschaften weit verstreuter Außenposten der Volkskulturen.
Wer sich für solche Themen interessiert, wird den Film lieben. Ein mongolischer Sänger stiehlt den beiden
Hauptdarstellern beinahe die Schau, und seine einzigartige Art zu Singen wird einem auch noch im Gedächtnis
sein, wenn der Popcorngeschmack längst vergessen ist.
 Otxoa und Martinez
PA Klasse 6/10
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 Oliver Parker spricht exklusiv mit Prost Amerika!
Fünf Frauen arbeiten zusammen in einem Londoner Restaurant. Als der Chef sich krank meldet, übernimmt Alice, gespielt
von Shirley Henderson, das Ruder und hat prompt nicht nur unter ihrer neuen Verantwortung, sondern auch unter ihrer herrischen
Kollegin Rita (Oana Pellea) zu leiden. Die zu Grunde liegende Idee ist gut; Feministinnen, die auf einen zwischenfallslosen Abend im Restaurant hoffen, werden jedoch enttäuscht. Richtig, einige der Hauptcharaktere brechen dann und wann in Tränen aus, und richtig, einige der Hauptcharaktere rasten auch schon mal aus, egal ob angebracht oder unangebracht.
Besonders nervtötend ist Abbie, gespielt von Neve Campbell, eine ichbezogene, selbstsüchtige Barkeeperin. Oliver Parker hat sich aus unerfindlichen
Gründen dazu entschieden, sie zur Amerikanerin zu machen, ein ärgerliches und leider immer wiederkehrendes
Motiv in ausländischen Filmen, die Amerikaner gerne negativ darstellen.Der Zuschauer soll sie gar nicht erst mögen, was auch fast unmöglich scheint, nachdem sie der bezaubernden Anna Maxwell (Madonna/Jane), die händeringend versucht den Laden am Laufen zu halten, unablässig auf die Nerven fällt und ihr somit das Leben schwer macht. Die negative Darstellung amerikanischer Charaktere in ausländischen Filmen war ein Merkmal des Festivals. Fairerweise sei an dieser Stelle gesagt, dass Oliver Parker, auf die Frage angesprochen, nicht versuchte ihr auszuweichen.
Dem Bildungsstand der Charaktere angemessen fehlt den Dialogen hin und wieder der Biss. Die Frauen sind zwar durchaus gehässig zueinander, werden jedoch nie wirklich gemein. Der Mangel an zwerchfellerschütternden Sprüchen wird durch die schauspielerischen Glanzleistungen der fünf Darstellerinnen mehr als wettgemacht, die den Film durch eine unwiderstehliche Mischung aus Talent, Charme und knallharter Arbeit tragen. Gemeinsam mit Oliver Parker haben sie aus dem Drehbuch das Bestmöglichste herausgeholt. Shirley Henderson ist herausragend, nimmt jedoch nichts von der darstellerischen Wirkungskraft der gesetzlosen Pellea, dem ständig vor Wut kochenden Martin, dem grüblerischen Campbell und der zurückhaltenden Lara. Der Zuschauer pendelt in Bezug auf die Hauptcharaktere ständig zwischen Liebe, Empathie, Sympathie und Mitleid. Trotzdem jede der fünf Schauspielerinnen schon bald neue Filmrollen in Angriff nehmen werden, wünscht man sich nach Verlassen des Kinosaals, Abbie, Alice, Rita, Madonna und Suzie schon in Parkers nächstem Filmprojekt, einem Remake des 1950er Jahre Schulmädchenklamauks „St. Trinians“, wiederzutreffen.
PA Klasse 7/10
Shirley Henderson: Alice
Neve Campbell: Abbie
Alexandra Maria Lara: Suzie
Anna Maxwell Martin: Madonna
Oana Pellea: Rita
Danny Huston: Danny Huston / Al Bowlly
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Schwarze Schafe (Neuseeland 2006)
Regisseur: Jonathan King
Originaltitel: Black Sheep
Oliver Driver
Ein umwerfend komischer Film aus Neuseeland über verrückt gewordene Schafe (und wenn ich verrückt sage, meine ich
wirklich verrückt). In dieser perfekten Parodie des Horrorfilmgenres rächen sich nach einem missglückten gentechnischen
Experiment die Probanden, in diesem Fall Schafe, an den neuseeländischen Forschern. Welchen Frevel Letztere genau begangen
haben, wird unmissverständlich angedeutet, es wird also davon abgeraten kleinere Kinder mitzunehmen, es sei denn, man hat
die Zeit zu erklären, dass auf jeden Neuseeländer ungefähr 30 Schafe kommen und es einem dort unten schon mal langweilig
werden kann…
Nichts für Zartbesaitete. Andererseits bricht man immer gerade dann, wenn man glaubt, sein persönliches Limit in Bezug
auf Blutrünstigkeit erreicht zu haben, in schallendes Gelächter aus.
Jonathan King gelingt in „Schwarze Schafe“ die perfekte Verschmelzung von selbstironischem Klamauk und altmodischen
Horrorschocker, die ein nationales Publikum verdient. Unbedingt ansehen!
PA Klasse 8/10
Nathan Meister: Henry Oldfield
Danielle Mason: Experience
Peter Feeney: Angus Oldfield
Tammy Davis: Tucker
Glenis Levestam: Mrs. Mac
Tandi Wright: Dr. Rush
Oliver Driver: Grant
Matthew Chamberlain: Oliver Oldfield
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The Memory Thief (USA 2007)
Regisseur: Gil Kofman
Mit „The Memory Thief“ hat Kofman einen außergewöhnlichen Film geschaffen. Allerdings kann ich mich noch
nicht zwischen außergewöhnlich gut oder außergewöhnlich schlecht entscheiden. Mark Webber als Lukas erscheint
fehlbesetzt in der Rolle des richtungslosen Mauthäuschenkassierers, der von einem Rechtsextremisten zufällig
eine Ausgabe von „Mein Kampf“ zugesteckt bekommt. Lukas nimmt das Buch fortan zur Arbeit mit, und platziert
es so, dass jeder vorbeifahrende Kraftfahrer den Titel sehen kann.
Innerhalb einer Woche erhält Lukas von einem Überlebenden des Holocausts ein Dokumentarvideo über denselben.
Klingt unwahrscheinlich? Nun, kurz darauf stirbt eben genannter Überlebender und den Zuschauer trennt immer
noch ein ganzer Batzen an wenig glaubhaften Zufällen von der frischen Luft außerhalb des Kinosaals.
Gelungenes im Film verdient dennoch Lob. Kofmans Studie eines Mannes ohne Vergangenheit, der versucht,
eine solche für sich zu erfinden, ist clever gemacht, und an manchen Stellen meint man, der Film entwickle
sich zu einer runden Sache. Webber gelingt es, Lukas' Weg in den Wahnsinn überzeugend darzustellen.
Trotzdem: Der Film ist zu lang und Kofman vergibt mehrere Chancen, ihn für sich zu entscheiden, was
zweifelsohne auch der Wunsch der Zuschauer gewesen wäre. Jerry Adler überzeugt zwar in der Rolle des
Holocaust-Überlebenden, jedoch wird nie richtig erklärt, warum ein 82-jähriger Mann eine Tochter hat,
die wie 25 aussieht. Wem Liebe zum Detail, Kohärenz und Glaubhaftigkeit
nicht so wichtig sind, dem wird dieser Film gefallen.
PA Klasse 6/10
Mark Webber: Lukas
Rachel Miner: Mira
Jerry Adler: Mr. Zweig
Farah Cabrera: Nurse (als Farah Afnan)
Douglas Spain: Dominic
Allan Rich: Zvi
Luck Hari: Mrs. Sarkar
Kim Harper: Mrs. Feldman
Chris Ellis: Mr. DeSilva
Ralf Mosig: Deutscher Tourist
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Gagarins Enkel (Russland 2007)
Regisseur: Andrei Panin
Originaltitel: Vnuk Gagarina
Dane Lukombo und Gennady Nazarov
„Gagarins Enkel“ von Andrei Panin ist eine Art Durchbruch für den russischen Gegenwartsfilm. Der Film versucht
nicht herauszufinden, ob Gena (gespielt von Dane Lukombo) wirklich mit dem berühmten ersten Astronauten,
der 1961 ins Weltall geschossen wurde, Yuri Gagarin, verwandt ist. (Gagarin besuchte Afrika 1962 tatsächlich.)
Der Junge Gena, ein schwarzes Waisenkind, wird von einem entfernten Verwandten, der sich
als Künstler durchschlägt, adoptiert und besitzt all die Eigenschaften eines bösen Buben,
der in einem Waisenhaus aufwuchs: Er raucht, trinkt und macht Ärger. Obwohl die übergeordnete
Botschaft des Films „unbedingte Liebe“ ist, beschäftigt er sich konkret mit rassistischen
Denkweisen, die normalerweise nicht im russischen Film behandelt werden.
„Gagarin's Grandson“ ist der Debütfilm des bekannten Russischen Schauspielers Andrei Panin („The Wedding“,
„A Driver for Vera“), der außerdem den besten Freund des Künstlers spielt und sich auf dem
Höhepunkt des Films Gena verbunden fühlt und ihn wirklich versteht. Während umfangreiche Informationen
online abrufbar sind über die Hauptdarsteller, Gennady Nazarov („Mumu“) und Tamara Vladimirtseva („The Wedding“,
„Tycoon“), gibt es wenig über Dane Lukombo, der einen subtilen, überzeugenden und explosiven Gena
darstellt, der den Film voran treibt, nicht auf ein - überlebtes - amerikanischen Happy-End zu,
sondern: zu einem Ende in Zwiespältigkeit. Kann er durch Liebe gerettet werden, oder ist es zu spät?
Wollen wir hoffen, dass das internationale Publikum diesen wunderbaren Schauspieler,
der zukünftig eine Bandbreite großartiger Rollen aus der russischen Geschichte spielen könnte,
schätzen und unterstützen wird.
Maryna Ajaja, Programmgestalterin des Seattle International Film Festival, 2007
PA Klasse 8/10
Dane Lukombo: Gena
Gennady Nazarov: Fyodor
Andrei Panin: Nachbar
Natalya Rogozhkina: Fyodors Vertreterin
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Black Irish (USA 2006)
Regisseur: Brad Gann
Brad Ganns Drama beginnt mit aufdringlich erhobenem Zeigefinger: Direkt zu Anfang wird das Wandgemälde einer Organisation, die
30 Jahre lang den Terrorismus finanziert hat, gezeigt, um uns auf unbeholfene und unlautere Art und Weise zu vermitteln, dass die
Handlung des Films in einem „irischen“ Viertel Bostons spielt. Es gibt sicherlich andere und subtilere Mittel und Wege, einen
irischen Einwandererhintergrund anzudeuten. Trotz der üblichen Strapazierung gängiger Klischees – Alkoholismus, gefühllose Priester,
Gewalt, zerrüttete Familienverhältnisse, Abtreibung und Gesetzeskonflikte – entwickelt der Film dennoch Potenzial. Die Nachlässigkeit
der Handlung wird durch die exzellente schauspielerische Darbietung Michael Angaranos in der Rolle des 16-jährigen Cole McKays
ausgeglichen, aus dessen Sicht die Geschichte des Films erzählt wird. Brendan Gleeson, der das richtige Maß in der Darstellung
von McKays stereotypen Alkoholikervater findet, sorgt dafür, dass der Film erträglich und damit sehenswert bleibt.
Das Lob für die Darsteller ist verdient, dennoch wäre es erfrischend, zur Abwechslung einen Film über Amerikaner irischen
Ursprungs zu sehen, der sich nicht der herkömmlichen Stereotype bedient. Dass die Italo-Amerikaner im Film ebenso schlecht
wegkommen, ist, wenn überhaupt, nur ein schwacher Trost.
PA Klasse 6/10
Michael Angarano: Cole
Brendan Gleeson: Desmond
Tom Guiry: Terry
Melissa Leo: Margaret McKay
Emily VanCamp: Kathleen
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Molière (Frankreich 2007)
Regisseur: Laurent Tirard
 Fabrice Luchini, Romaine Duris und Laura Morante
Laurent Tirards historische Komödie dreht sich um das frühe Leben des Dramatikers
Molière. Aufgrund finanzieller Probleme arbeitet er für einen verheirateten,
aber naiven Aristokraten der versucht, die Gunst eines selbstsüchtigen Mädchens
zu gewinnen. Im Glauben, dass ihe eine Darbietung in einem Theaterstück
imponieren wird und er ihr dadurch seine Liebe zeigen kann, bittet er
Molière um Hilfe. Als Priester getarnt verweilt er in dessen Haus während
Molière ihm die Kunst der Schauspielerei beibringt. Ein leichtes
und sehr unterhaltsames Stück der typisch französischer Filmemacher.
PA Klasse 8/10
 Laurent Tirard spricht exklusiv mit Prost Amerika!
Romain Duris: Moliere
Edouard Baer: Dorante
Fabrice Luchini: Jourdain
Fanny Valette: Henriette
Jean-Claude: Jay Charles
Laura Morante: Elmire
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Journey Home (Ungarn 2007)
Regisseur: Reka Pigniczky
„Journey Home“ handelt von zwei amerikanischen Schwestern, die ihrer ungarischen Vergangenheit und vor allem
der Rolle ihres geliebten Vaters in der Ungarischen Revolution von 1956 auf der Spur sind. Mittels Rückblenden
und alter Fotografien wird dem Zuschauer die Geschichte des Gestern und Heute der Familie in Ungarn bzw. der
ungarischen Gemeinde in den USA erzählt. Die Frage, inwieweit ihr Vater damals in die Revolution verwickelt
war, beschäftigt die beiden Schwestern schon lange, hat er ihnen doch als sie noch klein waren oftmals von
seinen abenteuerlichen Heldentaten berichtet. Hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, die Vergangenheit
ruhen zu lassen und dem Bedürfnis, die Wahrheit herauszufinden, machen sich die Geschwister schließlich auf
den Weg nach Ungarn. Dort treffen sie bei ihren Verwandten zunächst auf eine Mauer des Schweigens. Dennoch
erfahren die beiden Frauen bald Dinge über ihren Vater, die sie nicht für möglich gehalten hätten und die
ihn in einem gänzlich neuen Licht erscheinen lassen. Wer war dieser Mann wirklich?
Obwohl etwas in die Länge gezogen, stellt Pigniczkys Film ein interessantes Stück Zeitgeschichte dar und
ist schon deshalb empfehlenswert.
PA Klasse 5/10
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Lady Chatterley (Frankreich 2006)
Regisseur: Pascale Ferran
Originaltitel: Lady Chatterley et l'homme des bois
„Lady Chatterley“ ist eine französische Adaption von D. H. Lawrences berühmtem Roman gleichen Titels, wobei
Ersterem die Leidenschaft des Originals fast gänzlich fehlt. Obwohl fast drei Stunden lang und ausgepolstert
mit unzähligen Landschaftsaufnahmen und familiärer Auseinandersetzungen, die vielleicht der Unterstreichung der
Szenen Lady Chatterleys mit dem Wildhüter Parkin dienen sollen, kann der Film seinen Mangel an Charisma und Chemie
zwischen seinen Hauptdarstellern dennoch nicht verbergen. Auf der Habenseite lassen sich einige romantische Augenblicke,
gute Nebendarsteller und aufschlussreiche Kommentare über die Moralvorstellungen Englands in den 1920er Jahren verbuchen.
Sie reichen jedoch nicht aus, um über die Nachlässigkeit der Wirkungskraft des Films und seiner Regie hinwegzutrösten.
PA Klasse 5/10
Marina Hands: Lady Chatterley
Jean-Louis Coullo'ch: Parkin (als Jean-Louis Coulloc'h)
Hippolyte Girardot: Clifford
Hélène Alexandridis: Mrs. Bolton
Hélène Fillières: Hilda
Bernard Verley: Constances Vater
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Goyas Geister (Spanien 2007)
Regisseur: Milos Forman
Originaltitel: Goya's Ghosts
Goyas Geister
Milos Formans neuester Film „Goyas Geister“ ist historisches, opulentes Werk, exzellent besetzt und mit großem Budget
produziert. Vor allem Natalie Portman glänzt und liefert eine oscarreife Darstellung.
Spanien zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Ein Modell des Malers Francisco de Goya, die fromme und wunderschöne
Tochter eines reichen Kaufmanns (Portman), wird aufgrund ihrer Weigerung, in einer Taverne Schweinefleisch
zu verzehren, des Judentums bezichtigt und von der spanischen Inquisition durch Folter zum Ablegen eines
Geständnisses gezwungen. Als Strafe wird sie eingekerkert und vegetiert 15 Jahre lang unter unmenschlichen Bedingungen
im Gefängnis dahin bis sie schließlich aufgrund der Machtübernahme der Franzosen in Madrid befreit wird.
Stellan Skarsgård
Die lange Isolation von der Außenwelt sowie wiederholter sexueller Missbrauch während der Haftzeit haben jedoch ihre
Spuren hinterlassen und erschweren ihr das Zurechtfinden in der wiedergewonnenen Freiheit. Vieles hat sich
seit ihrer Inhaftierung verändert. Darüber hinaus muss sie erfahren, dass ihre gesamte Familie ermordet wurde. Nur
Goya kann sie ausfindig machen, der ihr, inzwischen taub geworden, zur Seite steht als es gilt, ihre Tochter zu
finden, die aus einer der vielen Vergewaltigungen im Kerker hervorgegangen ist.
Ein fantastischer Historienfilm mit einer Fülle an schauspielerischem, technischem und filmerischem Talent.
PA Klasse 9/10
Javier Bardem: Brother Lorenzo
Natalie Portman: Inés/Alicia
Stellan Skarsgård: Goya
Randy Quaid: King Carlos IV
Blanca Portillo: Queen María Luisa
Michael Lonsdale: Father Gregorio
José Luis Gómez: Tomás Bilbatúa
Mabel Rivera: María Isabel Bilbatúa
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Joshua (USA 2007)
Regisseur: George Ratliff
Mit „Joshua“ unternimmt Ratliffe den Versuch eines Thrillers, der den Zuschauer ganz nach alter Manier des Genres
in einen Schwebezustand zwischen Spannung und Ungewissheit versetzen und möglichst lange dort halten soll.
Hierzu bedient er sich des bewährten (und leicht abgenutzten) Themas eines dämonischen 9-Jährigen, der den
ihm innewohnenden Kräften des Bösen nach der Geburt seiner kleinen Schwester aus Rache über den Verlust der
ungeteilten Aufmerksamkeit seiner Eltern (Sam Rockwell und Vera Farmiga) freien Lauf lässt. Damien lässt
grüßen, und während der teuflische Joshua im Verlauf des zu lang geratenen Drehbuchs sein Unwesen einem
vorhersehbaren Finale entgegentreibt, kann der Zuschauer nicht umhin, sich den Exorzisten herbeizuwünschen,
der den Bengel übers Knie legt und dem Ganzen somit ein pädagogisch wertvolles Ende bereitet.
PA Klasse 6/10
Jacob Kogan: Joshua Cairn
Sam Rockwell: Brad Cairn
Vera Farmiga: Abby Cairn
Celia Weston: Hazel Cairn
Dallas Roberts: Ned Davidoff
Michael McKean: Chester Jenkins
Nancy Giles: Betsy Polsheck
Linda Larkin: Ms. Danforth
Alex Draper: Stewart Slocum
Stephanie Roth Haberle: Kinderärztin
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Chanson d'amour (Frankreich 2006)
Regisseur: Xavier Giannoli
Originaltitel: Quand j'étais chanteur
“Chanson d'amour” ist ein angenehmer, aber langweiliger Ausflug, der nie wirklich
ins Rollen kommt; mehr eine Zurschaustellung Gérard Depardieus als ein eigenständiger Film. Depardieu
spielt Alain Moreau, einen alternden Tanzcafé-Sänger, der Liebeleien für einsame Übervierzigjährige
anleiert. Sein eigenes Leben verläuft mehr oder weniger mechanisch, doch bekommt der Zuschauer hin
und wieder Hinweise auf eine bewegte Vergangenheit; kurzlebige Affären und eine gefährlich enge
Beziehung zur Ex-Frau halten Moreau am Laufen. Dann trifft er auf Marian, eine junge Immobilienmaklerin
und allein erziehende Mutter mit tragischer Vergangenheit. Die Beziehung der beiden entwickelt sich
nach einem Fehlstart zu einer Mischung aus Freundschaft und Liebeswerben, während Marian in ihrer
Eigenschaft als Maklerin Moreau ein überteuertes Landhaus nach dem anderen vorführt. Trotzdem Moreau
augenscheinlich keinerlei Interesse am Kauf eines solchen hat, hält sie das nicht an der Fortsetzung
der Wohnungsschau ab. Ganz allmählich beginnen sich die beiden um ihrer selbst willen zu mögen, und
es gibt einige wirklich warmherzige und liebevolle Momente zwischen ihnen. Nach einer unerwartenden
Wendung gestaltet sich das Ende des Films konfus und mehrdeutig, aber ich denke, der Zuschauer kann
damit leben.
PA Klasse 6/10
Gérard Depardieu: Alain Moreau
Cécile De France: Marion
Mathieu Amalric: Bruno
Christine Citti: Michèle
Patrick Pineau: Daniel
Alain Chanone: Philippe Mariani
Christophe: Selbst
Jean-Pierre Gos: Le maire
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Sputnik Mania (USA 2007) WELTPREMIERE
Regisseur: David Hoffman
originaltitel: Fever of 57
Eine Dokumentation über die amerikanischen Reaktionen auf den
erfolgreichen Start des russischen Satteliten „Sputnik“ 1957. Ich war
schockiert von der miserablen Rechtschreibung in den Untertiteln.
Abgesehen davon war es eine interessante Dokumentation, die darlegt wie
leicht das amerikanische Volk in Angst und Schrecken zu versetzen ist.
Die Dokumentation zeigt aber auch, wie sowohl Eisenhower als auch
was für vorwärtsgerichtete Denker und Politiker Eisenhower und
Chruschtschow waren, die sich nicht von
ihren Militärs einschüchtern ließen.
Es scheint, als hätten sowohl das amerikanische als auch das russische
Militär versucht, Sputnik als Argumentationsgrundlage für
eine Erhöhung des Militärbudgets auszunutzen um die Militarisierung des
Weltraums voranzutreiben.
PA Klasse 5/10
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Drama/Mex (Mexiko 2006)
Regisseur: Gerardo Naranjo
Es überrascht nicht, dass dieses Drama aus Mexiko kommt. Was es an Qualität zu bieten hat, ist dagegen wirklich
erstaunlich. Mittels hochwertiger Schauspielkunst werden zwei Geschichten über Liebe, Einsamkeit und Eifersucht in
der Handlung wirkungsvoll miteinander verflochten. Eine erzählt von der bewegenden Freundschaft zwischen Jaime, einem
selbstmordgefährdeten Geschäftsmann mittleren Alters, und Tigrillo, einem 15-jährigen Ausreißer. Die andere handelt von zwei Männern, die mit guten bzw. weniger guten Absichten um die Gunst einer mannstollen und treulosen Frau buhlen.
Das zu frühe Ende hat Seltenheitswert und ist wahrscheinlich einer der Hauptgründe, sich den Film anzusehen.
PA Klasse 7/10
Fernando Becerril: Jaime
Juan Pablo Castaneda: Gonzalo
Diana Garcia: Fernanda
Martha Claudia Moreno: Mama Yhahaira
Miriana Moro: Tigrillo
Emilio Valdés: Chano Cuerpiperro
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Them (Frankreich 2006)
Regisseur: David Moreau, Xavier Palud
originaltitel: Ils
In Bukarest spielend und augenscheinlich auf Tatsachen beruhend erzählt der Thriller die Geschichte der französischen Lehrerin
Clementine (Olivia Bonamy), die in Rumäniens Hauptstadt lebt und unterrichtet. Zusammen mit ihrem Ehemann Lucas (Michael Cohen)
erlebt sie eine Schreckensnacht im eigenen Heim. Wer Horrorfilme mag, sollte sich diesen zwecks Gruseleffekts spätnachts zu
Gemüte führen. Streckenweise angsteinflößend werden sich Filmliebhaber jedoch hauptsächlich für den französischen Vorstoß in
das Genre interessieren, der, noch relativ neu in Frankreichs Filmindustrie, seinesgleichen sucht.
PA Klasse 5/10
Olivia Bonamy: Clémentine
Michaël Cohen: Lucas
Adriana Mocca: Ilona (as Adriana Moca)
Maria Roman: Sanda
Camelia Maxim: Maria
Alexandru Boghiu: Das Baby
Emanuel Stefanuc: Jugendlicher n°1
Horia Ioan: Jugendlicher n°2
Stefan Cornic: Jugendlicher n°3
George Iulian: Jugendlicher n°4
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The Signal (USA 2007)
Regisseur: David Bruckner, Dan Bush, Jacob Gentry
„The Signal“, eine Kreuzung zwischen Horror- und Science-Fiction-Film, handelt von einem außerirdischen Rundfunksignal,
welches das menschliche Gehirn manipuliert und Gewalt und Verfolgungswahn bei den Betroffenen auslöst – töte,
bevor du selbst getötet wirst, heißt die Devise. Der Film ist in drei Teile untergliedert, von denen jeder um
Maya und ihren Ehemann Lewis kreist, der umgeben von Terror und Blutbädern Jagd auf sie macht. Handlungsbogen
und Dialoge bestechen durch Intelligenz und Witz, die Charaktere durch eine für das Genre ungewöhnliche Dreidimensionalität.
PA Klasse 5/10
AJ Bowen: Lewis Denton
Anessa Ramsey: Mya Denton
Cheri Christian: Anna
Lindsey Garrett: Laura
Chad McKnight: Jim Parsons
Michael Ngaujah: Rod (as Sahr Nguajah)
Scott Poythress: Clark
Matthew Stanton: Jerry (as Matt Stanton)
Justin Welborn: Ben
Christopher Thomas: Ken
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Surveillance (UK 2007)
Regisseur: Paul Oremland
 Dawn Steele
Paul Oremlands „Surveillance“, ein High-Tech-Thriller ganz im Stil des 21. Jahrhunderts, erzählt eine klassische
Geschichte von Liebe, Ehrgeiz, Familie und Vaterland.
Adam (Tom Harper), berufstätig, jung und homosexuell, lebt ein Leben in Abgeschiedenheit. Ein flüchtiges
Liebesabenteuer wirft ihn komplett aus der Bahn, und er sieht sich plötzlich umringt von mysteriösen Gestalten,
die, jeden seiner Schritte beobachtend, versuchen die Enthüllung eines Skandals zu verhindern, der bis in die
Intimsphäre der Königliche Familie vordringt. Der Mann, den Adam in der fraglichen Nacht mit zu sich nach
Hause genommen hat, ist plötzlich tot. Damit beginnt für Adam ein nervenzerfetzender Wettlauf gegen die
Zeit, während er verzweifelt versucht die Hintergründe des Geschehens herauszufinden. Jeder, den er um
Hilfe bittet, scheint seine eigenen dubiosen Gründe zu haben ihm zu helfen, besonders seine Freundin Amy
(Dawn Steele), eine ehrgeizige TV-Reporterin, die ihre Karriere um jeden Preis vorantreiben will,
Adam jedoch immer noch Gefühle entgegenbringt, die der Klärung bedürfen.
„Surveillance“ bietet dem Zuschauer eine perfekte Verschmelzung von Actionfilm und Drama, Eleganz und
Handlung: die immanente Liebesgeschichte, erzählt mittel eines Computervideos, das alle in die Finger kriegen
wollen, die Überwachungsmonitore, die Adam auf Schritt und Tritt durch Londons Strassen bis an die Küste
folgen, wo die finale Aufklärung des Films stattfindet. Obwohl alle schauspielerischen Leistungen
exzellent sind, stiehlt Dawn Steele mit einer anziehenden Mischung aus Eindringlichkeit und Verletzlichkeit
den anderen Darstellern ein wenig die Schau.
PA Klasse 8/10
Tom Harper: Adam
Dawn Steele: Amy
Sean Brosnan: Jake
Simon Callow: St John
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„Blood on the Flat Track“ dokumentiert den Aufstieg der Rat City Roller Girls, aufgehende Sterne am
Firmament der Roller-Derby-Welt. Temporeiches Bild- und Filmmaterial ist mit persönlichen Erinnerungen
und Kommentaren der Spielerinnen durchsetzt. Die Mädels plaudern begeistert aus dem Nähkästchen: über
Mannschaftskolleginnen und –gegnerinnen, Lieblingsspiele und schmerzliche Niederlagen, und warum sie
für das Roller Derby leben. Der Film hat viele entzückende Augenblicke zu bieten, zum Beispiel,
wenn die milchgesichtige „Basket-Casey“ erklärt, warum sie als die gewalttätigste und blutrünstigste
Spielerin des Teams gilt. In seiner Heimatstadt eroberte der Film die Herzen der Zuschauer im Sturm,
und die Regisseure Lainy Bagwell und Lacey Leavitt erhielten stehende Ovationen.
PA Klasse 6/10
Randy Pan the Goat Boy: Derby Spielkommentar
Spieler(innen):
Dirty Little Secret
Basket Casey
Shovey Chase
Rocketman Houlihan
Clobberin' Mame
Mommacherry
Molly D. Molish
Hot Carla
Kitty Kamikaze
Burnett Down
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Expired (USA 2007)
Regisseur: Cecilia Miniucchi
Die einsame verletzliche Politesse Claire (Samantha Morton) kümmert sich um ihre pflegebedürftige Mutter
und träumt von Romantik. Als der schwierige und nervige Kollege Jay (Jason Patric) in ihr Leben tritt,
werden ihre romantischen Vorstellungen allerdings auf den Kopf gestellt. Patric zeigt eine Starleistung
als der emotional verkrüppelte Jay und man verlangt förmlich danach zu sehen, wie Claire es schafft,
seine zahlreichen Fehler auszubügeln und ihngeradebiegt - denn man weiss ja, dass sie schlussendlich
zusammen glücklich werden.
PA Klasse 6/10
Samantha Morton: Claire
Jason Patric: Jay
Teri Garr: Claires Mutter
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Ninas Reise (Schweden 2006)
Regisseur: Lena Einhorn
Originaltitel: Ninas resa
„Ninas Reise“ erzählt die mitreißende Geschichte Nina Einhorns, einer Polin, die aus dem Warschauer
Ghetto entkam. Historische Bildmaterialien in Kombination mit der ergreifenden schauspielerischen Darbietung
der Hauptdarstellerin machen den Film zu einem unvergesslichen Erlebnis. Leid und Elend im Warschauer Ghetto
prangern die Unmenschlichkeit des Zweiten Weltkrieges so plastisch an, dass der Zuschauer sich unweigerlich
in die Schrecken der Zeit zurückversetzt fühlt. Wie das weltberühmte Foto des Jungen aus dem Warschauer Ghetto
kennt, der mit erhobenen Armen vor dem Gewehrlauf eines Nazi-Soldaten steht, gibt auch Nina Einhorn dem
Völkermord ein Gesicht. Teils Dokumentation, teils bewegendes Drama stellt dieser Film ein unvergessliches
Zeitdokument dar. Nicht nur für Geschichtsinteressierte zu empfehlen.
PA Klasse 8/10
Agnieszka Grochowska: Nina Rajmic
Maria Chwalibóg: Fanny
Andrzej Brzeski: Artur Rajmic
Pawel Iwanicki: Rudek Rajmic
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Söhne (Norwegen 2006)
Regisseur: Erik Richter Strand
Originaltitel: Sønner
Ein mutiges und beeindruckendes Regiedebüt von Erik Richter Strand, der sich in „Söhne“
an eines der heikelsten Themen überhaupt heranwagt, ohne Zugeständnisse an den Zuschauer
zu machen.
Henrik Mestad spielt den heruntergekommenen Pädophilen Hans, der sich wie es scheint
schon an beinahe jedem Halbwüchsigen seiner tristen norwegischen Heimatstadt vergangen
hat. Lars, exzellent gespielt von Nils Jørgen Kaalstad, hat es sich zu Aufgabe gemacht,
seinen Freund Tim (Mikkel Bratt Silset), Hans' jüngstes Opfer, zu rächen. Doch je tiefer
sich Lars und Tim in die Geschichte verstricken, umso mehr düstere Geheimnisse treten
ans Tageslicht.
Strand widersteht der Versuchung den moralischen Zeigefinger zu heben und den Zuschauer
zu belehren. Mit „Söhne“ richtet er sich vielmehr an ein erwachsenes Publikum, dem er ein
(leider) sehr aktuelles und schwieriges Thema näher bringen will.
Auch das Ende des Films lässt Raum für Spekulationen, und selbst unter hartgesottenen
Filmkritikern gehen die Meinungen darüber auseinander.
Man kann Strand wirklich nur zu seiner bahnbrechenden Kühnheit gratulieren; ein Grund mehr,
warum Seattle sich schon jetzt auf seinen nächsten Film freuen sollte.
PA Klasse 8/10
Nils Jørgen Kaalstad: Lars
Henrik Mestad: Hans
Edward Schultheiss: Jørgen
Ingrid Bolsø Berdal: Norunn
Marika Enstad: Anja
Mikkel Bratt Silset: Tim
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Crazy Love (USA 2007)
Regisseur: Dan Klores/Fisher Stevens
Eine bizarre Dokumentation, die das gleichermaßen bizzare Leben des liebestollen Burt Pugach
erzählt, der, krankhaft besessen von Linda Riss, das Objekt seiner Begierde auf Schritt und
Tritt durch das New York der 1950er Jahre verfolgt.
Die über 50 Jahre andauernde Beziehung zwischen den beiden als grotesk zu beschreiben, wäre
untertrieben. Als Riss die Affäre zu beenden sucht, begeht Pugach das ultimative Verbrechen
aus Leidenschaft: Er verstümmelt und entstellt Riss und wandert dafür ins Gefängnis.
Nichtsdestotrotz halten die beiden den Kontakt zueinander aufrecht, und sind am Ende
des Films sogar miteinander verheiratet.
Die Dialoge sind in der Tat witzig, und beide Hauptdarsteller haben ein großartiges Gespür bzw,
Timing für die Situationskomik. Allerdings erscheint mir der Gedanke, dass derart extreme Emotionen
und Obsessionen jemals den Grad der Gewalttätigkeit Pugachs gegenüber Riss rechtfertigen könnten als
zu abwegig. Daran konnte auch der humoristische Unterton des Films nichts ändern.
Trotzdem ist „Crazy Love“ ein vergnüglicher Film, und wer sich von den Unkenrufen eines
voreingenommenen Redakteurs nicht ins Bockshorn jagen lässt, dem ist ein zumindest
unterhaltsamer Kinoabend sicher.
PA Klasse 8/10
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